Veröffentlicht in Alltag, Prüfungen, Uni, Zitate

Mein Schreibtisch, die spanische Lyrik und ich

Das Erstellen des ersten echten Artikels für „Hingeschaut!“ benötigt noch ein wenig Vorarbeit. Man will ja keinen Stuss veröffentlichen. Leider bin ich momentan weder geistig noch physisch dazu in der Lage, diese zu leisten, obwohl ich Twin Peaks inzwischen zu Ende geschaut habe und restlos begeistert bin vom Analysepotential dieser Serie. Es ist nämlich – oh Schreck! – schon fast wieder Prüfungsphase. Nächste Woche warten drei Prüfungen auf mich (vor zweien graut es mir jetzt schon so richtig) und in der Woche darauf nochmal eine (vor der ich genauso Bammel habe). Alle in Spanisch übrigens, meinem ja eh schon weniger geliebten Fach. Wundervolle Aussichten.

Um meine Angst zu minimieren, lerne ich also. Den Großteil des Tages, wenn es geht. Heute zum Beispiel habe ich mich ca. vier Stunden mit spanischer Lyrik und weitere zwei Stunden mit der Wiederholung wichtiger Themen der spanischen Grammatik befasst. Da fasst man sich schon manchmal selber an den Kopf, wenn man Samstagmorgens um 9 Uhr am Schreibtisch sitzt, um sich Inhalt und Form verschiedener spanischer Gedichte zu Gemüte zu führen. Das darf man normalen Menschen auch nicht erzählen. Sei es wie es sei – irgendwie bin ich, wenn es um Literaturwissenschaft geht, wohl nur begrenzt aufnahmefähig. So gegen 17 Uhr war heute Schluss. Wenn man nur noch das Blatt anstarrt und liest, ohne in geringster Weise zu realisieren, was man liest, weiß man, dass es Zeit ist. Zeit, den Kram beiseite zu legen und sich anderen Dingen zu widmen. Die Kunst dabei ist, einfach zufrieden zu sein mit dem, was man geschafft hat und sich nicht den ganzen restlichen Tag mit einem schlechten Gewissen herumzuplagen. „Aber ich wollte doch heute noch x und y schaffen!“ Ja, bin ich denn ein Roboter, oder was? Ich tue mein Möglichstes, mehr geht nicht.

An mangelnder Vorbereitung wird es in den Prüfungen also nicht scheitern, aber es gibt ja zig andere Gründe, warum eine Prüfung schlecht laufen kann. Das fängt an bei zu wenig Schlaf in der Nacht vorher (völlig normal, wer kann schon schlafen vor wichtigen Prüfungen?), geht dann über Blackout wegen Nervosität und Panikattacken während der Prüfung bis hin zu in der Prüfung abgefragtem Stoff, der gar nicht im Seminar behandelt wurde. Alles schon (mit)erlebt. Muss ich alles nicht haben, ist aber des (Bachelor- und Master-)Studenten halbjährlich Brot. Seufz.

So geht es morgen also weiter, mein Schreibtisch und ich haben ein Date. 9 Uhr. Die spanische Lyrik kommt auch, ich freu mich schon.

Cuando creo que te has ido

negra sombra que me asombras,

de nuevo al pie de mi almohada

tornas haciéndome mofa.

/

Cuando imagino tu huida

en el mismo sol te asomas

y eres la estrella que brilla,

y eres el viento que sopla.

/

Si cantan, eres tú quien canta;

si lloran, tú eres quien llora;

eres murmullo de río,

eres la noche y la aurora.

/

En todo estás, tú eres todo,

por mí y en mí misma moras;

no has de abandonarme nunca,

sombra que siempre me asmobras.

(Rosalía de Castro: Toque de alba)

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Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

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