Media Monday #274

Die heutigen Fragen zu beantworten, ist mir komischerweise schwer gefallen. Für Seriengucker waren die irgendwie nichts. Vielleicht ist nach acht Stunden Fortbildung aber auch einfach keine Gehirnmasse mehr übrig bei mir. Urteilt selbst.

Media Monday #274

1. Die Handlung mag bei manchen Serien und Filmen eine eher untergeordnete Rolle spielen, aber so ganz ohne geht’s ja auch nicht. Nur hübsch anzusehende Schauspieler sind irgendwann einfach langweilig.

2. Grundsätzlich mag ich ja Filme Serien von HBO, bei Game of Thrones allerdings konnte ich noch keinen Blick riskieren und habe dementsprechend auch noch keine Meinung dazu.

3. Ich bin ja der Meinung, dass Ian Somerhalder quasi immer dieselbe Rolle spielt, denn er ist  eigentlich immer der Schönling, wenn auch mal gut, mal böse.

4. Homeland hätte ja nun wirklich keine Fortsetzung gebraucht, schließlich war Staffel 3 das perfekte Ende. Ihr seht, ich werde nicht müde, das zu betonen.

5. Stop-Motion-Filme kenne ich keine.

6. Mein Bafögrückzahlungsbescheid war so eine Lektüre, die ich meinetwegen auch noch zehn Jahre hätte verschieben können.

7. Zuletzt habe ich sehr viel über HTML gelernt und das war informativ und bestimmt auch nützlich, weil ich nach der einwöchigen Fortbildung in dieser Woche hoffentlich einige der dort erlernten Dinge auch für diesen Blog werde gebrauchen können.

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Was aus dem Bändchengarn wurde…

Lange habe ich gebraucht, um mich mit dem Bändchengarn von Lang anzufreunden, das auf Umwegen seinen Weg in meine Häkelkrimskramskiste gefunden hat (ich berichtete). Zeitweilig war ich so verzweifelt, dass ich sogar hier um Ideen zu seiner Verarbeitung gebeten hatte. Das Zeilenende prophezeite daraufhin in seiner nüchteren Art, es wäre egal, was ich daraus häkeln würde – es würde sowieso am Ende aussehen wie „der Bestandteil eines Lappenclown-Kostüms“ (Originalzitat!).

Kopfzerbrechen

Kopfzerbrechen

Nach einigen weiteren Seufzern meinerseits ob der merkwürdigen Beschaffenheit dieses Garns beschloss ich, nicht mehr so viel darüber nachzudenken und häkelte freudig drauflos. Eine Reihe feste Maschen, eine Reihe Stäbchen, immer im Wechsel, bis das Garn fast verbraucht war. Aus den Resten werkelte ich drei kleine Sterne und nähte sie auf. Nachdem ich damit fertig war, betrachtet ich mein Werk und wusste immer noch nicht, ob dies nun ein Tuch, ein Schal, ein Schaltuch, ein Tuchschal, eine Tischdecke oder einfach ein multifunktionales Textil ist. Als ich es mir probeweise um den Hals warf, machte es keine schlechte Figur und so werde ich es demnächst einfach mal ausführen und sehen, wie es sich außerhalb der Wohnung bei Wind und Wetter benimmt. Auf den Wohnzimmertisch verbannen kann ich es ja immer noch.

Das Endergebnis in voller Größe

Das Endergebnis in voller Größe

 

Sternendeko

Sternendeko

Aktuell häkele ich gerade allerlei Kleinkram aus Wollresten der Farben braun und beige. In den nächsten Tagen werde ich mich wohl mal daran machen, die Wohnung damit ein bisschen herbstlich zu gestalten. Außerdem habe ich eine Schalanleitung mit einem Sternchenmuster entdeckt, die ich auch noch ausprobieren möchte. Dafür muss ich aber erst noch die richtige Wolle finde. Bändchengarn wird es bestimmt nicht…

Kamt ihr auch schon einmal bei einem kreativen Projekt – basteln, bauen, zeichnen etc. – einfach nicht weiter? Lasst ihr euch davon entmutigen oder stachelt so etwas euren Ehrgeiz erst recht an? Und habt ihr schon den Herbst in eurer Wohnung einziehen lassen?

