Veröffentlicht in Film

Neues aus dem Kino: La La Land

Das Jahr 2016 war ein wirklich gutes Kinojahr für mich, denn ich habe ganze drei Filme auf der großen Leinwand gesehen (und diese drei auch noch allesamt im letzten Quartal des Jahres!).  So oft war ich zusammengenommen in den letzten zehn Jahren nicht im Kino, glaube ich. Das liegt natürlich einerseits an meiner Serienliebe, die ich zu Hause auf dem heimischen Sofa auslebe; andererseits war es in den letzten Jahren auch um meinen Kontostand nie so gut bestellt, dass ein Kinobesuch „einfach mal so“ drin gewesen wäre. Denn für einen Film und ein bisschen Knabberei legt man ja schnell mal 20 Euro auf den Tisch.

Auch wenn es mir ein bisschen widerstrebt, muss ich zugeben, dass ich mehr und mehr Gefallen an der Aktivität „ins Kino gehen“ finde. Ein Serienabend mit dem Herrn Koch zu Hause ist wunderbar gemütlich (Wie unglaublich stark wir beide momentan Sons of Anarchy suchten, das geht auf keine Kuhhaut!), aber ein Abend im Kino ist eben ein Date. Insofern glaube ich ganz bestimmt, dass ich meinen Rekord von drei Kinobesuchen in 2016 in diesem Jahr noch toppen kann. Ich bin sogar so wagemutig und begründe mit diesem Beitrag eine neue Kategorie. Gerne hätte ich sie in Anlehnung an meine Serienbeiträge „Filmös“ genannt, aber das fand ich dann doch zu albern. Dies ist schließlich ein seri(e)öser Blog, bitteschön! 😉

Und so nimmt das Kinojahr seinen Lauf… (Review ist spoilerfrei!)

Wer jetzt neugierig ist, was ich 2016 im Kino gesehen habe, dem kann geholfen werden: Gemeinsam mit zwei Freundinnen sah ich im September, wie zwei Teenager mit einem geklauten Auto durch Deutschland heizen (Tschick), im Oktober mit dem Herrn Koch zusammen, was Haustiere machen, wenn Ihre Herrchen nicht daheim sind (Pets) und im Dezember ebenfalls mit dem Herrn Koch, welche fantastischen Tierwesen Newt Scamander in seinem kleinen Köfferchen dabeihat (Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind). Diese drei Abende waren samt und sonders unterhaltsam und haben mich ein bisschen mit dem Kinovirus infiziert. Als ich dann auf zahlreichen eurer Blogs durchweg begeisterte Rezensionen zu La La Land las – die singende Lehrerin zu Beispiel kriegt sich gar nicht wieder ein vor Lob! 😉 – wollte ich mir das unbedingt auch anschauen. Irritierenderweise bekam der Herr Koch kurz darauf ein ganzes Wochenende frei – und so taten wir ausnahmsweise mal das, was andere Pärchen samstags tun: Wir gingen aus.

Mehr als eine musikalische Liebesgeschichte

Und nicht nur das. Wir gingen ins Kino und ließen uns mitnehmen nach Hollywood ins La La Land, wo zwei unerhört gutaussehende und talentierte Schauspieler (Emma Stone und Ryan Gosling) eine Geschichte erzählen von Erfolg und Misserfolg, von geplatzten Träumen und Hoffnungen, die nie sterben, von Liebe und Leidenschaft und Enttäuschung. Mia und Sebastian sind talentiert, aber erfolglos und kurz davor, ihre beruflichen Träume aufzugeben, als sie sich mehrfach zufällig über den Weg laufen und schließlich trotz aller Probleme und Zweifel ein Paar werden. Wie schwierig der Spagat zwischen Alltag und Liebe und auch zwischen dem Anspruch an die eigene Kunst und der Notwendigkeit, Geld zu verdienen, ist – diese Geschichte erzählt La La Land auf manchmal romantische, manchmal lustige, manchmal dramatische, aber immer unterhaltsame Weise.

Unterhaltung der besten Art

Ist es falsch, La La Land als Popcorn-Kino der besten Art zu bezeichnen? Schon die Einstiegssequenz, in der Menschen auf einer Autobahn singen und tanzen, ist so bunt und voller Leben und guter Laune, dass man sich der Geschichte nicht mehr entziehen kann. Mia in ihren fantastischen Kleidern – ehrlich, ich würde jedes davon sofort in meinen Schrank hängen! – und Sebastian in seinen schicken Anzügen sehen so gut aus, dass man kaum die Augen abwenden kann. Dass beide dann auch noch traumhaft singen und tanzen und Ryan Gosling sogar die Piano-Sequenzen selbst gespielt hat, ist das I-Tüpfelchen auf einer zwar nicht neuen, aber gut erzählten und vor allem gut und bunt inszenierten Geschichte.

Während wir mit den Hauptdarstellern durch die Jahreszeiten reisen, werden die Töne langsam melancholischer und am Ende kommt es anders, als ich es erwartet hätte – und auch anders, als die Handlung des Films es erwarten lässt. Das ist wohl der Moment, in dem La La Land aufhört, einfaches Popcorn-Kino (der besten Art!) zu sein und den Zuschauer noch eimal in die Irre führt, bevor der Film offenbart, welches Schicksal er für seine beiden Goldsternchen vorgesehen hat.

Fazit

La La Land macht Spaß. Punkt. Hier könnte das Fazit enden, aber ein bisschen mehr gebe ich euch noch mit auf den Weg. 😉 All die großartigen Rezensionen und auch die zahlreichen Golden Globes bzw. Oscar-Nominierungen können nicht falsch liegen, denn La La Land bietet in der Tat mehr als gute Unterhaltung. Wer überhaupt nicht auf Musicals oder Musikfilme steht, sollte vielleicht einen Bogen darum machen, alle anderen werden es nicht bereuen, Geld in den Kinobesuch investiert zu haben (Futur II). Eine beschwingte und dennoch nachdenkliche Story mit zwei starken Charakteren, die von Emma Stone und Ryan Gosling perfekt und zu jeder Sekunde glaubhaft verkörpert werden, unterlegt mit toller Musik – all das bietet La La Land. Kann man sich mehr von einem Kinoabend wünschen? Ich bin gespannt, ob La La Land bei den Oscars erneut groß abräumen wird und kann nicht sagen, dass der Film es nicht verdient hätte.

Weiterempfehlung: Ja!

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Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

4 Kommentare zu „Neues aus dem Kino: La La Land

  1. Das freut mich sehr, dass du dich auch so in diese bunte Welt hast entführen lassen! 🙂 Und ja, das melancholische Ende gibt dann einfach noch mehr her als nur beste Popcorn-Unterhaltung!

    Danke auch für die explizite Nennung meiner Kritik! 🙂 ❤

    Gefällt 1 Person

    1. Gerne! Deine Review war so überzeugend und ein Grund dafür, dass ich mir den Film angesehen habe. Und ich habe es nicht bereut. 🙂 Und wenn ich als Nicht-Filmkenner das schon sage, muss das etwas heißen. Ist wirklich ein mitreißend fröhlich-bunter und gleichzeitig nachdenklicher Film. 🙂

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