Veröffentlicht in Alltag, Früher, Prüfungen, Uni

Klappe, die zehnte.

Zehn ist eine schöne Zahl, finde ich. So gerade. So schön an beiden Händen abzählbar. Überschaubar, aber eben doch nicht zu übersehen. Wenn man etwas zehn Mal gemacht hat, dann weiß man, was man tut. Wie der Hase läuft. Was Sache ist. Wohin die Reise geht.

Das gerade begonnene Sommersemester ist mein zehntes Semester. Ich sollte also wissen, was ich tue. Wie der Hase läuft. Was Sache ist. Wohin die Reise geht. Weiß ich auch. Dennoch ist ein neues Semester ja immer spannend. Irgendeinen Dozenten / irgendeine Dozentin kennt man dann eben doch noch nicht. Irgendein Kurs entpuppt sich fast immer als ganz fürchterlich und irgendeiner als Highlight des Semesters. In irgendeinem Kurs lernt man eine nette Kommilitonin / einen netten Kommilitonen neu kennen und in einem anderen begegnet man jemandem, den man ganz furchtbar findet und den man nach Möglichkeit nie wiedersehen möchte. Meist sitzt diese Person dann in allen Lehrveranstaltungen des Folgesemesters. Irgendein Referat läuft viel besser als erwartet, ein anderes dagegen eher mittelprächtig. Irgendeine Lehrperson findet Prüfungsleistungen völlig überbewertet und schreibt nur eine „Alibi-Klausur“, eine andere nimmt es ganz genau und fragt ab, was in der Tabelle auf Folie 437 im vorletzten Kästchen links unten steht. Irgendein Dozent / irgendeine Dozentin liest und beantwortet grundsätzlich keine E-Mails und ist auch persönlich nicht zu erreichen, ein(e) andere(r) schreibt sofort nett zurück und erweist sich in Sprechstunden als wahre Plaudertasche. Irgendeine Lehrveranstaltung fällt aufgrund von Feiertagen, Vollversammlung und / oder Erkrankung der Lehrperson überproportional oft aus, der Großteil findet jedoch wie geplant statt. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Dozent / die Dozentin in irgendeinem Kurs mindestens einmal ausrastet und herumschreit, ist gegeben, jedoch gering (Häufigkeit in den vergangenen Semestern: 2 Mal). Größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass irgendein Kommilitone / irgendeine Kommilitonin im Laufe des Semesters in irgendeinem Kurs (oder wahlweise auch in mehreren) eine weinerliche „wir-haben-aber-schon-so-viel-zu-tun-und-jetzt-sollen-wir-das-auch-noch-lesen“-Rede vom Stapel lässt (bisher jedes Semester vorgekommen). In der Mensa gibt es an geschätzt sieben Tagen des Semesters nur Gerichte, die ich nicht mag, so dass der Hunger mit etwas anderem gestillt werden muss, vorwiegend mit Kaffee. In die Fachbibliotheken begibt man sich durchschnittlich 2-3 Mal pro Woche (wo an diesen 2-3 Tagen jeweils mindestens ein Kopierer defekt ist), in die UB etwas weniger (aufgrund der meist bescheidenen Auswahl). Deutlich seltener wird der Copyshop neben der Uni frequentiert, meist nur maximal ein Mal zu Beginn des Semesters zwecks Erwerb eines Readers. Dem Gegenüber steht die regelmäßige Lektüre von Aushängen in Mensa und Co, wo durchschnittlich mindestens drei bis dreißig Leute auf betont lustige Weise möglichst coole Mitbewohner für ihre „auf-keinen-Fall-nur-eine-reine-Zweck-WG“ suchen oder ebenso viele ihre Lateinbücher vertickern, gerne mit dem Zusatz „unbenutzt“. …

Ich könnte noch stundenlang so weitermachen, aber die Botschaft sollte angekommen sein. Zehn Semester haben ihre Spuren hinterlassen. Also auf! Auf in ein neues und unbekanntes Semester in altbekannter Umgebung!

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Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

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