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Auf der Suche nach der inneren Pippi

Selbstbestimmung, die: (Politik, Soziologie) Unabhängigkeit des bzw. der Einzelnen von jeder Art der Fremdbestimmung (z. B. durch gesellschaftliche Zwänge, staatliche Gewalt). (Quelle: duden.de)

„Was sollen die Nachbarn denken?“

Als Kind zeigt uns Pippi Langstrumpf ihre Welt, die sie sich so macht, widewidewie sie ihr gefällt. Wir werden älter und schnell stellen wir fest: So leicht ist es gar nicht, sich die Welt bzw. das eigene Leben so einzurichten, wie es einem beliebt. Denn (fast) immer gibt es jemanden, eine gesellschaftliche Norm, ein Gesetz oder schlichtweg eine Notwendigkeit, die uns die Grenzen des selbstbestimmten Lebens aufzeigen und uns oft allzu leicht dazu bringen, Dinge in unser Leben zu integrieren, die wir so eigenlich nicht wollen. Mache ich wirklich Sport, weil es mir Spaß macht/weil es mir gut tut oder tue ich es nur, weil „man eben Sport macht“? Gefällt mir dieser Modetrend oder gebe ich mich ihm nur hin, weil er in meinem Umfeld, meiner Peer-Group gerade beliebt ist? Habe ich mein Studienfach aus freien Stücken gewählt oder vielleicht nur, um meine Eltern glücklich zu machen oder der Aussicht auf einen „guten“ Job wegen? Bin ich Mitglied der Kirche, weil ich mich mit ihr identifiziere oder einfach, weil ich zufällig in die Familie einer bestimmten Glaubensrichtung hineingeboren wurde?

Ich bin keine Anhängerin gesellschaftlicher Anarchie oder rücksichtslos ausgelebter Individualität. Ein gewisses Maß an Fremdbestimmung tut dem Menschen gut, keine Frage. Gesetze und die konsequente Anwendung dieser sind für ein friedliches Zusammenleben unerlässlich. Auch gesellschaftliche Normen und Werte haben ihre Daseinsberechtigung als Wegweiser durch den schnelllebigen Dschungel der Moderne. Dennoch glaube ich: Ein bisschen mehr Pippi und ein bisschen weniger „Was sollen die Nachbarn denken?“ würde uns gut tun.

Wo ist uns der Mut, die innere Pippi, abhanden gekommen?

Mit den Themen „Tod“ und „Sterben“ kann ich schlecht umgehen, aber wer kann das schon? Einige haben sich im Angesicht von Verlust und Vergänglichkeit besser im Griff als andere, woran das liegt, weiß ich nicht. Mich machen sie traurig, diese Gefühle, bisweilen auch wütend, aber immer nachdenklich. Vor gut einer Woche ist meine Großmutter gestorben, ganz friedlich, einfach nicht mehr aufgewacht. Es war nicht überraschend, aber als es dann passierte, irgendwie schon. Sie erwischt einen kalt, eine Todesnachricht. Meine Großmutter war schon lange krank, zum Schluss schwer dement. Sie lebte in ihrer eigenen Welt, in der sie Dinge sah, die nicht da waren und von Menschen besucht wurde, die schon vor Jahrzehnten verstorben sind. Über die Traueranzeige schrieben meine Eltern und mein Großvater: „Einschlafen dürfen, wenn man das Leben nicht mehr selbst gestalten ist, ist Erlösung und Trost für alle.“ Da ist sie wieder, die Selbstbestimmung, wenn auch hier in einem anderen Kontext.

Meine Großmutter führte die letzten Monate kein selbstbestimmtes Leben mehr, brauchte rund um die Uhr Betreuung. Aber wie bei so vielen anderen ihrer Generation waren vermutlich wenige Aspekte ihres Lebens wirklich selbstbestimmt. „So weer dat eben“, würde sie dazu sagen, wenn ich sie auf Arbeit im Haus, Arbeit auf dem Feld, Arbeit im Stall und Kindererziehung anspräche. Man machte eben, was getan werden musste, besonders als Selbstversorger auf dem Dorf.

Mit den Themen „Tod“ und „Sterben“ kann ich schlecht umgehen. Sie machen mich nachdenklich, lassen mich das Leben des verstorbenen Menschen reflektieren und dann zwangsläufig auch mein eigenes. Ich weiß nicht, ob das normal ist; vielleicht kommt es auch auf die aktuelle persönliche Lebenssituation an. Meine Großmutter hatte kein selbstbestimmtes Leben, aber sie hatte im Nachkriegsdeutschland auch keine große Wahl. Heute sind die Lebensumstände komplett anders. Es gibt Materielles im Überfluss, wir leben in einer Wissensgesellschaft, Informationen verbreiten sich dank Digitalisierung rasend schnell. Die Möglichkeiten, sich weiterzubilden und seinen Interessen nachzugehen sind so vielfältig wie noch nie. Warum stecken dann trotzdem so viele Menschen in unglücklichen Beziehungen und verhassten Jobs fest oder hängen ungeliebten Konventionen an?