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Media Monday #273

Letzte Woche habe ich mich noch über 30 Grad gefreut. Jetzt sind es eher 13. Es musste irgendwann so kommen, aber trotzdem ist die Umstellung von Sommer auf Herbst immer unerfreulich. Wenigstens der Media Monday bietet die nötige Kontinuität zum Wochenbeginn.

Media Monday #273

1. Homeland ist mir ja irgendwann zu anstrengend geworden, da ich nicht verstehen konnte, warum man die Serie nicht nach Staffel 3 beendet hat. Das Staffelfinale hätte als Serienfinale perfekt funktioniert.

2. Zuletzt gekauft habe ich letzte Woche zwei Paar schicke Schuhe, weil ich mich nicht entscheiden konnte. Dabei bin ich eigentlich kein großer Schuhliebhaber. Medial habe ich schon ewig nichts mehr gekauft, da ich auf Streaming umgestiegen bin oder mir DVDs ausleihe.

3. Selbstfindungstrips oder spirituelle Sinnsuche kann ich momentan gut verstehen. Manchmal bringt das Leben Situationen mit sich, in denen man alles in Frage stellen muss.

4. Die Serie Fringe hat einen Ehrenplatz in meinem Regal, schließlich ist das meine Lieblingsserie. Ich hatte letzte Woche schon Lust, mal wieder eine Folge zu schauen. Vielleicht mache ich das in den nächsten Tagen einfach mal.

5. Allein schon wegen all der Hinweise aus der Bloggerwelt musste ich die letzte Staffel Six Feet Under zeitnah schauen, um über das Ende mitreden zu können. Ich habe es nicht bereut und das emotionale Finale einer grandiosen Serie präsentiert bekommen. In Kürze gibt es dazu hier noch mehr.

6. American Horror Story lässt mich vollkommen kalt, denn Horror ist einfach überhaupt nicht mein Genre. Da kann die Serie noch so gehypt werden.

7. Zuletzt habe ich mich mit den Eigenheiten der Menschen in meiner Heimat beschäftigt und das war schon ein bisschen emotional, weil dabei ein bisschen Heimweh aufkam. Aber ein erneuter Umzug ist momentan einfach kein Thema.

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Der Schleswig-Holsteiner und seine Eigenarten. Eine Liebeserklärung.

„Was macht der Schleswig-Holsteiner im Sommer?

– An diesem einen Tag grillt er.“

Der Schleswig-Holsteiner* ist gekennzeichnet durch einen trockenen Humor, der sich Menschen aus anderen deutschen Regionen durch übermäßigen Gebrauch von Ironie und Sarkasmus sowie eine nüchterne Tonart zumeist nur schwer erschließt. Er ist staubtrocken, dieser Humor, denn nur so ist es dem Schleswig-Holsteiner möglich, die Wassermengen, die sich beinahe täglich über ihn und seine geliebte Heimat ergießen, zu überleben.

Kein Freund großer Worte, begegnet er seinen Mitmenschen mit einem knappen „Moin“ (niemals „Moin, Moin“), verabschiedet sich mit einem „Erstma'“ und antwortet auf Fragen zu seinem Wohlbefinden nur mit „Muss ja.“ Dennoch ist der Schleswig-Holsteiner kein unsoziales Wesen. Hat er ein Problem in seinem Umfeld identifiziert und kann er zu dessen Beseitigung beitragen, ist ihm keine Anstrengung zu groß. Überschwänglichem Dank für die Reparatur der Dachrinne oder ähnliche lebenserhaltende Maßnahmen (Stichwort: Wasser von oben) begegnet er nur mit einem knappen „Da nich‘ für“. Als Wiedergutmachung lässt er sich höchstens auf ein Bier (oder zwei) einladen, aber natürlich nur eines, das beim Öffnen ploppt.

