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Seri(e)ös: Sons of Anarchy (Staffel 2)

Mit Nazis kann ich persönlich so gar nichts anfangen. Die Sons of Anarchy übrigens auch nicht. Ich gebe zu, dass mich das etwas überrascht hat, ist doch die Fehde mit den Mexikanern eine ihrer ältesten (und irgendwie auch ihrer liebsten). Da hätte man sich eine gewisse Allianz vorstellen können zwischen den Bikern und den rassistisch veranlagten Unsympathen. Die Handlung meiner momentanen Lieblingsserie nimmt allerdings eine andere Wendung…

Der restliche Beitrag enthält Spoiler zur vorangegangenen, aber nicht zur besprochenen Staffel!

Veränderungen werfen ihre Schatten voraus

Donnas Tod am Ende von Staffel 1 bedeutet nicht nur für Opie einen traurigen Wendepunkt in seinem Leben, sondern auch für Jax, der sich mehr denn je mit den Visionen seines Vaters für den Club identifiziert. Konnte Clay sich seiner Position als Präsident in Staffel 1 noch sehr sicher sein, so macht sich Jax spätestens im Staffelfinale auf den Weg, die Sons in eine andere, eine gewaltfreiere und vor allem legalere Zukunft führen zu wollen. Ein Kampf zwischen König und Kronprinz scheint unausweichlich. Dass dieser durch Johns Manuskript ausgelöst wird, verleiht der Entwicklung zusätzliche Brisanz, da Jax letztlich den Kampf seines Vaters fortführt und auch dessen frühere Position anstrebt. So sind nicht nur die beiden Streithähne emotional involviert, sondern auch Gemma und die älteren SAMCRO-Mitglieder, allen voran Piney, der durch Clays und Tigs übereilte Aktion am Ende von Staffel 1 seine Schwiegertochter verloren hat.

Neue Feinde, alte Bekannte und interessante Geschäfte

Während es intern bei den Sons zu brodeln beginnt, mischen neue Feinde Charming auf. Die sogenannte „Liga“ (die oben angesprochenen Nazis) mit ihrem aalglatten Anführer Ethan Zobelle versucht, SAMCROs Autorität und Geschäfte zu untergraben. Dafür ist ihnen jedes Mittel recht, was nicht nur die Jungs, sondern auch ihre Angehörigen, insbesondere Gemma, auf schreckliche Weise zu spüren bekommen. Während Clay alte Geschäftsbeziehungen wieder aufleben lässt und damit auch das FBI auf den Plan ruft, drängt Jax den Club dazu, sich nach legalen Verdienstmöglichkeiten umzusehen, woraus eine interessante Geschäftskooperation resultiert. Schließlich müssen beide sich entscheiden, ob ihnen ihre persönliche Fehde oder ihre Familie wichtiger ist…

Die Story nimmt Fahrt auf

Nachdem die erste Staffel den Zuschauer in die Welt von SAMCRO einführt und die Figurenkonstellation vorstellt, nimmt die Erzählung in Staffel 2 deutlich Fahrt auf. Die Spannungen zwischen den beiden Hauptcharakteren sind fast greifbar und überlagern die weiteren Handlungsstränge. Bei allem, was geschäftlich oder privat passiert, steht die Frage im Raum, wie es mit SAMCRO weitergehen wird und ob Jax und Clay sich auf eine Richtung für den Club werden einigen können – oder was passiert, wenn sie es eben nicht können. Dabei gibt es einige überraschende Wendungen; und wie so viele andere qualitativ hochwertige Serien ist auch Sons of Anarchy dabei gnadenlos zu seinen Figuren. So viel sei gesagt: Weder von den Freunden noch von den Feinden werden alle die zweite Staffel überleben. Die Serie schafft es trotz ihrer dichten Erzählweise, die Charaktere bemerkenswert genau zu zeichnen und dem Zuschauer so ans Herz wachsen zu lassen. Hier stimmt die Mischung aus harten Jungs und weicheren Tönen zu jedem Zeitpunkt.

Fazit

Staffel 1 von Sons of Anarchy war schon richtig gut  – Staffel 2 kann dieses Niveau problemlos überbieten. Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt, ganz im Gegenteil: Selten wurde eine im Prinzip recht simple Geschichte – der Kampf König vs. Kronprinz – so komplex und tiefgründig erzählt. Dass das auch noch in einem Milieu stattfindet, welches dem Normalbürger letztlich immer verschlossen bleiben wird, bietet einen zusätzlichen Reiz. Ich fühle mich mehr und mehr an The Sopranos erinnert, eine Serie, die ich sehr geliebt habe. Kann es ein größeres Lob geben?

Weiterempfehlung: Die zweite Staffel von Sons of Anarchy ist eine rundum gelungene Fortsetzung der Serie um einen fiktiven Motorradclub in Kalifornien. Die Handlung nimmt deutlich Fahrt auf und wird komplexer, ohne dabei die Figurenenwicklung außer Acht zu lassen. Pluspunkte gibt es zudem für feinen Humor sowie einen grandiosen Soundtrack. Unbedingt anschauen!

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Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

4 Kommentare zu „Seri(e)ös: Sons of Anarchy (Staffel 2)

    1. Du, ich könnte direkt die Review zu Staffel 3 hinterherschieben. Haben wir gestern Abend zu Ende geschaut und war wieder eine spannende und emotionale Reise. Hat mich wirklich gepackt, die Serie! ♥ Es wäre übrigens großartig, würden wir diese Serie parallel schauen. Manchmal habe ich nämlich wirklich Gesprächbedarf. 😀 Aber das holen wir dann nach, wenn du The O.C. beendet hat (Welch Kontrastprogramm!). Ist SoA die nächste Serie auf deiner Liste oder kommt noch etwas vorher dran? 🙂

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      1. Ja, das ist sicherlich klig, wenn du deine bessere Hälfte in die Entscheidung miteinbeziehst. 😀 Obwohl – ich habe mir SoA auch nicht selbst ausgesucht und wurde sozusagen zu meinem Glück gezwungen. 😀

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