Ich frage mich: Wenn wir in der heutigen Zeit kein selbstbestimmtes Leben führen, sind wir dann feige und selbst Schuld? Haben wir uns mit einer „Eigentlich-geht-es-uns-ja-nicht-so-schlecht-Einstellung“ bequem eingerichtet und nehmen Fremdbestimmung dafür grummelnd in Kauf? Fehlt uns schlicht der Mut, an uns selbst und das, was wir gut können, was wir gerne machen, was wir sind, zu glauben? Und wenn ja, wo ist uns dieser Mut, unsere innere Pippi, abhanden gekommen?

„Ich mach das jetzt einfach!“

Mit einer lieben Freundin habe ich diese Woche u. a. über berufliche Umorientierung und auch über gesellschaftliche Normen gesprochen. Gerade Ersteres ist ein omnipräsentes Thema für mich im Moment, das mir schlaflose Nächte bereitet. Wir kamen zu dem Schluss, dass im Bereich der schulischen, aber v. a. auch im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung vieles nur über Zwang läuft, denn: „In Deutschland brauchst du für alles einen Zettel, auf dem draufsteht, dass du dies und das gemacht und bestanden hast.“. Ob du das, was du gelernt hast, auch wirklich kannst, ob du dafür brennst – das interessiert nicht.

Ich z. B. mache das Referendariat inzwischen nur noch für diesen „Zettel“, der mich beruflich nicht weiterbringt, weil ich einen Job im schulischen Kontext – auch im erweiterten (Schulbuchverlag etc.) – für mich ausschließe. Und, weil „man es eben zu Ende macht“. „Man“ bricht keine Ausbildung ab, egal wie sinnlos sie einem erscheint, denn das „macht man einfach nicht“. Diesen „man“ würde ich schon gerne mal kennenlernen, wo er doch so eine große Macht über das Leben so vieler, auch über meins, hat. So quälen wir uns, getrieben von Angst und Unsicherheit, durch unpassende Ausbildungen, weil wir gesellschaftliches Unverständnis fürchten. Weil wir uns die Möglichkeit offenhalten wollen, doch in dem verhassten Beruf arbeiten zu können, denn „man weiß ja nie“. Pippi würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und vor Schreck den Kleinen Onkel fallen lassen.

Denn Hand aufs Herz: Auch diejenigen, die bei der Berufswahl im ersten Versuch den Volltreffer gelandet haben, haben garantiert mindestens diese eine Person im Freundeskreis, die irgendein Talent hat, dieses beruflich aber nicht nutzt: die einen Draht zu Kindern hat, die tollsten Torten backt, mit Leidenschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr ist oder großartige Geschichten schreibt. Natürlich kann man selbstbestimmt entscheiden: Dies ist mein Beruf, dies ist mein Hobby und hier eine klare Linie ziehen. Natürlich kann ein Mensch mehr als ein Interessengebiet und eine herausragende Fähigkeit haben. Ich sage nicht, dass die leidenschaftliche Ärztin ihren Job an den Nagel hängen soll, um Vollzeit-Feuerwehrfrau zu werden. Aber noch einmal Hand aufs Herz: Wenn man sich diese eine Person im Freundeskreis näher anschaut – steckt dann im Beruf genausoviel Herzblut und Leidenschaft wie im Hobby? Ich behaupte: In der Mehrzahl der Fälle ist das nicht der Fall. Ich könnte jetzt zig Beispiele aufzählen. Von der Schulfreundin, die Tierärztin oder Pferdewirtin werden wollte, selber zwei Pferde hat und nun Buchhaltung macht; von dem überragenden Schlagzeuger, der Lehrer ist – der Sicherheit wegen; von der talentierten Zeichnerin, die dann doch Kulturwissenschaften studierte und nun in einem großen Verlag arbeitet.

Ich urteile nicht über die Leben anderer, jeder entscheidet für sich allein, wie viel Selbst- und wie viel Fremdbestimmung er braucht. Ich frage mich nur, was wir für ein Land, was wir für eine Gesellschaft sein könnten, wenn jeder einzelne von uns sich bei der Berufsfindung mehr zutrauen würden. Wenn wir uns gegenseitig mehr Freiraum gäben, weniger über „man“ und mehr über „ich“ bzw. „wir“ nachdächten und dass, was uns packt, uns fesselt, unser Herz berührt zu unserem täglich Brot machen würden. Wenn wir Umorientierung, Neuorientierung und Wagemut begrüßen würden, wenn Scheitern okay und „Ich mach das jetzt einfach!“ unser Lebensmotto wäre.