Neben dem Wasser zur linken, zur rechten und von oben ist der Wind ständiger Begleiter des Schleswig-Holsteiners, auch wenn er es nicht merkt. Alles unter Windstärke 8 ist es nicht wert, kommentiert zu werden und beeinträchtigt die Einstufung des Wetters in „gut“ (= es regnet nicht) in keinster Weise. Scheint dazu noch die Sonne und die Temperatur erbarmt sich, in den zweistelligen Bereich – sagen wir mal auf etwa 14 Grad – vorzurücken, sieht sich der Schleswig-Holsteiner gezwungen, Holzkohle zu besorgen und – während er genüsslich ein Eis schleckt – den Grill anzuheizen. Ihm ist bewusst, dass dies womöglich die einzige Möglichkeit sein wird, bevor die kalte Jahreszeit wieder einsetzt. Diese dauert in Schleswig-Holstein bekanntermaßen von Anfang Oktober bis mindestens Ende Mai. Sie hält den Schleswig-Holsteiner zwar nicht vom Grillen ab – dies tut er z. B. auch besonders gern an Silvester, nachdem er vom Rummelpottlaufen zurückgekehrt ist -, aber macht es im schwieriger, dieses als Outdoorevent zu gestalten.

Der Sommer im schönsten Bundesland der Welt ist gekennzeichnet durch Unwetter, die sich passend zur Kieler Woche, dem kulturellen und keinesfalls sportlichen Höhepunkt im Leben des Schleswig-Holsteiners, in der letzten Juniwoche einstellen und mindestens zehn Tage andauern. Nasse Juli und einige spätsommerliche Sonnenstrahlen im August und September runden den Sommer ab. Diese beginnen vorzugsweise dann, wenn die Schule bereits wieder angefangen hat, der Jahresurlaub beendet ist und die Touristen fluchend über das Wetter das Land verlassen haben. Die meisten Urlauber kommen aus dem Ausland, denn alles südlich von Hamburg gehört für den Schleswig-Holsteiner zu Süddeutschland und damit eigentlich zu einer anderen Welt. Für den Schleswig-Holsteiner ist das die schönste Jahrezeit, kann er doch jetzt „ans Wasser“ fahren und baden, ohne dabei von ungläubigen Touristenscharen in dicken Pullovern angestarrt zu werden.

Doch auch die kalte Jahreszeit hat für den Schleswig-Holsteiner ihren Reiz: Mit Appetit verspeist er Rübenmus oder gezuckerten Grünkohl mit Kassler und Kochwurst und trinkt Grogg, Glühwein oder Kaffee mit so viel Schuss, dass er sich anzünden lässt. Im neuen Jahr – die kalte Jahreszeit geht schließlich bis mindestens Ende Mai – kommen frische Kartoffeln und Spargel auf den Tisch. Ausländischen Sättigungsbeilagen wie etwa Nudeln oder Klößen steht der Schleswig-Holsteiner grundsätzlich skeptisch gegenüber und lehnt diese ab.

Neben der Kieler Woche interessiert der Schleswig-Holsteiner sich vorwiegend für kulturelle Ereignisse in seiner näheren Umgebung wie Grillfeste, Schützenfeste, Kinderfeste und sonstige Feste, auf denen der Grill angeheizt und Wurst von Pappen gegessen wird. Im Hintergrund dudelt dabei gern Radio Schleswig-Holstein (R.SH), dessen Programm der nach 1986 geborene Schleswig-Holsteiner mit der Muttermilch verinnerlicht hat und den Satz „Bei Mittmann…“ schon als Kleinkind vollenden konnte. Sonntagsabends steht beim Schleswig-Holsteiner gelegentlich der Tatort auf dem Programm, aber auch nur der Kieler und auch nur, wenn sich dieser nicht mit Spielen der SG oder des THW überschneidet. Seine Leidenschaft für einen dieser Vereine – und niemals für beide! – und die Sportart Handball ist dem Schleswig-Holsteiner heilig. Für regionalen Fußball interessiert er sich v. a., wenn es den Störchen mal wieder nicht gelingt, in die 2. Bundesliga aufzusteigen; andere Sportarten sind dem Schleswig-Holsteiner weitestgehend unbekannt oder egal, v. a. solche, die auf dem Wasser ausgeübt und während der Kieler Woche durchgeführt werden.

