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„It’s over when I say it’s over.“ – Mad Men (Staffel 6)

Mad Men ist eine Serie, mit der ich mich anfangs schwer getan habe. Davon kann seit Staffel 4 und Staffel 5 aber keine Rede mehr sein. Mit Staffel 6 treten Don Draper und Co. nun merklich ihren Endspurt an: Nach Staffel 7 ist 2015 bekanntermaßen Schluss und Staffel 6 stellt dafür bereits die Weichen. Was sich in der vorletzten Staffel ereignet, lasse ich in diesem Beitrag Revue passieren. Massive Spoiler sind zu erwarten!

Anfang: Die großen Cliffhanger sind nicht Matthew Weiners Sache. Müssen sie auch nicht sein, denn wenn Mad Men sich durch irgendetwas auszeichnet, dann durch die ruhige Erzählweise und stimmige Bilder, nicht durch plötzlich aufgebaute Spannung. Ein gutes halbes Jahr ist zu Beginn der Staffel vergangen, seit Peggy SCDP verlassen hat, seit Lane Pryce sich umbrachte und Megan einen Werbesport drehte, den Don für sie eingefädelt hat. Im Dezember 1967 nun läuft für Don beruflich alles rund. Privat vergnügt er sich sowohl mit seiner Frau, die nun eine bekannte Schauspielerin ist, als auch seiner Nachbarin, auch hier nichts Neues. Peggy ist zum Chief Copywriter bei Cutler, Gleason & Chaough aufgestiegen und führt dort ein hartes Regiment, während Pete und Trudy einen endgültigen Schlussstrich unter ihre Ehe ziehen und Rogers Mutter stirbt. Betty und die Kinder leben nach wie vor mit Henry zusammen; Sally ist merklich gereift.

Mitte: Neben den privaten Problemen aller Figuren stehen zwei Themen im Mittelpunkt der Staffel: Die politische Situation in den USA, die sich nach Unruhen und den Morden an Martin Luther King und Robert Kennedy weiter zuspitzt sowie die Vereinigung der beiden rivalisierenden Agenturen SCDP und Cutler, Gleason & Chaough zu Sterling Cooper and Partners. Letzteres geschieht als geschicktes taktisches Manöver, um einen absoluten Großkunden – Chevy – an Land zu ziehen. Neben Chevy sind v. a. die Kampagnen für Heinz Ketchup (und der damit verbundene Verlust von Heinz Baked Beans), Sunkist (und die Reise nach Kalifornien) und Herschey’s wichtig für den Fortgang des Geschehens. Sorgt die Verbindung der beiden Agenturen dafür, dass Peggy und Don wieder am selben Strang ziehen, wird diese zu Peggys privatem Glück nichts beitragen.

Ende: Dass die Hauptfigur aus Mad Men immer mal wieder dem Abgrund gefährlich nah kommt, ist nichts Neues. Der emotionale Ausbruch Mr. Drapers am Ende von Staffel 6 und die daraus resultierende Arbeitszwangspause hingegen deuten darauf hin, dass ein größerer Umbruck bevorsteht. Etwas muss und wird sich ändern in Dons Leben. Was das sein wird und wie es dazu kommen wird – dafür muss wohl Staffel 7 abgewartet werden. Mir scheint es jedoch, als ob hier das klassische „Aufstieg und Fall einer Figur“-Schema durchexerziert werden wird. Allerdings auf anspruchsvolle und sehr stylische Weise, das muss man zugeben.

Fazit: Staffel 6 kommt ohne die großen Attraktionen daher, aber – wie auch oben beschrieben – diese sind ja auch nicht das, was den Reiz der Serie ausmacht. Trotzdem empfinde ich Staffel 6 als etwas schwächer als die großartigen beiden vorigen Staffeln. Für mich fühlt es sich so an, als ob hier eine Ausgangssituation geschaffen werden soll, um mit Staffel 7 alles wohlgeordnet beenden zu können. Das ist völlig legitim, aber Begeisterungsstürme entlockt man mir damit nicht.

Staffel 6 in drei Zitaten:

„It’s over when I say it’s over.“ – Don zu seiner Nachbarin Silvia Rosen, als diese ihre Affäre beenden will

„My father has never given me anything“ – Sally Draper zu ihrer Mutter

„Just once, I would like to hear you use the word „we“. Because we’re all rooting for you from the sidelines, hoping that you’ll decide what’s right for our lives!“ – Joan Harris zu Don

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Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

4 Kommentare zu „„It’s over when I say it’s over.“ – Mad Men (Staffel 6)

    1. Guter Plan! Ist ja auch gar nicht mehr so lange hin bis zum Ende der Serie. Ich hatte jetzt ne längere Pause zwischen Staffel 5 und 6 und da kommt man schon raus. Obwohl Mad Men so eine Serie ist, bei der gefühlt ja gar nicht viel passiert. 😀

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      1. Ein wenig wird es doch noch dauern, da AMC die letzte Staffel (wie bei „Breaking Bad“ – wo es auch ein berühmtes “It’s over when I say it’s over.” gibt) über zwei Jahre streckt). Dass heißt, die letzten Folgen der siebten Staffel werden erst 2015 laufen.
        Ich schaue übrigens gerade den ersten Teil von Staffel 7. Gefällt mir wieder gut, aber es ist auch gut, dass es zu Ende geht, da im Prinzp alles gesagt wurde.

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      2. Genau, das wusste ich, dass die letzte Staffel geteilt ist. ich glaub, ich hab’s sogar im Beitrag stehen. Trotzdem hatte ich den Eindruck, dass in Staffel 6 schon stark auf das Ende hingearbeitet wird.
        Mir reichts nach 7 Staffeln auch, weil die großen Ereignisse eben ausbleiben und so eine Charakterstudie dann auch mal ausgelutscht ist…

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