Veröffentlicht in Früher, Musik

Mein Leben in 15 Songs

Vor nun schon etwas längerer Zeit hat Miss Booleana uns ihr Leben in 15 Songs vorgestellt und mich gebeten, es ihr gleichzutun. An Stöckchen und Co. habe ich großen Spaß, deshalb freue ich mich immer sehr, wenn man mir solche „Aufgaben“ zukommen lässt. In den letzten Wochen bin ich allerdings ein bisschen vom Weg abgekommen (viel Arbeit mit der Masterarbeit, sehr viel Serienstoff, der verschriftlicht werden wollte, die eine oder andere Lebenskrise…), hatte die 15 Songs aber immer im Hinterkopf. Heute komme ich nun endlich dazu, mich diesen zu widmen. Die Umfrage für die Masterarbeit ist beendet, es ist Montag, es ist Feiertag – da nehme ich mir nun die Zeit, in meiner ganz persönlichen Musikgeschichte zu graben. Außerdem traue ich mich nach einer wirklich üblen Heuschnupfenattacke neulich sowieso nicht so richtig aus dem Haus momentan. Ich fürchte allerdings, dass meine 15 Songs nicht so schön nach Jahren aufgeteilt sind wie bei Miss Booleana. Warum das so ist – dazu nun ein kurzer Exkurs über mein Verhältnis zur Musik.

In meiner Kindheit lief das Radio. Permanent. Meine Eltern, besonders mein Vater, sind leidenschaftliche Radiohörer. Egal, was im Haus getan wird – irgendwo plärrt immer ein Radio im Hintergrund. Selbst im Garten muss man nicht auf Musik verzichten, da mein Vater seinen Garten- und Heimwerkerschuppen mit einem Radio ausgestattet hat und damit die Umgebung beschallt (meine Eltern wohnen mitten im Nirgendwo, da stört das niemanden). In diesem Umfeld bin ich aufgewachsen, was dazu führt, dass ich einen Großteil der Songs aus den 80ern, 90ern und 2000ern fast Wort für Wort mitsingen kann. Was es bei uns zu Hause fast nie gab, war Musik von Kassetten, CDs oder ähnlichem. Ist ja auch unnötig, wenn man einfach das Radio anmachen kann, oder? Dass mich dieses Verhalten sehr geprägt hat, merke ich noch heute. Im Gegensatz zu fast all meinen Freunden ist das Radio für mich nach wie vor ein unverzichtbares Medium, das ich täglich mehrere Stunden nutze. Es läuft auch jetzt gerade nebenbei und ich mache an dieser Stelle gerne Werbung für meinen lokalen Lieblingssender delta radio.

Für Musik habe ich in meinem Leben vermutlich unterdurchschnittlich wenig Geld ausgegeben. Meine CD-Sammlung aus Teeniezeiten ist dementsprechend bescheiden. Die Lieder, die ich toll fand, liefen ja auch im Radio. Und auf VIVA und MTV, da gab es ja früher auch noch Musik, man höre und staune. Erst in den letzten Jahren habe ich neben dem Radio eine andere Quelle für Musik entdeckt: das Internet, noch genauer YouTube. Wenn mir ein Lied gefällt, höre ich es mir dort gerne gelegentlich an. Im Laufe der Zeit ist so eine Art Playlist entstanden mit Songs, die mir so sehr gefallen, dass ich dafür das Radio ausschalte und auf den Laptop umsteige. Ein Teil der folgenden 15 Songs stammt von dieser Liste, einige andere sind Überbleibsel aus Teenie-Tagen, einige aus meinem prägenden Auslandssemester in Spanien. Ich hoffe, man verzeiht mir, dass ich an diesen Tag etwas anders herangehe als gedacht – es käme mir aber falsch vor, mich gezwungenermaßen für einen Song pro Jahr zu entscheiden, der mir vielleicht gar nicht so wichtig war oder ist.

Fangen wir an mit Überbleibseln aus Teenie-Tagen

1. Wheatus – Teenage Dirtbag (2000): Eine Schulfreundin war damals großer Fan dieses Liedes und hat mich damit relativ schnell angesteckt. Das erste Album der Band habe ich einen Sommer lang rauf und runter gehört. Finde es bis heute schade, dass von der Band danach nicht mehr viel kam.

2. Linkin Park – In The End (2001): Etwas von Linkin Park darf in der Liste nicht fehlen. Habe mich für In The End entschieden, weil ich den Song heute noch gerne höre.