Laut UN-Bericht leben die glücklichsten Menschen in den Ländern, in denen sie die Freiheit haben, selbst Entscheidungen über ihr Leben zu treffen. Die Deutschen landen hier auf dem 26. Platz. Mit etwas mehr Pippi wäre bestimmt noch mehr drin.

https://i1.wp.com/efraimstochter.de/medien/Filmbilder/Pippi-stemmt-den-Kleinen-Onkel-in-die-Luft.jpg

(Quelle)

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Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

39 Kommentare zu „Auf der Suche nach der inneren Pippi

  1. Mein Beileid zum Tod deiner Oma..

    Und zu dem Rest des Textes: Du hast völlig recht. Das, was viele heutzutage verlernt haben, ist an sich zu glauben und daran, was sie alles schaffen können, wenn sie es nur wirklich versuchen würden. Stattdessen schieben viele meiner Beobachtung nach alles, was schief läuft, auf andere. Aber wenn man nicht anfängt, selbst für sein Handeln Verantwortung zu übernehmen, dann wird man seine innere Pippi auch weiterhin klein halten.

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    1. Vielen Dank und auch danke für deine Zustimmung! Man verlernt in der Tat schnell, an sich zu glauben; auch ich bin immer noch dabei, meine innere Pippi auszugraben und mich dabei nicht von Rückschlägen jedweder Art unterkriegen zu lassen. Letztlich bin ich die einzige, die sich wirklich für mich einsetzt – und wenn ich schon nicht an mich glaube, wer soll es dann tun? Wie heißt es noch so schön: Be your own chairperson! 🙂

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  2. Mein Beileid. So sehr es für den Dahingeschiedenen „besser“ ist, nicht mehr leiden zu müssen – ich sperre mich gegen das Wort „Erlösung“, aber so empfand ich es teilweise, nachdem ich einen Opa und eine Oma an Krebs verloren habe – so sehr schemrzt es die Hinterbliebenen dennoch.

    Ich kann deinen Text sehr gut nachempfinden. Auch mir begegnete dieses „Man“, „man bricht doch keine Ausbildung ab“, „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“, etc. pp. Nur: Was hilft es, wenn man todunglücklich mit den Umständen ist? Was hilft es, sich zu sagen, „noch x Monate“, wenn man jeden Tag mit flauem Gefühl im Bauch zur Arbeit geht?
    Ansonsten: Ich kann jeden verstehen, derberufliche Sicherheit wählt. Leider gibt es keine Garantie, als Drummer oder Schriftsteller über die Runden zu kommen. Da wäre ein bedingungsloses Grundeinkommen sicherlich hilfreich, aber das ist ein anderes Thema.

    Letztlich haben wir nur dieses eine Leben. Machen wir das Beste daraus.

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    1. Ich danke dir. Ich komme inzwischen ganz gut mit dem Verlust klar, was aber auch ein bisschen daran liegt, dass er einfach von gravierenderen Problemen (arbeitstechnischer Art) überdeckt wird momentan. Es kann also durchaus sein, dass mich die Endgültigkeit, die ein Tod mit sich bringt, erst in ein paar Tagen, Wochen, … wirklich ereilt.

      Ansonsten kann ich dir auch nur beipflichten: Was tröstet es jemanden im Alltag, wenn man sich vorrechnet, wie lange eine Situation noch ertragen werden muss? Was hilft es, wenn es nur noch drei Monate sind, aber jeder Tag eine erneute Qual? Wenn man sich innerlich schon verabschiedet hat? Dann ist man nicht nur ein unglücklicher Mensch, sondern höchstwahscheinlich auch ein unproduktiver Arbeitnehmer. Und „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ ist der dämlichste Spruch der Welt. Komischerweise kommt der immer von Menschen, die die Situation ihres Gesprächspartners überhaupt nicht verstehen können (z. B. weil ihre eigene Ausbildung schon Jahrzehnte her ist oder in einem ganz anderen Berufsfeld stattfand). Bei solchen Kommentaren geht mir regelmäßig der Hut hoch.

      Das bedingungslose Grundeinkommen fand ich bisher immer irgendwie sehr…kommunistisch, aber inzwischen finde ich es eine tolle Idee. Ohne finanzielle Sorgen würde ich sofort kündigen und mich weiterbilden, als Freiberufler arbeiten etc. Und ich glaube, das es vielen ähnlich gehen würde. Was man da alles auf die Beine stellen könnte. Toll!

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      1. Und wenn sie dich ereilt, nimm dir die Zeit, zu trauern. Auch das muss sein, und sollte nicht unserer schnellebigen Gesellschaft geopfert werden.

        Jepp, wir sehen das wirklich sehr ähnlich, um nicht zu sagen gleich. Sicher, manchmal wollen Leute einfach nicht arbeiten, aber das als Vorwand zu benutzen, um mehr oder minder durch die Blume zu vermitteln: „Nun stell dich mal nicht so an“, das nervt. Tierisch. Und gerade die, die ihren Platz auf Anhieb gefunden haben, geizen nicht mit solchen Sprüchen. Weiß noch sehr genau, wie die Eltern meiner Ex auf meine Probleme im Ref reagiert haben… Genau sowas braucht man in so einer Situation nicht, eine Bagatellisierung der eigenen Schwierigkeiten.
        Und ja, wenn jeder Tag zur Qual wird, dann leidet darunter die Arbeit. Aber wichtiger noch: Der Mensch leidet drunter. Da kann man auch schnell mal die Freude an anderen, schönen Dingen verlieren.

