Veröffentlicht in Alltag, Fernsehserien, Uni

Auf ein Letztes!

Hmm. Ja, ich wollte über viele Dinge schreiben. Nein, getan habe ich das nicht. Irgendwie hat mir das Leben den ganzen Oktober über einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und jetzt hat zu allem Überfluss auch noch die Uni wieder angefangen. Von der dicken Erkältung gerade ganz zu schweigen.

Ich komme zu nichts. Ich. Komme. Zu. Nichts. Es ist ein Trauerspiel.

Rückblick: Nachdem das Gelerne für die Klausur beendet und selbige geschrieben war, begann direkt die Univorbereitung, die darin bestand, ein Werk zu lesen (Jean Paul: Dr. Katzenbergers Badereise. Nein, empfehlen kann ich das nicht) und mir den Inhalt eines anderen, vor langer Zeit gelesenen, wieder in Erinnerung zu rufen (Miguel de Cervantes: Don Quijote de la Mancha. Ja, Lektüre dringend empfohlen.). Allein das nahm schon wesentlich mehr Zeit in Anspruch, als ich erwartet hatte. Nebenbei schreibe ich seit zwei Wochen auch noch an Bewerbungen. Ein bisschen früh, wird der geneigte Leser denken, war der Uniabschluss nicht erst für nächsten (Früh-)Sommer angedacht? Ja, richtig. Da ich aber beschlossen habe, der Sache mit dem erneuten Auslandsaufenthalt nochmal eine Chance zu geben, feile ich gerade fleißig an Bewerbungen für den DAAD und den PAD. Irgendwo muss das Geld ja herkommen. Deren Bewerbungsfristen sind dann doch reichlich rechtzeitig. Keine Ahnung, ob ich da eine Chance habe, aber versuchen kann man’s ja mal. All das füllte und füllt meine Tage dann doch gut aus. Und nun hat zu allem Überfluss auch noch das Semester wieder angefangen.

Mein letztes Wintersemester. Das Letzte, das wirklich und auf jeden Fall nun aber wirklich allerletzte. Noch eins gibt es nicht, was mich inzwischen ziemlich froh stimmt. Letztes Jahr habe ich noch nicht so gedacht, aber inzwischen finde ich, dass es so langsam reicht. Ich habe keine Lust mehr auf Referate und ausschweifende Seminardiskussionen, auf Pflichtlehrveranstaltungen, deren Inhalt mich nur am Rande interessiert und mit dem wirklichen Leben nichts zu tun hat, auf Klausuren, Hausarbeiten und das elendige Warten vor Professorenbüros und auf Noten. Es reicht. Ich bin 25, ich habe genug studiert. Nein, ich weiß immer noch nicht alles, aber ich weiß, wo ich es nachlesen kann. Und wie ich mit den gefundenen Informationen umgehen soll. Was will man mehr?

Sei es wie es sein: Ein letztes Mal gebe ich mich dem regelmäßigen Besuch von Lehrveranstaltungen noch hin, denn ich bin ja eine fleißige und pflichtbewusste Studentin. Montags lerne ich Katalanisch. Dienstagsmorgens lerne ich leider gar nichts, weil ich in einer Übung für spanische Linguistik sitzen muss, die gleichzeitig ein Proseminar für Bachelor-Zweitsemester ist. Alles, was dort Thema ist, habe ich schon in mindestens vier anderen Lehrveranstaltungen durchgekaut. Und sowas morgens um acht Uhr. Gähn. Dienstagsmittags lerne ich viel über die Geschichte des Romans, das ist schön. Mittwochs beschäftige ich mich linguistisch mit Kuba, kann man ja mal machen. Donnerstag ist dann Literatur pur angesagt: Erst selbstreflexives Erzählen bei Jean Paul, dann der Don Quijote und danach deutsche Literatur nach 1945. Danach hat man sich den freien Freitag und das Wochenende aber auch sowas von verdient. Wie schon der Dozent des Don Quijote-Seminars diese Woche sagte: „Wir haben ja alle noch ein Leben neben der Literatur.“ Ähm, ja. Als von Literaturwissenschaft grundsätzlich wenig begeisterte Linguistik-Liebhaberin will ich das auch schwer hoffen. Ich lese gerne, aber tiefgreifend analysieren muss ich Kleist & Co. dann doch nicht. Das mache ich nur mit Fernsehserien.

