Veröffentlicht in Alltag, Uni

Endzeitstimmung

Das Jahr 2012 nähert sich dem Ende, Weihnachten steht vor der Tür. Eventuell geht vorher allerdings auch noch die Welt unter, aber nichts Genaues weiß man nicht.

So oder so – auch an der Uni machen sich die bevorstehenden Ferien bemerkbar. In der Mensa gibt es bereits seit Wochen Glühwein und Weihnachtsschokolade und auch hat man sich nicht lumpen lassen und einen Weihnachtsbaum in der UB aufgestellt. Nun ist zwar kein Geld mehr da, um die Heizungs- und Stromkosten zu bezahlen, so dass die Bibliothek zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen bleiben muss, aber wen interessiert das schon? Viele augenscheinlich nicht, denn an der Uni ist es merklich leerer geworden diese Woche. Ganz deutlich war dies heute Morgen im Bus zu spüren. Muss ich mich sonst (an der Uni angekommen) durch Menschenmassen aus dem Bus kämpfen, konnte ich heute aus einem nur mäßig gefüllten Bus problemlos aussteigen. Das war schon nett. Wirklich gespannt bin ich allerdings, wie viele meiner Kommilitonen morgen in meinem acht-Teilnehmer-Sprachwissenschaftsseminar aufschlagen. Ich tippe auf vier (mich eingeschlossen).

Manchmal beneide ich Mitstudenten, die eiskalt eine Woche früher in die Ferien starten. Tasche packen und weg von der Förde, ab in die Heimat. Mein Pflichtgefühl (und die Aussicht, Fehlstunden „aufgespart“ zu haben, die man dann im Januar, wenn die Lernphase anbricht, noch nutzen kann) treibt mich jedoch auch in diesem Jahr wieder zu allen Veranstaltungen vor dem Fest. Ja richtig, auch am Freitag um 14 Uhr beehre ich meinen einzigen Spanischkurs dieses Semester noch mit meiner Anwesenheit. Erst am Samstag verlasse ich die Stadt und mache mich auf in meine ländlich-dörfliche Heimat. Immer vorausgesetzt natürlich, dass die Welt dann noch existiert.

Aber ich bin ja nicht alleine, ich habe treue Mitstreiter, die genauso wie auch ich in der letzten Woche vor Weihnachten noch fleißig die Uni aufsuchen und panisch tausend Bücher ausleihen aus Angst, in den Ferien nicht genug Material zum Arbeiten zu Hause zu haben. Oder sollte ich besser sagen: in den „Ferien“. Haha, Ferien. Der war gut. Meine „Muss-bis-zum-Ende-der-Weihnachtsferien-erledingt-sein-to-do-Liste“ umfasst zwar nur zwei Punkte, diese sind dafür aber umso arbeitsintensiver und es ist fraglich, ob es realistisch ist, diese zu bewältigen. Von der „Muss-bis-zum-Ende-des-Semesters-erledigt-sein-to-do-Liste“ fange ich gar nicht erst an. Verdrängung ist ja auch was Feines. Und wer weiß, wenn die Welt untergeht – vielleicht muss ich dann die Klausuren nicht mitschreiben? Oder die Hausarbeiten nicht abgeben? Oder darf ein drittes Mal im Kurs fehlen?  Sicher bin ich allerdings nicht, ob das als Ausrede ausreicht. Weltuntergang, pft, da könnte ja jeder kommen!

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Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

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