        Jepp, es ist schon utopisch, aber als Idee sehr reizvoll. Man könnte dann auch sehr viel eher Berufe ausüben, die einem Spaß machen, ohne auf die teils mickrige Bezahlung angewiesen zu sein.
        Naja, vielleicht in zwei- oder dreihundert Jahren?

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      2. Jaja, all diese Menschen mit den perfekten Lebensläufen, die nie an sich zweifeln und für die es immer nur nach oben geht. Scheitern als Chance ist immer noch nicht so richtig gesellschaftsfähig in Deutschland. Ich kann mir vorstellen, dass du dir bestimmt auch Kommentare anhören musst dafür, dass du nun nochmal drei Jahre studierst. Mir wird das gleiche passieren, wenn ich aus dem ach so sicheren und gut bezahlten Lehrerberuf ausscheide. Innerlich wappne ich mich schon dafür, aber einfach wird das bestimmt nicht. Da muss ich meine innere Pippi noch ein bisschen anfüttern. 😉
        Die Idee des Grundeinkommens ist sehr reizvoll. Letztlich würden fast alle davon profitieren: Die, die nicht arbeiten wollen (die ja eh schon mit dem Grundlegenden versorgt werden) und die, die es gerne tun, weil sie mehr Spielraum haben, um Dinge auszuprobieren. Ich glaube aber auch nicht, dass wir das noch erleben werden. Schade eigentlich.

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      3. Joa, meine Eltern waren nicht so begeistert davon, dass ich noch mal drei Jahre dranhänge. Aber ich bleib dabei: Besser, eine Ausbildung mit Wisch, als jetzt gleich Arbeit zu suchen als Quereinsteiger, der dann nur Berufserfahrung vorweisen kann. So dumm das klingt. Naja. Letztlich konnten wir uns alle darauf einigen, dass es mein Leben und das für mich der Weg ist, den ich nun gehen möchte und sie mich dabei unterstützen werden, wenn ich Hilfe brauche. Das wünsch ich dir auch, denn nichts ist schlimmer, als von der eigenen Familie keine Unterstützung zu erfahren.

        So eine Pippi wächst ganz schnell, warts nur ab. 😉
        Und ja, es stimmt schon, das Scheitern ist irgendwie ein Makel, nach dem Motto: Der ist nichts wert, weil er es nicht auf Anhieb geschafft hat. Das versteh ich nicht. Vor allem: Wenn die, die scheitern, dieselbe Mentalität an den Tag legen würden, dann gute Nacht.

        Jepp, sehr schade.

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      4. Hmm, du kommst natürlich allein vom Studium her schon aus einer anderen Richtung als Naturwissenschaftler. Als Geisteswissenschaftler ist man ja eh überall Quereinsteiger, da gibt es ja nicht „den“ Job. Insofern ist es für dich eben richtig, nochmal eine Ausbildung zu machen, so mit Wisch und allem. 😀 Hauptsache, du bist zufrieden mit der Entscheidung! Ich bin auf jeden Fall schon gespannt, wie es dir in deinem neuen Tätigkeitsfeld ergeht. 🙂 Wir werden der Welt schon noch zeigen, was man als „Gescheiterter“ so alles aus sich machen kann. Makel ade! 😀

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      5. Ich hab ja nicht nur Mathe studiert, aber klar, das hilt mir aktuell sehr, da hast du recht.
        Die Geisteswissenschaften haben da deutlich größere Schwierigkeiten, leider.
        Ich bin schon zufrieden, ja. Etwas nervös, aufgeregt, aber zufrieden. Und nach wie vor bin ich sehr von meinem Arbeitgeber begeistert, auch wenn sie bereits kommuniziert haben, dass sie für ihre Unterstützung und so auch Leistung sehen wollen. Aber in dem Umfeld bin ich auch willens, die zu geben.

        Ich werd ab September berichten, und ab Oktober dann gibt es bei mir auch Geschichten aus dem Unialltag. 🙂

        Jepp, wir zeigen es allen! 🙂

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      6. Ach, hab ich dich jetzt zu Unrecht in die naturwissenschaftliche Ecke gestellt? In deinen Nachhilfebeiträgen ging es immer um Mathe, da nahm ich automatisch an, dein Zweitfach wäre Physik oder sowas gewesen. Was war es denn wirklich?
        Leistung einzufordern finde ich prinzipiell gut und richtig, solange dabei keine Überforderung eintritt und kein horrender Druck ausgeübt wird. Das wäre eher kontraproduktiv.Ansonsten zeigt es doch, dass der Arbeitgeber einem etwas zutraut, finde ich, und das ist doch schön. In so einem Umfeld wäre ich auch lern- und leistungsbereit. Ich bin wirklich sehr gespannt auf deine Berichte über Arbeit und Uni. 🙂