3. Lifehouse – Hanging by a moment (2001): Lifehouse sind eine wirklich unterschätzte Band. Hanging by a moment ist ein Ohrwurm, für den ich das Radio immer lauter drehe.

4. Avril Lavigne – Complicated (2002): 2002 war ich dann so richtig Teenie und Avril Lavigne war unglaublich cool und angesagt damals. Mir hat gut gefallen, dass sie kein aufgehübschtes Tussi-Mädchen mit Tonnen von Make up war – das war ich nämlich auch nie (und bin es auch heute noch nicht). Das Musikvideo in dieser Shopping Mall habe ich auf VIVA/MTV bestimmt hundert Mal gesehen.

5. Nirvana – The Man Who Sold The World (1994): In der späten Teeniephase ging’s dann härter zur Sache. Das Live-Album von Nirvana hat wohl so gut wie jeder zu Hause stehen und mein Lieblingssong war damals das Bowie-Cover von The Man Who Sold The World. Heute höre ich zwar die Originalversion lieber, aber die Nirvana-Version ist immer noch in meiner Playlist.

Erinnerungen ans Auslandssemester in Spanien (WS 2010/11): Diese Zeit hat mich sehr geprägt, auch wenn wir hier nur über fünf Monate sprechen.

6. Macaco – Con la mano levanta (2006): Der Leadsänger der Band Macaco hat eine absolut unverwechselbare Stimme. Habe mit Freunden ein Konzert besucht und dieses Lied ist nach wie vor mein Liebling.

7. Maldita Nerea – El secreto de la tortuga (2007): Maldita Nerea stammen aus Murcia, der Stadt, in der ich Austauschstudentin war. Selbstverständlich habe ich auch dort gerne Radio gehört und der lokale Sender supportete diese Band ohne Ende. El secreto de la tortuga ist aber auch wirklich ein Spitzensong.

8. Flo Rida – Club can’t handle me (2010): Geschmacksverirrung hoch zehn, ich weiß. War in 2010 DER Hit in Spanien und lief wirklich jede Stunde im Radio. Erinnert mich unglaublich stark an meine Zeit in Spanien, genauso wie…

…9. Edward Maya & Vika Jigulina – Stereo Love (2010): Gedanklich bin ich sofort wieder in Murcia, wenn ich dieses Lied höre. Es sind dreißig Grad, die Sonne knallt – das Leben ist schön. 🙂

Zum Abschluss einige Songs, die mich durchs Studium begleitet haben. Alle stammen von der All-time-favorite-Playlist.

10. MGMT – Time to pretend (2008): Das ist vielleicht tatsächlich mein Lieblingssong. Kann ich immer hören und das schon seit Jahren. Irgendwas an der Melodie zieht mich unglaublich in ihren Bann.

11. Casper – Auf und davon (2011): Ich mag Casper, obwohl ich eigentlich weder sonderlich auf Hip Hop noch auf deutschsprachige Musik stehe. Casper schreibt aber unglaublich intelligente Text. Da steckt immer eine Botschaft dahinter, die er in seinen Songs mit seiner markanten Stimme auch total gut transportieren kann. Ich liebe auch andere Songs wie XOXO (mit dem ebenfalls unglaublich großartigen Thees Uhlmann), Michael X oder auch Im Ascheregen, aber Auf und davon drückt dieses Gefühle der Enge, des Wunsches nach einem Ausbruch aus dem eigenen Leben so gut aus, dass ich jedes Mal Gänsehaut bekomme.

12. Journey – Don’t stop believing (1981): Dieser Song läuft in der letzten Szene der letzten Folge von The Sopranos. Meine TV-Serien-Affinität hat inzwischen auch deutliche Spuren in meinen musikalischen Interessen hinterlassen, wie man sieht. Seit ich diesen Song, der wirklich wie die Faust aufs Auge zum Serienfinale der großartigen HBO-Serie passt, dort gehört habe, läuft er regelmäßig auf meinem Laptop – ebenso wie…

…13. Yazoo – Only You (1982), ein Song, der in einer meiner Lieblingsszenen meiner Lieblingsserie Fringe läuft (Staffel 5, Folge 1) und mir dort Tränen in die Augen getrieben hat. Seitdem ist dieser Song für mich mit der ganzen Serie verknüpft und ich höre diese Schnulze wirklich gerne.

