Veröffentlicht in Alltag, Referendariat

Des Wahnsinns Höhepunkte – Neues aus dem Referendariat #3

Hallo Internet! Lange haben wir uns nur noch zu Recherchezwecken gesehen, aber jetzt ist der November vorbei und mit ihm auch all die Aufgaben, die meinen Kalender füllten. Viel gab es zu planen, zu unterrichten, zu erleben. Wie und was das alles so war? Das teile ich nun mit euch. Schöne Winterfotos aus dem Harz inklusive! (Jetzt mal im Ernst: Warum war ich eigentlich vorher noch nie in den Bergen? Ist total schön!)

Neues aus der Schule

  • Die Website meiner Schule wurde gehackt (!) und auf ein russisches (!!) Videoportal (!!!) umgeleitet. Dazu fällt mir nur eine Frage ein: Warum?!?
  • Ich liebe Weihnachten und somit auch die Adventszeit. In vielen Klassenzimmern stehen momentan Adventskränze, was ich super finde. Schon als Schülerin super fand. Aber nichts da! In niedersächsischen Schulen ist so einiges, was entweder praktisch oder ästhetisch ist und/oder für eine schöne Atmosphäse sorgt, verboten. So z. B. das Anzünden von Kerzen im ganzen Gebäude. Und natürlich auch Bilder an den Wänden im Flur, denn die könnten ja im Falle eines Falles Feuer fangen (also, eigenlich nicht, denn Kerzen sind ja verboten). Hier ist alles, aber auch wirklich jeder Pups, durch einen Erlass geregelt. Sogar Mehrfachstecker sind verboten. Zum Glück weigert sich unsere Schulleitung bislang wenigstens kategorisch, die Bilder im Flur abzuhängen. Fühle mich ein bisschen wie bei Asterix. Es lebe der Widerstand!
  • Es wird eifrig geprobt für das alljährliche Adventskonzert. Musik ist an meiner Schule äußerst wichtig und dieses Konzert stellt offenbar einen der absoluten Höhepunkte im Jahr da. Das geht so weit, dass Chöre, Bands und Orchester momentan auch vormittags während des normalen Unterrichts proben und dementsprechend einfach Schüler im Unterricht fehlen und Musikkollegen ihren regulären Unterricht ausfallen lassen (dürfen/müssen). Es dürfen offiziell auch in der ganzen Woche vor dem Konzert keine Klassenarbeiten geschrieben werden. Verrückt.

Neues aus dem Unterricht

  • Ich hatte zwei Unterrichtsbesuche in zwei verschiedenen Klassen innerhalb von drei Tagen. Das mache ich nie wieder. Schlaf ade.
  • Außerdem habe ich es diese Woche zum ersten Mal getan: Ich hatte einen GUB (gemeinsamer Unterrichtsbesuch von Fachleiter, Pädagoge, Schulleitung und Mitreferendaren)! Es lief ganz ordentlich. Ich glaube inzwischen, dass meine Fachleiter mich viel positiver beurteilen als ich mich selbst. Ich finde meinen Unterricht meistens so lala und fühle mich in vielen Fachgebieten immer noch hochgradig inkompetent. Fällt aber offensichtlich nicht auf. Dem Pädagogen gefiel jedenfalls besonders meine „norddeutsche Art“, was auch immer das heißen soll. Ich nehme es als Kompliment.
  • Die Kommasetzung beim Infinitivsatz zu unterrichten(,) macht keinen Spaß. Finde die Unterscheidung zwischen Muss-Komma und Kann-Komma (Fälle, in denen man ein Komma setzen kann, aber nicht muss) höchst unsinnig und wenig einleuchtend. Was soll so eine Regel? Wäre ohne den Fachlehrer, der aus den Stehgreif sämtliche Regeln zitierte und munter Beispiele dafür erfand, in der entsprechenden Stunde ziemlich aufgeschmissen gewesen. Ach ja, was ein paar Jahre Routine ausmachen.

Neues aus dem Lehrerzimmer

  • Vertretungslehrer zu sein ist so ziemlich das Übelste, was man sich vorstellen kann. Die Verträge laufen meist nur wenige Wochen und werden – wenn überhaupt – immer erst kurz vor knapp verlängert. Und kurz vor knapp heißt kurz vor knapp: Ein Vertretungslehrer an meiner Schule wartete eines Tages in der zweiten Stunde im Lehrerzimmer genau darauf, auf die Verlängerung seines am Tag vorher ausgelaufenen Vertrages. In der dritten Stunde, also nicht einmal 45 Minuten später, war er für – na? – Vertretungsunterricht eingeteilt, den er ohne Vertrag nicht erteilen darf. Der reinste Krimi. 😀 Das Okay aus dem Ministerium kam dann gerade noch rechtzeitig…

Neues aus dem Studienseminar

  • Wir waren im Harz. Also wir, das sind meine Pädagogikgruppe und ich. Es war vor allem eines: kalt! In unserer Herberge wurde erst am Morgen unserer Anreise die Heizung angestellt, sodass wir den Großteil des ersten Tages bei etwa 12 Grad im Seminarraum vor uns hin fröstelten. Herrlich. Die nachmittägliche Wanderung im Schnee hingegen war bei traumhaftem Sonnenschein und mindestens 20 cm Schnee wirklich schön. Und das will schon was heißen, denn ich bin wahrlich kein Winterfan.

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Habt einen schönen zweiten Advent!

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Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

7 Kommentare zu „Des Wahnsinns Höhepunkte – Neues aus dem Referendariat #3

  1. Muss-Komma und Kann-Komma… was ist das denn für eine Verarsche. Entweder muss oder keins.
    So viel liegt schon im Harz? Hier scheint die Sonne beii guten Plusgraden…
    Gehst du an eine seltsame Schule? Bei uns gab es damals überall Bilder und auch Kerzen im Klassenraum.

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