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      7. Mein zweites Fach war Deutsch. 🙂
        Also hatte ich von beidem etwas. 😀

        Du, natürlich muss Leistung gefordert sein, das ist vollkommenlegitim, und Geld f+rs Nichtstun wäre sicherlich ein klasse Job, aber den bekommen bestenfalls Bundestagsabgeordnete mit ermogeltem Lebenslauf. ^^‘
        Nur eben: Es soll sich in Grenzen halten. Feierabend sollte Feierabend bleiben, dann wär ich ja schon zufrieden. Aber soweit ich weiß, trifft das ja auch zu. Und ja, du hast schon recht, es fühlt sich auch gut an, dass sie mir das zutrauen. Ist ein weiterer Ansporn für mich, da alles zu geben.
        Am Ende werd ich genauso oft meckern wie über die Nachhilfe, wetten? XD
        Ne, mal schauen, ich werd schon etwas nervös, denn alles rückt näher und so. Aber ich halt euch auf dem Laufenden und freu mich über euer bzw. dein Interesse! 🙂

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      8. Ach Quatsch! Warum hast du das denn die ganze Zeit verheimlicht, dass wir ein gemeinsames Fach haben? 😉
        Ich hoffe nicht, dass du am Ende genauso viel meckern wirst wie über die Nachhilfe. Irgendwas stört einen ja immer, aber das werden hoffentlich nur Kleinigkeiten sein. Wobei ich inzwischen auch schon zufriedenen wäre, wenn es eben einfach einen Feierabend gäbe. Allein darum beneide ich dich dann schon. 😀 Deine Nervosität ist doch auch völlig normal – aber es ist ja auch alles aufregend! Ich bleibe dran bei dir! 🙂

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      9. Verheimlicht hab ich das höchstens passiv. 😛
        Ich glaub, in dem ein oder anderen – älteren – Eintrag steht was dazu. Aber da ich hauptsächlich Mathenachhilfe geb, fiel die liebe Germanistik immer etwas unter den Tisch. 😀

        Nee, du, außerdem ist das Bild auch etwas schief, denn die Tage, die unspektakulär liefen, oder an denen mal was Tolles passierte, die hab ich auch nicht immer erwähnt. Manche Sachen sind auch nur in der Situation witzig, und wenn ich die nicht geschildert bekomme…

        Du, ich seh das wie du, allein der Feierabend ist ein gigantischer Vorteil, den man gegenüber Lehrern hat! Die sind ja rund um die Uhr im Einsatz, und wehe, die werden im Supermarkt von Eltern entdeckt! 😮
        Und ich denke auch, dass es eher Kleinigkeiten sein werden, die Bahn, nervige Kommilitonen und so.

        Danke! 🙂

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      10. Das stimmt wohl. Musst mir mal Bescheid sagen, wie es so ist mit echtem Feierabend! 😀
        Und die nervigen Kommilitonen…du hast ja den unschätzbaren Vorteil, schon ein Studium absolviert zu haben. Von daher weißt du ja bereits, wie du mit denen fertig wirst. Meine liebsten Methoden: Ignorieren. Oder in Grund und Boden argumentieren. 😉

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      11. Weiß nicht, ob ich da vor lauter Feierabendentspannung Zeit dazu haben werde. 😉
        Ne, aber das ist schon Luxus.

        Ich weiß, ich hab die wie du im Studium auch meist ignoriert und mir meinen Teil dabei gedacht. Was nur manchmal schwer war, wenn sich irgendwelche Trullas nach vorn in dne Hörsaal setzen und dann während der Vorlesung anfangen, ihren Schuheinkauf auszudiskutieren. *seufz*

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      12. Oje, ja, das fand ich auch immer nervig. Bei uns gab es auch in Vorlesungen Anwesenheitspflicht, deshalb gab es auch richtig oft Störungen in den Vorlesungen, weil eben auch die kommen mussten, denen es eigentlich egal war.
        Man muss ja nicht zuhören, wenn man nicht will, aber dann soll man halt zumindest die Klappe halten und die anderen nicht stören, die was lernen möchten. Sowas konnte und kann ich auch immer noch nur schwer aushalten. :-/

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      13. Jupp, mit Unterschriftenliste. ^^
        Das dachte ich mir auch immer, und das dachten – und äußerten! – auch die Dozenten regelmäßig. Hat trotzdem keiner zum Anlass genommen, leise zu sein oder zu gehen…

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  3. Für deine Oma war es so besser. Halt sie gedanklich so fest, wie sie vorher war.

    Natürlich bricht man ab…. macht man, was man selber will. Wenn du für dich das Gefühl hast, deinen Job verfehlt zu haben, dann lass ihn fallen und such dir einen neuen Job, eine neue Richtung. Es ist nur DEIN Leben. Da hat keiner Ansprüche zu stellen außer du selbst.
    Was will man mit einem Job, der einen täglich unglücklicher macht? Das wird auch irgendwann auf diese „macht man nicht“ – Menschen zurückfallen.

