Veröffentlicht in Fernsehserien

Kurzreviews: Fringe (Staffel 5), House of Cards (Staffel 1)

Weiter geht es mit den Kurzreviews. Heute: Fringe (Staffel 5) sowie House of Cards (Staffel 1). Dieser Artikel ist absolut nicht spoilerfrei!

Fringe (Staffel 5, 13 Folgen):

Zwar habe ich die finale Staffel meiner absoluten Lieblingsserie schon vor gut einem Jahr geschaut. Jedoch ist sie erst Ende letzten Jahres endlich auf DVD erschienen, so dass ich meine Sammlung vervollständigen und sie mir im Januar noch einmal in aller Ruhe anschauen konnte, was mir eigentlich erst jetzt ein richtiges Urteil darüber erlaubt.

  • Zur Story: Die fünfte Staffel knüpft nicht an den Cliffhanger von Staffel 4 an, sondern stattdessen an die Geschehnisse aus Folge 19 der vierten Staffel („Letters of Transit“). Diese Folge spielt – ebenso wie die ganze fünfte Staffel – im Jahr 2036. Die Beobachter haben die Kontrolle über unser Universum übernommen und versetzen die Menschen in Angst und Schrecken. Walter, Peter, Astrid und Etta (Peters und Olivias inzwischen erwachsene Tochter) sind zunächst auf der Suche nach Olivia. Sie finden sie in Bernstein gefangen und befreien sie. Direkt im Anschluss macht sich das Fringe-Team daran, Walters Plan zur Vernichtung der Beobachter auszuführen. Dummerweise hat Walter diesen nach einer Begegnung mit dem fiesen Captain Windmark aber vergessen. Zum Glück hat er im Jahr 2015 Videos aufgenommen, auf denen er alle zu unternehmenden Schritte erläutert, und diese in seinem alten Labor in Bernstein versiegelt. Nun beginnt eine Schnitzeljagd, bei der es gilt, alle für den Plan nötigen Menschen und Gerätschaften zu finden. Dass Etta und Nina Sharp dabei sterben, treibt Peter und Co. nur noch mehr an. Zum Schluss geht ihr Plan auf, allerdings mit der Konsequenz, dass Peter und Walter sich niemals wiedersehen werden.
  • Fazit: Die fünfte Staffel beschert der Serie Fringe ein würdiges Ende. Auch wenn vieles in Staffel 5 nicht so ist, wie in vorigen Staffeln (so sind die Figuren von Lance Reddick (Phillip Broyles) und Blair Brown (Nina Sharp) nur noch recurring caracters und Seth Gabel alias Lincoln Lee darf gar nur im Serienfinale kurz vorbeischauen; zudem dreht sich alles um den Plan zur Vernichtung der Beobachter und nicht um das Lösen von Fällen; auch mein heißgeliebtes Paralleluniversum wird dem Zuschauer nur kurz präsentiert), ist die Erzählweise nach wie vor schlau und kreativ. Die Staffel nicht mit der Auflösung des Cliffhangers zu beginnen, sondern dem Zuschauer häppchenweise zu präsentieren, auf was sich der kurze Dialog von September und Walter am Ende der letzten Folge von Staffel 4 bezieht, erzeugt Spannung. Zudem werden etliche Geheimnisse, die in den vorigen Staffeln stets präsent waren, aufgelöst – etwa das Rätsel um die Beobachter. Dabei wird, wann immer möglich, Bezug genommen auf Ereignisse aus früheren Staffeln, was dem treuen Zuschauer wirklich eine Genugtuung ist. Wie auch alle anderen Staffel so verfügt auch Staffel 5 über eine Folge, die irgendwie aus dem Rahmen fällt. War es in Staffel 1 bis 4 stets Folge 19, ist es hier Folge 9 („Black Blotter“), die durch Originalität glänzt. Natürlich sind auch die Beziehungen der Hauptfiguren zentral für die Staffel. So sehen wir Peter und Olivia vereint in der Trauer um ihre Tochter und dem Wunsch, die Beobachter zu vernichten, wobei Peter jedoch wesentlich weiter dafür zu gehen bereit ist. Walter und Astrid sind das Labor-Dream-Team wie eh und je, was für Kontinuität sorgt. Im Staffelfinale sehen wir zudem Bolivia wieder, die mit Lincoln Lee (aus unserem Universum) glücklich verheiratet ist und mit ihm einen Sohn hat. Die emotionalste Beziehung für mich war und bleibt aber immer die von Peter und Walter und auch für diese wird ein zufriedenstellendes Ende gefunden. Die letzte Staffel Fringe löst somit einige (aber nicht alle) Fragen aus vorigen Staffeln und lässt den Zuschauer über das Schicksal der Hauptfiguren nicht im Unwissenden, sondern gibt ihm die Möglichkeit, Abschied zu nehmen und an ein glückliches Ende für sie zu glauben. Was will man mehr?

