Veröffentlicht in Alltag, Prüfungen, Uni

Psychologie und Lebenskrisen

Klausur Nr. 1 und Nr. 2 sind geschrieben. Noch keine Ergebnisse verfügbar. Dafür aber eine ausgewachsene Lebenskrise. Hallelujah.

Wie kommt’s? Ich glaube, Klausur Nr. 2 ist schuld. Psychologie. Ja genau, dass ist die Klausur mit den 1000 Power-Point-Folien, über die ich schon früher schrieb. Was soll ich sagen, letzten Montag war es soweit. Und – ungelogen und ohne zu überteiben – es war die fieseste Klausur meines nun doch schon recht langen Studentenlebens. Ich könnte das jetzt hier auf den nächsten 32476 Zeilen ausführen, aber da ich mich darüber bereits im realen Leben extrem aufgeregt habe letzte Woche (was mir nicht gut tut, wie ich weiter unten noch ausführen werde), möchte ich zumindest das virtuelle Leben damit verschonen. Nur so viel: Wenn Multiple-Choice-Fragen so gestellt sind, dass nicht eindeutig daraus hervorgeht, was richtig und was falsch ist, wird mit der Klausur kein Wissen abgefragt, sondern den Studierenden per Losverfahren eine Note zugeteilt. Da hätte ich nicht seit Weihnachten lernen müssen. Werft doch einfach alle Namen in einen großen Topf, alle möglichen Noten in einen zweiten und kombiniert diese per Losverfahren, liebe Psychologen! Das Ergebnis ist das gleiche.

Am Dienstag nach der Klausur hielt ich mich nichtsdestotrotz noch tapfer. Klar, der Frust saß schon tief, aber das Leben geht weiter. Also die Pädagogikunterlagen hervorgekramt und los ging’s mit dem Lernen für Klausur Nr. 3. So weit, so gut. Der große Absturz kam am Mittwoch.

Was mache ich eigentlich hier? Was soll das Ganze? Warum muss ich mich diesem System ausliefern, in dem ein für meine Zukunft so unfassbar unwichtiges Modul wie Psychologie einen solchen Einfluss auf meine Abschlussnote und damit auf meine Zukunft hat? Ich bin Geisteswissenschaftlerin, was interessiert mich euer dämlicher Korrelationskoeffizient? Hallo, geht’s noch? – Da war sie dann, die Lebenskrise. Still und leise hat sie sich angeschlichen, nur um dann mit voller Wucht zuzuschlagen. Hinterhältiges Biest.

Gott sei Dank gibt es Menschen, die einem in so einer Lage genau das Richtige sagen. „Du bist doch gut, in dem was du machst. Scheiß doch auf Psychologie und den ganzen Mist. Denk an das, was dir gefällt. Was du später machen willst. Und wenn dir dein Leben nicht passt – ja dann ändere es halt!“

Ab und an brauche ich einen Motivator in meinem Leben. Einen, der einen anderen Blick darauf hat. Man selber ist ja manchmal betriebsblind, wenn es um die eigene Existenz geht. Kurz und gut: Ich habe seinen Ratschlag befolgt, bin aktiv geworden, habe eine Lösung gefunden und werde diese in den nächsten Wochen umsetzen. Denke ich. Es gilt noch einige Unsicherheiten abzuklopfen, aber das kriege ich hin. Ich habe ein neues Ziel gefunden. Ha, Psychologie – was sagst du jetzt! Das hättest du nicht erwartet, dass ich mich so schnell erhole! Und das sogar, ohne vorher per Pfadanalyse die unabhängigen Variablen bestimmt und berechnet zu haben!

Im wahren Leben braucht nämlich kein Mensch sowas.

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Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

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