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    1. Ich danke dir, das versuche ich. Sie war schon einige Jahre nicht mehr die Alte, aber ich kann mich wahrscheinlich sowieso glücklich schätzen, so eine lange Zeit mit meinen Großeltern (gehabt) zu haben. Ich bin ja nun auch schon etwas älter…
      Vielen Dank auch für deinen Zuspruch! Ich hatte dich eher für einen Sicherheitsmenschen gehalten, umso toller finde ich es jetzt, dass du so rigoros meiner Selbstverwirklichungspropaganda zustimmst. 🙂 Diese „macht man nicht“-Menschen sind ja auch so gar nicht mein Fall. Die sollen sich mal um ihren eigenen Kram kümmern.

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      1. Ich und Sicherheitsmensch? Stimmt zumindest teiweise. Es gibt dinge, da muss man mal über seinen Schatten springen. So wie unser Umzug nach Bayern. Völlig auf blauen Dunst. Wir sind ja im Grunde als Arbeitslose nach Bayern gegangen. Neuanfang bei 98% Die zwei Prozent war die Wohnung, die wir im Vorfeld schon bekommen hatten (durch Glück und Beziehungen).

        Es sagt keiner was dagegen, sich Rat bei anderen zu holen oder deren „Einwände“ zu überdenken. Aber letztendlich ist es dein Leben und das kannst nur du gestalten. Mögliche Fehlentscheidungen eingeschlossen. Nur durch die lernt man.

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      2. Ach krass! Das ist ja eine tolle Geschichte! Und guck mal an, wie toll ihr euch eingerichtet habt nun in eurem Leben in Bayern. Großartig. Solche Geschichten machen mir Mut – wenn man etwas will und beharrlich ist, dann wird es schon klappen! Super.
        Und letztlich ist es wirklich so, wie du schreibst: Nur durch Fehlentscheidungen lernt man. In solchen „Krisensituationen“ lernt man sich selbst ja oft erst richtig kennen. Menschen, die nie Fehler machen und astreine Lebensläufe haben, sind mir darum auch etwas suspekt. Ich glaube, die kennen sich selbst gar nicht richtig.

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      3. Das war aber auch ein harter Weg dahin. Ich war drei Jahre Leiharbeiter mit Stundenlöhnen von 7.68 – 8.80 Euro / Stunde und meine Maus war sogar 1.5 Jahre arbeitslos. Sie war immer „überqualifiziert“…. In der Zeit hatte ich dann teilweise 200 Stunden im Monat gearbeitet.
        Letztendlich hat sich alles ausgezahlt. Ich bin Festangestellter am Flughafen und Maus hat inzwischen einen Topjob in einem Forschungsinstitut. Der Sprung ins eiskalte Wasser hat sich gelohnt und in einem Platz an der Sonne verwandelt.

        Wenn dein Freund hinter dir steht, dann wirst du letztendlich auch die richtige Entscheidung für dich treffen.
        Was schwebt dir denn eigentlich so vor?

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      4. Toll, ich bin immer noch begeistert, wie super sich das entwickelt hat bei euch, auch wenn es am Anfang erstmal düster aussah. Und den Zwackelmann habt ihr ja auch noch, also wenn das kein Platz an der Sonne ist… 🙂
        Ich habe noch keine Entscheidung getroffen, habe aber hier die Unterstützung, die ich brauche. Das ist gerade auch sehr wichtig. Egal, ob ich es jetzt noch zu Ende mache oder nicht: Ich möchte auf jeden Fall auf lange Sicht meine Leidenschaft fürs Schreiben und Texten zu meinem Beruf machen. Das macht mich glücklich. Und ich glaube, ich kann es auch schon ganz gut. Aber in dem Bereich noch etwas dazuzulernen, dazu hätte ich auch große Lust. 🙂

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      5. Es wird in den nächsten Wochen eine Entscheidung geben. Wann genau, steht noch nicht fest. Ihr werdet es hier aber auf jeden Fall erfahren, wenn sich etwas ändern sollte. 🙂

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  4. Erst einmal: mein Beileid von Herzen. Ich kann das so gut nachvollziehen. Meine Oma ist 2010 gestorben und es ist immer noch hart für mich.

    Was das Thema Pippi angeht, so kann ich deinen Eintrag nur loben, bejubeln und seine Aussage unterstützen. Jedoch kommt mit dem Alter auch Verantwortung (für Familie, Kinder, Haus usw.) und da überlegt man es sich schon, ob man denn den sicheren Job wechselt, nur um etwas zu machen, was mehr Spaß machen könnte. Solange man nur für sich selbst verantwortlich ist, geht das noch relativ einfach, doch sobald man die Verantwortung für andere Menschen übernommen hat, ist es nicht immer leicht Pippi zu sein.