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Dieser Beitrag kann nur eine Einführung in das vielschichtige Wesen des gemeinen Schleswig-Holsteiners bieten, soll aber v. a. dazu beitragen, kulturellen Differenzen durch Missverständnisse vorzubeugen. Zum weiteren Studium empfiehlt sich eine Reise in seine wunderschöne Heimat, wo sich die Gelegenheit ergibt, den Schleswig-Holsteiner in seinem natürlichen Lebensraum kennen und lieben zu lernen. Es lohnt sich.

*Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde hier das zugegebenermaßen politisch unkorrekte generische Maskulinum verwendet. Die Bezeichnung „Schleswig-Holsteiner“ schließt natürlich auch weibliche Bewohnerinnen des schönsten Bundeslandes der Welt mit ein.

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Media Monday #272

Heute nochmal verrückte 30 Grad in Braunschweig. Für morgen und übermorgen ebenfalls 30 Grad oder mehr angesagt. Verrückt, aber wunderbar. Ich hab diesen Winter ja eh nie gemocht. Darauf später ein Walnusseis und jetzt Wulfs Fragen zum neuen Media Monday.Media Monday #272

1. Die Serie True Detective (bzw. Staffel 1 davon) habe ich zuletzt regelrecht durchgesuchtet, denn sie war einfach richtig spannend. Punkt. Mehr dazu schrieb ich bereits gestern.

2. Das Ende der zweiten Staffel Twin Peaks war ein richtig übler Cliffhanger, schließlich gab es keine dritte Staffel. Zum Glück wird dieser Missstand aktuell behoben.

3. Das lange Warten auf die kalte Jahrezeit finde ich wirklich großartig dieses Jahr.

4. Lesen hat sich zu meinem Lieblingshobby gemausert, da ich endlich wieder Zeit und damit auch Muße habe, es mir mit einem Buch draußen im Park oder drinnen im Sessel gemütlich zu machen. Interessanterweise nehme ich dabei jetzt auch gerne mal ein Sachbuch zur Hand. Das hat mich früher eher wenig gereizt. Es wird immer offensichtlicher, dass ich mich gerade in einer Lebens-Umbruchphase befinde, die viele Bereiche betrifft. Mal sehen, wohin mich das noch führt. 

5. Vergangenes Wochenende habe ich das erste Mal wirklich festgestellt, wie gut mir doch inzwischen Six Feet Under gefällt. In Staffel 5 fühle ich mich endlich richtig angekommen. Leider ist das dann auch die letzte Staffel.

6. Für das restliche Jahr habe ich mir vorgenommen, an mich selbst zu glauben, einen tollen Job zu finden, viele schöne Serien zu schauen, meiner neu entdeckten kreativen Seite freien Lauf zu lassen und weniger Süßes zu essen. Letzteres halte ich für unealistisch, aber versuchen kann ich es ja mal…

7. Zuletzt habe ich eine Freundin wiedergetroffen, die ich in meinem Auslandssemester in Spanien im Jahr 2011 kennengelernt und dann aus den Augen verloren habe, weil wir in Deutschland an unterschiedlichen Unis studiert haben und das war ein unglaublicher Zufall, weil wir uns auf einmal in der Okercabana über den Weg gelaufen sind. Wir wussten beide von der jeweils anderen nicht, dass sie jetzt in Braunschweig wohnt. Nummern getauscht, Treffen geplant, Freundschaft wieder aufleben lassen.🙂

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Seri(e)ös: True Detective (Staffel 1)

Ich kenne mich nicht so richtig aus in Hollywood. Bis vor ein paar Jahren war es für die großen Stars ja geradezu verpönt, in einer TV-Serie mitzuspielen. Das hat sich inzwischen grundlegend geändert – Breaking Bad & Co. sei Dank – und so kommt es, dass mir nun bisweilen auch Hollywood-Kaliber wie Matthew McConaughey auf meinem Bildschirm begegnen. Neulich Abend habe ich bestimmt zehn Minuten darüber nachgedacht, ob ich den Mann schon einmal in irgendeinem Film gesehen habe. Die Wahrscheinlichkeit war eher gering, denn wie man weiß, schaue ich nur sehr, sehr selten mal einen Film. Kurzzeitig war ich fest davon überzeugt, dass er in Liebe braucht keine Ferien mitgespielt hat. Bis mir einfiel, dass das Jude Law war. So viel dazu.

