Veröffentlicht in Krimskrams, Musik

Krimskrams der Woche #6

Freitagabend, Altbau, 4. Stock,
wir nennen es Party.
Wir betreten die Haupthalle durch den Westflügel,
Luft ist geschwängert mit Lügen wie:
Man ist immer so alt wie man sich liebt.
Da ist man dann besser dabei.
Und jeder Satz fängt an mit „eigentlich…“
und endet nicht.

/
Das ist Graceland, Baby, keiner wird erwachsen.
Die kleinen, dicken Kinder auf der Suche nach Kuchen.
Graceland, Baby, man ist tot oder jung.
Nur die halbe Welt wartet auf den nächsten Hüftschwung.
Nur:

/

Wir würden alle sofort von vorn anfangen.
Wir hatten Songs, Sex, alles wie immer nur jünger.
Wir würden alle sofort von vorn anfangen.
Elvis has left the Kartenhaus.

/

Und ich weiß, weiß, weiß der King ist der König,
nur die tote Idee ist am Ende zu wenig.
Wenn alle nackt sind: Wer ist dann der Rebell?
Distinktion und Einbauküche,
dort hinten verteilen sie Wachsmalstifte,
Ich glaube, die Styler, die anders sein wollen, wollen malen
nach Zahlen.

/

Das ist Graceland. Ich bin einer von ihnen.
Es gibt ja auch ernsthaft keine Alternativen.
Dieser Wahn ist lächerlich, dumm und zerrissen.
Das macht weiter nichts, nur man muss es halt wissen.

(Kettcar: Graceland – mein Ohrwurm der Woche!)

Im Krimskrams der Woche halte ich jeden Mittwoch ein Zitat aus einem Buch, einem Text, einer Fernsehserie, einem Lied o.ä. fest, das mir in den letzten sieben Tagen besonders gefallen oder mich beschäftigt hat. Ich muss der Welt ja auch mal etwas Gutes tun.
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Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

8 Kommentare zu „Krimskrams der Woche #6

    1. Da bin ich absolut deiner Meinung – deutsche Musik ist ein ganz schwieriges Thema. Da gibt es viel seichten Schrott mit miesen Texten, den man sich wirklich nicht antun muss. Aber bei Kettcar ist das nicht der Fall.
      Der Sänger Marcus Wiebusch macht übrigens auch alleine Musik und hat gerade ein tolles Lied gegen Homophobie im Profifußball geschrieben („Der Tag wird kommen“ heißt das). Wenn du die Gelegenheit hast, unbedingt mal reinhören (also bei beidem – Band und solo 😉 )! 🙂

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  1. Kettcar gefallen mir textlich, aber wie der Text musikalisch verpackt wird, gefällt mir leider nicht so. Irgendwie Hauptsache den Text komplett runtergesungen, so hört sich das für mich leider immer an. :c Ich bin deutschsprachig aber ohnehin total auf Jennifer Rostock geprägt, da kommt für mich so schnell nichts ran. x)
    Aber ansonsten, auch grade wegen der 15 Songs Liste, ich bin beeindruckt von deinem Musikgeschmack! 😎 sehr schön. Es muss sich ja nicht komplett auf eine Richtung beziehen. Witzigerweise hat ‚Complicated‘ von Avril mich auch durch meine öh, frühe Teenagerzeit begleitet. 😀

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    1. Du, über Musikgeschmack lässt sich nicht streiten – ich bin nicht böse, wenn du Kettcar nicht so magst. Ich kann dafür mit Jennifer Rostock nichts anfangen…
      Aber deutsche Musik ist eh ein schwieriges Thema. Für mich ist da der Text einen Hauch wichtiger als die Melodie (es fällt mir auf deutsch immer besonders auf, wenn der Text mehrheitlich aus zusammengewürfelten Reimen besteht…). Bei englischen Songs kriege zumindest ich das nicht so mit, wenn dort Käse gesungen wird…
      Ach ja, und Avril Lavigne ist wohl so ein Teeniemädchending gewesen Anfang der 2000er…aber immer gut zu hören, dass es nicht nur mir so ging damals. 🙂

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      1. Nein, eindeutig nicht @Avril Lavigne. :mrgreen:
        Mir ist der Text grundsätzlich eigentlich immer am wichtigsten… Das ist bei mir der Grund, wieso ich zum Beispiel mit Radio gar nichts anfangen kann. Ich höre das wenn überhaupt im Auto, und dann rege ich mich den restlichen Tag darüber auf. xD Ich weiß ja nicht, was heute so für die Charts produziert wird, aber das, was bei uns in den gängigen Sendern läuft, hat entweder nur 2 Zeilen Text („love is my religion Liebe ist meine Religion love is my religion…“ fällt mir dazu spontan ein :D) oder… es… ist… pervers. xD Beschämt wegschauen, wenn Menschen fröhlich den Text zu Flo Rida (?) – Whistle oder Ke$ha – Die Young mitgröhlen… :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: Aber deiner Songaufzählung nach scheint bei euch radiotechnisch mehr zu gehen als bei uns. 🙂

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      2. Haha, gut gesagt – simple Schnulzen oder Versautes, das verkauft sich wohl am besten! 😀
        Ob jetzt hier oben radiotechnisch mehr geht als bei dir, weiß ich aber ehrlich gesagt nicht. In Schleswig-Holstein kann man nämlich insgesamt nur fünf Sender empfangen. 😀 Ich bin aber musikalisch ziemlich tolerant, von daher raste ich nicht aus, wenn mal ein Lied läuft, das ich nicht mag. Radio muss halt eine möglichst große Menge an Menschen erreichen. da ist es schon okay, ein bisschen Mainstream zu sein.

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    1. Haha, klar kenn ich die! 🙂 Die sind aus Hamburg (was ja gleich um die Ecke ist…naja, nicht weit weg auf jeden Fall) und werden auf meinem Lieblingsradiosender gerne gespielt und gewünscht. Meist dann natürlich „Landungsbrücken raus“ – so viel Lokalpatriotismus muss sein! 🙂

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