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    1. Ich danke dir. Ich glaube, so richtig realisiert man einen solchen Verlust ja sowieso erst eine gewisse Zeit später. Nun hatte uns meine Großmutter durch ihre Krankheit ja auf eine Art und Weise schon vor einiger Zeit geistig verlassen, aber das macht es trotzdem nicht einfacher. Gerade auch für meinen Großvater nicht. Es stört mich ja eh schon, dass ich so weit weg von meiner Familie wohne, aber in solchen Zeiten besonders. Mehr als regelmäßig anrufen, kann ich für ihn eben nicht tun und das ist schade.

      Ich finde es aber sehr schön, dass ich hier so viel Zuspruch für meine Gedanken zum Thema Selbstbestimmung erhalte. Danke auch dir dafür! Ich stimme dir auch voll und ganz zu, dass es mit der inneren Pippi schwerer wird, sobald Familie, besonders Kinder, im Spiel sind. Trotzdem gibt es in jedem Leben Situationen, in denen auch hier noch Jobwechsel möglich sind, denke ich. Die Elternzeit scheint heutzutage jabeinahe prädestiniert dafür zu sein, eigene Projekte neben der Kinderbetreuung zu starten und sich hier eventuell ein zweites Standbein oder gleich eine neue Existenz aufzubauen. Und auch unseren guten Freund „Zufall“ sollten wir nicht vergessen. Wie viel im Leben passiert durch komische Zufälle? Manchmal fügen sich Dinge einfach, auch ohne großes Zutun unsererseits. Dennoch kann ich es voll und ganz verstehen, wenn man mit Familie einfach Sicherheit braucht; dagegen würde ich auch niemals etwas einwenden.

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  5. Auch meinerseits das Beileid. Ich bin in solchen Sachen immer sehr zwiegespalten. Ich habe viel Tod inklusive vorherigem Siechtum gesehen. Und ich operationalisiere das sehr nüchtern, häufig denke ich mir sogar: „Endlich.“ Andererseits habe ich während meiner Arbeit mit Hochbetagten meine Scheu vom Sterben nicht verloren. Im Gegenteil ist das wohl schlimmer geworden. Und der Verlust für die Hinterbliebenen ist gleich, egal ob es ein „Endlich“ oder ein „Schon“ ist.

    Die Frage nach der Selbstbestimmung ist gar nicht so einfach. Jede Gesellschaft ist auf einen konformistischen Konsens angewiesen, auch die offene und liberale Gesellschaft kann nur viele Dinge tolerieren, weil sie gewisse Lebensformen marginalisiert, ausschließt oder bestraft. Eine Gesellschaft, die ohne Zwänge auskommt, ist meines Erachtens unmöglich. Nun haben wir das Glück, in einer Gesellschaft zu leben, die viele Wege eröffnet und Freiheiten lässt. An mancher Stelle machen wir es uns künstlich selber schwer – oder glauben, unser Umfeld macht es uns schwer. Ein wenig mehr Mut würde gut tun. Aber die Sicherheit ist verlockend. Ich hätte es ja auch fast gemacht. Ehrlich gesagt hatte ich in den letzten Wochen sogar erste zarte Gedanken an die Option verschwendet, doch zumindest das Referendariat zu machen um bessere Chancen am Arbeitsmarkt zu haben, obwohl ich genau das ja nicht wollte.

    Der wichtigste Punkt ist: Scheitern muss okay sein. Auch wenn ich meine Momente des Scheiterns nie als wirkliches Scheitern empfunden habe: Es waren langfristig die wertvollsten und lehrreichsten Momente, weil ich was gelernt habe. Oder was Neues ausprobieren konnte.

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    1. Vielen Dank für deine Worte. Es stimmt – „endlich“ oder „schon“ macht eigentlich keinen Unterschied, denn wenn jemand stirbt, ist es immer ein Schock. Ich glaube, mit dieser Art von Unendlichkeit können wir Menschen einfach schlecht umgehen. Ich bin nicht gläubig, daher finde ich auch keinen Trost im Jenseitsgedanken o.ä. Da haben es viele Menschen aus der Generation unserer Großeltern sicherlich leichter, die einfach ganz anders aufgewachsen sind und sich an religiösen „Versprechungen“ (mir fällt kein besseres Wort ein gerade…) festhalten können. Meinem Großvater hilft das sicherlich sehr im Moment.