14. Noah and the Whale – L.i.f.e.g.o.e.s.o.n. (2011): Noch so ein Lied vom Scheitern mit einem tollen Text und einer ins Ohr gehenden Melodie. Werde ich niemals von meiner Playlist streichen. Niemals.

15. Frank Turner – Photosynthesis (2008): Meine neueste Entdeckung. Frank Turner wurde vor einiger Zeit unglaublich stark auf meinem Lieblingsradiosender delta radio gehypt – völlig zu Recht, wie ich feststellen musste. Er spricht mir aus der Seele, wenn er sich weigert, erwachsen zu werden und Dinge zu tun, die er nicht tun will.

Hier endet der kleine Ausflug in meine musikalischen Irrungen und Wirrungen. Über Musik schreibe ich ja eher selten, aber diese Art der Beschäftigung damit hat durchaus Spaß gemacht und auch eine gewisse therapeutische Wirkung. Ich wusste ja eh schon immer, dass mein Musikgeschmack eigentlich nicht als solcher bezeichnet werden kann (was ich durchaus auf meine Radiokindheit zurückführe) und nun habe ich es in dieser seltsamen Mischung von 15 Songs schwarz auf weiß. Aber man kann ja auch mal vielseitig interessiert sein… 🙂

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Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

15 Kommentare zu „Mein Leben in 15 Songs

  1. Ein paar deiner Songs habe ich damals auch gehört. Und Don’t stop believin‘ zählt auch bei mir zu meinen Favoriten, eben weil er mich damals im Sopranos-Finale so verzaubert hat. Das Gefühl… auch heute noch Gänsehaut. Wobei verzaubert vielleicht das falsche Wort ist… 😉

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    1. Ich hab auch direkt nach diesem Song gesucht, nachdem ich das Serienfinale gesehen hatte! Ich weiß auch nicht genau, wie ich das Gefühl beschreiben soll, dass mich bei dem Gedanken an diese Szene mit genau diesem Lied überkommt. Beides passt einfach so perfekt zusammen, dass man sich gar nicht vorstellen könnte, dass da ein anderer Song läuft. Sowas macht Szenen absolut unvergesslich, wenn nicht gar unsterblich, finde ich (…oder eben einfach verzaubernd-zauberhaft). 🙂

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  2. Das ist doch ein wunderbarer Artikel – jeder Musikgeschmack ist ein Musikgeschmack (den letzten Satz bitte nicht sprachlich analysieren XD ). Und dass man sich die Herangehensweise etwas anpasst, ist doch legitim. 😉 Da sind einige Songs dabei, die ich auch sehr feiere – zum Beispiel „Time To Pretend“, bei mir auch der Song, bei dem ich ans Studieren denken muss. Weil man sich hier und da versucht mit anderen zu vergleichen, über die Zukunft rumspinnt und ein bisschen Angst haben muss/darf wie es wohl werden wird. Naja und weil es in mindestens 2 Filmen die ich kenne läuft, als ein Student mit dem Fahrrad durch den Campus fährt XD
    Und ja!!! Ich kann mich soooo gut an die Stelle in Fringe erinnern, die du meinst! Die fand ich auch sehr berührend. Da sitzt Walther in einem Auto oder so, oder? Tolle Szene. 🙂

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    1. Da bin ich ja froh, dass ich hier für meinen ähm…wenig festgelegten Musikgeschmack nicht gemobbt werde. 🙂
      Ich wusste gar nicht, dass „Time to pretend“ so ein beliebter Filmsong ist. Ich kenne ihn – wie sollte es anders sein – aus dem Radio und war schon nach dem ersten Hören absoluter Fan. Spricht mir aus der Seele manchmal, ich mag aber auch die Melodie so unglaublich gerne.
      Und krass, dass du dich an die Fringe-Szene erinnerst! Ja genau, das ist am Ende von Folge 5×01. Walter wandert erst nur halb angezogen durch das zerstörte NY und findet dann in einem Autowrack eine CD, die er sich dort anhört (total unrealistisch, dass das Autoradio noch funktioniert, aber was soll’s) – und dann läuft dieses Lied. Man, was hab ich geweint – Gänsehaut! 🙂

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      1. Du wirst doch nicht gemobbt, was denkst du nur von uns 😉
        Oh ja, an die Szene kann ich mich gut erinnern und hab die Stelle in deinem Artikel auch gefeiert. War sehr gerührt bei der Szene – war das ein Remix des Songs, den du in deinem Artikel erwähnt hast?
        Da kommen Erinnerungen an die letzte Fringe-Staffel hoch … man, das war eine klasse Staffel. Immer seltsam das Ende einer Serie zu erleben, insbesondere wenn man mit den Charakteren soviel mitgemacht hat.