So begegne ich Matthew McConaughey nun also das erste Mal in HBOs Anthologieserie True Detective. Nicht nur ob des hochkarätigen Hauptdarstellers hatte ich hohe Erwartungen an diese Serie. Alles, was mir bislang darüber zu Ohren kam, war durchweg positiv, ja begeistert. Zudem ist HBO ein Garant für gelungene Fernsehunterhaltung, zeichnet der Sender doch verwantwortlich für Perlen wie The Sopranos, The Wire oder Six Feet Under. Schrieb ich neulich noch, ich hätte diesen Sommer kein richtiges mediales Highlight, hat diese Staffel dazu durchaus das Potenzial. Ob sie den hohen Ansprüchen gerecht wurde?

(Achtung, der restliche Beitrag kann Spoiler zur Handlung enthalten!)

True Detective erzählt die Geschichte um einen mysteriösen Mord an einer jungen Frau im Jahr 1995, der mit einem Ritual oder Kult in Beziehung zu stehen scheint. Verantwortlich für die Ermittlungen sind die Detectives Cohle (M. McConaughey) und Hart (Woody Harrelson), die noch nicht lange Partner sind und den Fall schließlich heldenhaft aufklären. Geschickt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen erzählt: Cohle und Hart werden im Jahr 2012 – sie sind inzwischen beide keine Detectives mehr – getrennt voneinander von ihren Nachfolgern zu den Geschehnissen im Jahr 1995 befragt. Der Zuschauer bekommt diese Geschehnisse und die Klärung des Mordes in Rückblenden präsentiert. Erst nach einigen Folgen wird klar, warum man Cohle und Hart befragt. Es hat einen weiteren Mord gegeben…

Die zwei Zeitachsen holen sich am Ende der Staffel ein und die Geschichte läuft in der Gegenwart weiter. Das tut der Spannung keinerlei Abbruch, denn wie auch in den ersten Folgen wird sie durch die Erzählweise geschickt aufrecht erhalten. Mal weiß man als Zuschauer weniger als Cohle und Hart, mal mehr als einer von ihnen, mal mehr als beide. Fast könnte man von einem unzuverlässigen Erzähler sprechen, wenn etwa bestimmte Ermittlungsergebnisse so präsentiert werden, dass auf einmal der Eindruck entsteht, auch einer der beiden Detectives hätte 1995 der Mörder sein können. Solche Wendungen lassen es mir kalt den Rücken herunterlaufen und mich mit offenem Mund vor dem TV zurück.

Apropos kalt den Rücken herunterlaufen: Die düstere Geschichte wird verpackt in stimmungsvolle, teilweise fast mystische Südstaatenbilder. Das ländliche Louisiana als Kulisse für diese Geschehnisse war die perfekte Wahl. Weite Felder, heuntergekommene Industrie, Einsamkeit, rosafarbene Himmel, es ist alles da, bereits im Vorspann. HBO eben. Auch die beiden Detectives fügen sich hier perfekt ein, sind sie doch ebenso Projektionsfläche für den Ermittlungsstand wie die Landschaft. Je länger die Ermittlungen andauern, desto größer werden Cohles Augenringe und Paranoia und desto schlechter läuft es in Harts Ehe.