House of Cards (Staffel 1, 13 Folgen)

Die erste von Netflix produzierte Serie hat nicht nur wegen ihrer Verbreitungsweise (in den USA wurde die Serie nur online ausgestrahlt und alle Folgen der Serie wurden am selben Tag veröffentlicht) die Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

  • Zur Story: Frank Underwood, Kongressabgeordneter und dort zuständig für die Mehrheitsbeschaffung, erhofft sich nach dem Wahlsieg seiner Partei den lange versprochenen Posten des Außenministers. Entgegen aller Erwartungen macht ihn der neugewählte Präsident Walker allerdings nicht dazu, sondern besteht darauf, dass Underwood weiterhin für ihn und seine Pläne Mehrheiten im Kongress beschafft. Underwood akzeptiert dies nach außen hin, beginnt aber praktisch sofort damit, den Präsidenten, seine Parteikollegen und die Projekte seiner Partei zu sabotieren. Zur Seite steht ihm dabei seine Frau Claire. Von besonderer Wichtigkeit ist auch Zoe Barnes, eine junge, ambitionierte Journalistin, die er mit Informationen direkt aus dem Weißen Haus füttert und mit der er auch eine Affäre beginnt. Mit ihrer Hilfe, gnadenlosem Egoismus und absoluter Rücksichtslosigkeit bahnt Underwood sich daraufhin einen Weg durch den Politdschungel Washingtons und schreckt dabei auch vor Mord nicht zurück. Belohnt wird er schließlich mit dem Posten des Vizepräsidenten, seine private und berufliche Beziehung zu Zoe muss er dafür allerdings opfern, was ihn in Zukunft noch teuer zu stehen kommen könnte.
  • Fazit: Es gibt zwei Dinge, die mir an House of Cards besonders gut gefallen: Kevin Spacey als Frank Underwood sowie die Tatsache, dass dieser in seiner Rolle die vierte Wand durchbricht und den Zuschauer direkt anspricht. Wo sieht man das sonst? Der Zuschauer ist dadurch nicht nur Zuschauer: Er ist mittendrin, er ist Zeuge, ja eigentlich sogar ein Verbündeter Underwoods und in gewisser Weise sein Komplize. Mehr Identifikation geht nicht. Dass uns House of Cards das politische Geschäft als schmutzig, korrupt und voller arroganter Selbstdarsteller präsentiert, ist klar. Underwood ist auch so einer. Aber nicht irgendeiner: Er ist der Meister. Er manipuliert andere, wie es ihm passt und dass auf eine so geschickte Weise, dass andere es gar nicht merken und in ihm den Saubermann sehen. Hier eine Lüge, dort eine arrangierte Peinlichkeit des politischen Konkurrenten und schon ist der Weg ganz nach oben wieder etwas weniger steinig. Dafür geht Underwood auch über Leichen. Das Herausragende an House of Cards sind somit die Darsteller, allen voran Kevin Spacey und Robin Wright. Inhaltlich ist House of Cards eine gut gemachte Politserie mit interessanten Wendungen. Ich wünsche mir sehnlichst, dass das deutsche Fernsehen das auch noch merkt und die nächste Staffel nicht wieder sonntags um 23.15 Uhr (!) ausstrahlt.
  • Vorfreude auf die nächste Staffel: Ja. Ja, ja, ja. Gucke ich mir an. Netflix hat Staffel 2 ja gerade erst in den USA veröffentlicht (am Valentinstag, was soll uns das sagen?), so dass es wohl noch etwas dauern wird, bis der deutsche Zuschauer erfährt, wie es mit Frank Underwoods politischen Intrigen weitergeht.

To be continued…

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Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

2 Kommentare zu „Kurzreviews: Fringe (Staffel 5), House of Cards (Staffel 1)

  1. betreffend House of Cards: Ich bin ja eben mit der zweiten Staffel fertig geworden… ja, ist schon der Wahnsinn die Serie; also wenn dir die Erste gefallen hat: die Zweite ist düsterer bzw. viel böser … ich bin halt schon so gespannt auf die Dritte…

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