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      2. Na dann ist ja gut! 🙂 Man weiß ja nie – Musik ist ein heikles Thema, da gibt es ja Leute, die völlig intolerant sind, wenn man nicht einer bestimmten Musikrichtung – egal welcher – treu ist. Aber ich strecke eben musikalisch gerne meine Fühler in alles Richtungen aus.

        Und ich wusste gar nicht, dass du auch ein großer Fringe-Fan bist! Sehr gut, das höre ich immer gerne, davon kann es nie genug geben! 😉
        Der Song in der Szene ist tatsächlich das Original von Yazoo und kein Remix, hab die Szene gerade nochmal geschaut.
        Ach ja, es waren wirklich schöne fünf Staffeln mit Peter und Co. Ich bin so froh, dass die Serie anständig zu Ende gebracht wurde und nicht nach Staffel 4 mit Cliffhanger abgesetzt wurde (oder so merkwürdig endete wie Lost). Aber ich gebe dir recht – es ist immer ein seltsamer Moment, wenn die allerletzte Folge gelaufen ist. Da kann man dann schon mal ein Tränchen verdrücken (zumindest ich kann das immer gut 😀 ).

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      3. Ja … immer diese Individuen, in deren Köpfe es nicht geht, dass andere Leute auch einen anderen Geschmack haben. Sowas finde ich ganz schlimm.

        Fringe war ja auch eher so eine bedrohte Serie, oder? Obwohl ich behaupten würde, dass es anfangs einen sehr großen Hype um die Serie gab, ist das glaube ich sehr schnell umgeschlagen? Waren die nicht sogar mal von der Absetzung bedroht?
        Das Ende von Lost mochte ich übrigens sehr 😉 aber ich kann die Aufregung und Verwirrung darüber ganz gut verstehen.

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      4. Den Hype habe ich dann wohl verpasst…ich bin erst 2011 auf Fringe gestoßen, da war die Serie schon in Staffel drei und nicht mehr so hip irgendwie. Inoffiziell wurde Fringe schon nach besagter Staffel 3 gecancelt (wär auch ein gutes Ende gewesen, gebe ich zu) und nur verlängert, weil die DVD-Verkäufe bzw. VoD-Aufrufe so gut waren. Und Staffel 5 hat es dann gerüchteweise ja sowieso nur gegeben, um die magische 100 Folgen-Marke zu knacken. Ist mir aber alles völlig wurst eigentlich – Hauptsache, es gab 5 Staffeln. 😀
        Tja, und am Ende von Lost kann man ja nun auch nichts mehr drehen…ist jetzt auch nicht so, dass ich es hasse – ich versteh’s nur einfach nicht. Aber das geht ja vielen so und es ist irgendwie unglücklich, wenn man als Fan so verwirrt zurückgelassen wird. Da plädiere ich ja doch noch eher für das schnulzige „Alles ist gut“-Happy End (wenn einem als Schreiber/Produzent denn so gar nichts anderes einfällt).

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    2. Fällt mir gerade ein: Ist einer der Filme mit dem Studenten auf dem Fahrrad und „Time to pretend“ im Hintergrund, die du hier erwähnst, zufällig „21“? Hab ich neulich mal wieder im TV gesehen und musste daran denken, was du geschrieben hast. 🙂

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      1. Da gibt’s eine Szene ganz am Anfang, in welcher die Haupfigur auf nem Fahrrad über den Harvard-Campus (oder MIT-Campus? Keine Ahnung.) fährt. Der Song passt total gut dazu.
        Ich mochte den Film, glaube ich (hab ihn nicht zu Ende geschaut neulich, aber irgendwann hab ich den schon mal ganz gesehen), nur das Ende fand ich damals doof. So viel ist noch hängen geblieben. 🙂

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      2. Das mit dem Fahrrad wusste ich sogar noch 😀
        Aber ansonsten war der Film ziemlicher Müll. Die tolle mathematische Erklärung ihres Plans ist so ein Scheiß gewesen … um mich mal der Fäkalsprache zu bedienen. >.< XD

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      3. Ja, diese komische Berechnung hab ich auch nie gerafft. Aber ich hab das einfach auf meine nur rudimentär vorhandenen Mathekenntnisse zurückgeführt und nicht weiter beachtet. 😀

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