Neben der spannend erzählten Geschichte und den sehenswerten Bildern sind es vor allem die beiden Hauptfiguren und ihre Beziehung zueinander, die diese acht Folgen so sehenswert machen. Cohle und Hart, zwei völlig unterschiedliche Typen, auf ewig verbunden durch ihre gemeinsamen intensiven und gefährlichen Ermittlungen im Mordfall 1995. Hatte ich McConaughey vorher noch nie in einem Film gesehen, habe ich nun wirklich Lust darauf, ihn mir in anderen Produktionen anzuschauen, denn in True Detective überzeugt er auf ganzer Linie. Den ambitionierter Detective nimmt man ihm genauso ab wie den halb verwahrlosten Herumtreiber, der sein Leben nicht im Griff hat und den die Geschehnisse in der Vergangenheit nie losgelassen haben.

So habe ich es dann doch noch gefunden, mein mediales Sommerhighlight. Wer auf der Suche ist nach spannender und anspruchsvoller Unterhaltung mit Überraschungseffekt, dem sei die erste Staffel True Detective unumwunden empfohlen.

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Media Monday #271

Gegen mehrere Braunschweiger Schulen gab es heute morgen Anschlagsdrohungen, u. a. auch gegen meine ehemalige Schule. Alle Gebäude wurden geräumt, die Polizei war sicherheitshalber vor Ort und es ist nichts passiert; inzwischen ist auch die offizielle Entwarnung raus. Trotzdem bin ich bedrückt deswegen. Tausende Schüler und Eltern sowie hunderte Lehrer und weitere Schulangestellte am Montagmorgen so in Angst und Schrecken zu versetzen – das geht weit über das hinaus, wofür ich Verständnis aufbringen kann. Die Schule ist ein geschützter Ort, ein Ort des Lernens und des sozialen Miteinanders; ein Ort, an dem Schüler sich vielleicht nicht immer hundertprozentig wohlfühlen (der Pubertät geschuldet), aber an dem sie sich zumindest (körperlich) sicher fühlen können. Mit diesem Sicherheitsgefühl zu spielen und es hinterhältig anzugreifen, ist – gelinde gesagt – einfach nur widerlich. Ich werde weiter die Nachrichten verfolgen und hoffe, dass der oder die Verursacher möglichst rasch gefunden werden. Zur Ablenkung widme ich mich erstmal Wulfs Fragen, der mir meine ernsthafteren Töne heute bestimmt nachsieht.

Media Monday #271

1. Für den September habe ich serientechnisch viel vor und wünsche mir in Sachen Jobsuche Fortschritte.

2. Eureka reizt mich thematisch ja schon, jedoch bin ich irgendwie noch nicht über Staffel 1 hinausgekommen.

3. DVD, Blu-ray oder Stream? Stream (Netflix) ergänzt durch DVDs und TV-Programm sowie Mediatheken.

4. Die erste Staffel True Detective ist so das mitunter gGruseligste, was ich in letzter Zeit gesehen habe, schließlich trägt die düstere Atmosphäre des ländlichen Louisianas dazu bei, dass der ohnehin schwer zu verdauende Kriminalfall noch unheimlicher wirkt. Meine Rezension dazu folgt wahrscheinlich noch diese Woche.

5. Bei Serien wie Akte X, One Tree Hill, Smallville oder Supernatural schreckt mich vor allem ab, dass sie so wahnsinnig viele Staffeln haben. Eine Entscheidung für eine der Serien ist vermutlich eine für Monate…

6. Keine der gängigen Comedyserien entspricht exakt meinem Humor, denn oft sind mir die Witze einfach zu albern, zu vorhersehbar oder beides. Neulich habe ich allerdings nach langer Zeit mal wieder eine Folge aus einer der ersten Staffeln HIMYM gesehen und war positiv überrascht davon, wie unterhaltsam sie war. Von allen Comedys ist das wahrscheinlich noch diejenigen mit der besten Geschichte. TBBT ist auch lustig, wird aber leider von ProSieben totgenudelt. Und alles verliert nach der hundertsten Wiederholung seinen Reiz.

7. Zuletzt habe ich gestern Abend mit dem Herrn Koch zwei Folgen der dritten Staffel Heroes geschaut und das war erneut verwirrend, weil vermehrt Zeitreisen und -sprünge auftraten und ich dabei gedanklich irgendwann immer aussteige.

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