      Ich finde es sehr interessant, was du zum Thema „Zwang“ in unserer Gesellschaft schreibst. Ich denke auch, dass gewisse Zwänge einfach sein müssen, aber dass wir es uns oft auch selbst schwer machen. Warum interessiert es uns, was die Nachbarn denken? Das könnte uns egal sein, aber irgendwie wurmt es uns doch immer wieder, wenn sie einen für seltsam halten. Dabei sind wir vielleicht einfach nur mutig und stellen unser Sicherheitsbedürfnis einen Moment zurück. Ich möchte dir aufrichtig dazu gratulieren, dich gegen das Referendariat entschieden zu haben. Es ist schon schwer genug, dieses durchzustehen, wenn man für den Lehrerberuf brennt. Und wenn dem nicht so ist, ist es eigentlich von morgens bis abends eine Qual. Insofern ist es großartig, dass du nun einen tollen, anderen Job gefunden hast, der dir vielleicht etwas weniger Sicherheit bietet, aber bestimmt mehr deinen Interessen entspricht. Und sollte dem doch nicht so sein: So what? Ich finde Scheitern auch völlig in Ordnung. Dabei sollte „Ich kann das nicht.“ genauso als Grund akzeptiert werden wie „Ich will das nicht.“. Letztlich haben wir nur dieses eine Leben (…glaube ich…) und ich will mir nicht am Ende selbst vorwerfen müssen, Zeit mit Dingen verschwendet zu haben, die ich hasse und die mich nicht weiterbringen, nur weil meine Nachbarn dann glücklicher mit mir sind.

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      1. Andererseits: Du weißt nach dem Ref auch: Das ist das, was ich nicht will. Das ist eine wertvolle Lektion. Und du hast gezeigt, dass du diese stressige Zeit durchstehen kannst. Nimm das mit als Lektion, wie stark du bist. 🙂

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  6. Der Brotjob ist in den seltensten Fällen der Traumjob, den sich ein jeder für sich selbst erdacht hat. Aber ich glaube, das das, was jeder für sich selbst als sein/ihr Talent entwickelt hat, auch lieber als Hobby oder Freizeitbeschäftigung machen sollte, da, sobald der Faktor Geld hinzukommt, in gewisser Weise immer die Kreativität und Selbstverwirklichung darunter leidet oder zumindest in Bahnen gelenkt wird (gezwungen oder auch freiwillig).

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    1. Hmm, da hast du natürlich in gewisser Weise recht. Wenn Geld und/oder Vorgesetzte im Spiel sind, können Kreativität oder Motivation darunter leiden – müssen sie aber nicht. Das kommt immer stark auf das entsprechende Umfeld an, glaube ich. Nicht umsonst leben wir im Start Up-Zeitalter bzw. gibt es immer mehr Firmen mit relativ flachen Hierachien und viel Mitarbeitermitbestimmung.
      Aber ich finde es auch völlig okay, wenn man Job und Hobby trennt. Das kann jeder für sich entscheiden. Ich plädiere nur für ein bisschen mehr Mut und Glauben an sich selbst und die eigenen Talente. 🙂

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  7. Mein Beileid! Das mit deiner Oma tut mir sehr leid, obwohl ich mal die Vermutung anstelle, dass ihr euch aufgrund ihrer langen Krankheit wahrscheinlich von dem Menschen, den ihr liebt und kanntet auf eine bestimmte Art und Weise geistig schon früher verabschieden musstet. Es ist wahnsinn, was Krankheit aus den Menschen macht, aber sehr tröstlich, wenn sie friedlich gehen konnten.
    Ich kann mit Trauer auch nicht gut umgehen. Hatte einen Todesfall in der Familie im Frühjahr und ich glaube auf Arbeit war ich ein Wrack.

    Stimmt: die innere Pippi brauchen wir in Deutschland wirklich deutlich mehr. Ich bin zwar selber eine begeisterte Zeichnerin, die sich für den sichereren Beruf entschieden hat, aber das hat noch viel mehr Gründe. Beispielsweise die Gewissheit, dass ich nicht in jeder Stimmungslage zeichnen kann, was es schwierig macht das professionell auszuüben. Aber egal.
    Ich finde einfach, dass viele Menschen sich mit irgendeinem und manchmal einem sehr leichten oder sogar fremdbestimmten Weg einverstanden geben. Und das ist was, dass ich nicht verstehen kann. Das liegt aber auch an der leidenschaftlosigkeit vieler Menschen.

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    1. Ich danke dir. Das kann ich gut nachvollziehen, dass du in so einer traurigen Zeit auf der Arbeit nicht richtig „funktionieren“ konntest. Und das muss man auch nicht, finde ich ! Ich bin ganz dankbar, dass ich in der Woche, in der meine Oma gestorben ist, nicht arbeiten musste.

      Leidenschaftslosigkeit…so habe ich noch gar nicht über das Thema Selbstbestimmung nachgedacht. Aber du hast recht, wenn man eigentlich nichts hat, dass man wirklich gern tut, dann ist es fast egal, was man eigentlich arbeitet und ob man es sich selbst ausgesucht hat oder nicht… Hättest du das Zeichnen denn gerne zu deinem Beruf gemacht? Es wirkt zumindest so, als wärst du in der Informatikbranche auch sehr zufrieden. 🙂

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  8. Hat dies auf voyage des livres rebloggt und kommentierte:
    Die Wahrheit. Hart, aber notwendig. Selbstbestimmung ist wichtig und es ist schwer daran festzuhalten, ohne zu fremdbestimmt zu sein. Ich bewundere alle, die ihr Ziel schon erreicht haben und nehme jeden Tag kleine Schritte auf dieser schier endlosen Treppe.
    Danke für diesen Post.

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