Apropos: Ich habe The Sopranos nun zu Ende geschaut. Das Ende hat mich überrascht, muss man so sagen. Da diese Serie aber einfach so wunderbar ist, werde ich ihr einen eigenen Artikel widmen, irgendwann in naher Zukunft, um sie gebührend zu würdigen. Alles andere käme mir falsch vor, sie ist einfach ein Meisterwerk. Umso trauriger ist es, dass der wirklich grandios spielende James Gandolfini nicht mehr unter uns weilt.

Nach Monaten, die ich mit der Sichtung dieser Serie verbracht habe, fühle ich mich nun schon ein bisschen verlassen. Die anderen Serien, welche ich gerade im TV verfolge, können darüber nicht hinwegtäuschen. Ja, die zweite Staffel Homeland macht mir genauso viel Spaß wie die erste. Auch die neuen Folgen von The Big Bang Theory enttäuschen nicht. The Following hingegen dümpelt so vor sich hin. Kevin Bacon ist wie in all seinen Rollen grandios, aber ich habe so den Verdacht, dass ich die Serie eigentlich nur noch wegen ihm verfolge. Die Story ist zunehmend…nun ja, sagen wir mal, hanebüchen. RTL, der Trash-TV-Sender vom Dienst, hat die Ausstrahlung inzwischen ja auch in die Nacht verschoben. Wozu der Sender aus Köln überhaupt noch neue US-Serien einkauft, ist mir ein Rätsel – sie landen eh auf Sendeplätzen, die der arbeitende (oder studierende) Bürger nicht wahrnehmen kann, weil er – offensichtlich anders als der durchschnittliche RTL-Gucker – am nächsten Tag früh aufstehen muss.

(Sorry, das musste mal raus.)

Arrow hingegen finde ich nach wie vor nette Unterhaltung. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Gespannt warte ich auf die noch ausstehenden Gastauftritte von Seth Gabel, meinem heimlichen Liebling aus Fringe. Trotzdem: Vom Niveau her (Komplexität der Handlung, Vielschichtigkeit der Figuren, Anzahl der Figuren, überraschende Wendungen etc.)  kommt keine dieser Serien an The Sopranos heran. Auch Homeland nicht. Ich fürchte, der Konsum dieser Serie hat meine Ansprüche an TV-Serien erneut und dauerhaft in die Höhe geschraubt. Verdammt.

Nächste Woche startet auf Sat.1 House of Cards, mal sehen, ob Kevin Spacey mit James Gandolfini mithalten kann (okay, der Vergleich ist unfair, gebe ich zu). Ich bin gespannt. Außerdem liegt hier neben mir bereits die erste Staffel The Wire, auch davon verspreche ich mir anspruchsvolle Unterhaltung. Vielleicht lassen sich die Mafia-Entzugserscheinungen ja damit in den Griff bekommen. Jesus fucking Christ.

Advertisements

Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

6 Kommentare zu „Auf ein Letztes!

    1. Geht das in die Mystery-Richtung? Ich hab sie mir noch nicht angeschaut, vom Titel hätte ich etwas in Richtung „Horror“ erwartet (gar nicht mein Gerne!). Sollte ich mir das anschauen, ist das was für Mysteryliebhaber? Oder hast du’s auch noch nicht gesehen?

      Gefällt mir

  1. Die Serie hat selten mal einen Hauch von Horror, aber eigentlich handelt es sich mehr um Mystery. Es geht um die drohende Apokalypse, die vier Reiter, einen Mann, der eigentlich schon seit zweihundert Jahren tot sein sollte, mysteriöse Todesfälle und vieles mehr … Ich mag die Serie. Vor allem, da durch die Tatsache, dass Ichabod Crane aus dem 18. Jahrhundert stammt, sich aber im 21. Jahrhundert wiederfindet, auch humorvolle Elemente hineinkommen.

    Gefällt mir

    1. Oje, das klingt so, als würde es mir auch gefallen. Ich wollte meine Guck-Liste eigentlich erstmal nicht erweitern (sie nimmt langsam beängstigende Ausmaße an), aber so, wie du es beschreibst, könnte ich bei Sleepy Hollow vermutlich doch schwach werden…
      Wenn sich die Gelegenheit ergibt, werde ich mal reinschauen; sie kommt erstmal auf die Liste.:-)

      Gefällt mir

Was denkst du darüber?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s