Veröffentlicht in Dieser Blog, Fernsehserien

Seri(e)ös: You’re gonna be fine.

Als ich diesen Blog vor inzwischen über vier Jahren ins Leben rief, tat ich das recht blauäugig. Der Blogname fiel mir schnell ein und passt nach wie vor zu mir und meinem Leben. Heute hätte ich wahrscheinlich einen anderen ausgewählt, aber mit neuesvomschreibtisch bin ich inzwischen so verwachsen, dass ich ihn nicht mehr hergeben möchte. Nun eröffnet WordPress aber die Möglichkeit, seinem Blog eine Unterüberschrift, sozusagen einen Zweitnamen oder ein Motto zu geben. Für mich war schnell klar, dass es hier eine Verbindung zum Thema TV-Serien geben, aber der Leitspruch dennoch allgemeingültig sein sollte. Alle Varianten von „Ein Blog über…“ oder „Beiträge zu…“ fielen daher heraus. Letztlich entschied ich mich aus mehreren Gründen für You’re gonna be fine. Heute erzähle ich Euch, wie es dazu kam und was mir dieses Motto inzwischen bedeutet.

Der Einfluss der Lieblingsserie

Der ein oder andere hat es in den letzten Jahren bestimmt bemerkt: Ich bin großer Fan der amerikanischen Mystery/Sci-Fi-Serie Fringe. Von 2008 bis 2013 nahm sie mich und alle anderen Zuschauer mit auf eine emotionale Reise zwischen verschiedenen Welten und Zeiten. Neben der Mythologie liegt die Stärke der Serie vor allem in den Beziehungen der Figuren zueinander. Diese sind nicht nur romantischer oder familiärer Natur, sondern auch kollegialer oder freundschaftlicher. Eine besondere, die auf dramatische Weise endet, brachte mich auf mein Blogmotto: Die Rede ist von der Freundschaft zwischen Olivia und ihrem Kollegen Charlie. Bei ihrem ersten FBI-Einsatz sagte Charlie zu der überforderten Olivia, dass schon alles gut gehen wird (You’re gonna be fine.), was den Beginn ihrer engen Verbindung markiert. Nachdem Olivia in Staffel zwei den Charlie-Gestaltwandler auf traumatische Weise niedergerungen hat, ist sie untröstlich über den Verlust ihres Kollegen. Sie sucht daraufhin Sam Weiss auf, der schon Nina Sharp bei der Verarbeitung eines schlimmen Ereignisses unterstützte. Sam gibt ihr daraufhin eine Aufgabe: Sie soll sich Visitenkarten von allen Menschen geben lassen, die ihr begegnen und die etwas Rotes tragen. Anschließend trägt er ihr auf, in jedem Vor- und Nachnamen einen Buchstaben zu markieren und aus all diesen scheinbar wahllos ausgesuchten Lettern einen Satz zu bilden – und zwar nicht irgendeinen, sondern DEN Satz, den sie jetzt braucht, um mit ihrem Trauma abzuschließen. Nach einigen erfolglosen Puzzel-Versuchen gelingt es ihr und schwarz auf weiß steht auf ihrem Notizblock You’re gonna be fine. – der Satz, den Charlie bei ihrem Kennenlernen zu ihr sagte.

Ein Satz, der (Selbst-)Sicherheit gibt

Als toughe FBI-Agentin ist Olivia täglich Gefahren und emotional aufwühlenden Situationen ausgesetzt. Charlie ist dabei so etwas wie ihr „Fels in der Brandung“ – jemand, der an sie als Person glaubt, der an ihr Können glaubt und damit auch daran, dass sie aus jeder Situation als Siegerin hervorgehen wird. Diese Unterstützung gibt Olivia Halt und so ist es nicht verwunderlich, dass sie sich nach Charlies Verlust allein und vielleicht auch verwundbar fühlt. Sams Aufgabe lenkt sie ab und zeigt ihr schließlich, dass sie inzwischen so stark ist, auf eigenen Beinen zu stehen und an sich und ihre Fähigkeiten zu glauben. So schmerzt der Verlust zwar immer noch, aber letztlich kann Olivia ihren Frieden mit Charlies Tod machen und gleichzeitig Selbstsicherheit daraus ziehen.

You’re gonna be fine. – Von der TV-Serie zum Blogmotto

Mich hat Charlies Schicksal und Olivias Umgang damit sehr berührt. Bei den unzähligen Rewatches, die ich dieser Serie schon habe angedeihen lassen (Ja, es waren mehrere. Und ja, jedes Mal die ganze Serie…), waren die ersten Folgen der zweiten Staffel immer eine emotionale Achterbahnfahrt für mich. Es ist traurig zu sehen, wie Olivia mit Schuldgefühlen kämpft und sehr berührend, wenn sie an Ende Sams Aufgabe löst und einen persönlichen Abschluss mit den Geschehnissen findet. Für mich wird der Satz You’re gonna be fine immer mit Fringe und Olivias und Charlies besonderer Beziehung verbunden bleiben. Wir alle brauchen jemanden, der uns den Rücken stärkt. Das gibt uns Selbstsicherheit und Selbstvertrauen für die kleinen und großen Aufgaben des Lebens. Ich für meinen Teil glaube fest daran, dass es immer irgendwie weitergeht und ich aus jeder Krise gestärkt hervorgehen kann. Insofern passt das Motto You’re gonna be fine sehr gut zu meinem Leben – und eben auch zu diesem Blog. So schnell werde ich es darum nicht ändern.

Bloggt Ihr unter einem bestimmten Motto? Wenn ja, wie seid ihr darauf gekommen und wenn nein, warum nicht? Und nehmen Euch TV-Serien auch bisweilen mit auf solch emotionale Reisen?

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Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

27 Kommentare zu „Seri(e)ös: You’re gonna be fine.

  1. Danke sehr für den Einblick, was es mit dem Motto auf sich hat. Endlich ist das Geheimnis gelüftet. 🙂
    Mein eigenes Motto ist bloße Wortspielerei. „Gedankenhaptik für euch“ ist der Anspruch, hin und wieder einen Gedanken, den ich habe, anschaulich zu machen. Es geht ums „begreifen“, das ja mit Haptik zu tun hat, wenn auch nur im metaphorischen Sinne … Daraus ließ sich aber kein schönes Motto formulieren, also habe ich ein Wort erfunden, das den Prozess des Begreifens begreifbar macht … Und heraus kam die Gedankenhaptik.

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    1. Sehr gerne! Ich hoffe, die Geschichte hinter dem geheimen Motto hat nicht enttäuscht.;-)
      Ich finde deine Wortkreation Gedankenhaptik sehr anschaulich und auch passend – du bloggst ja durchaus mit philosophischem Anspruch. 🙂

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    1. Danke dir für das Kompliment! 🙂 Ich hatte das Motto auch nicht von Anfang an, es hat sich irgendwann einfach als passend erwiesen. Insofern: Viel Spaß bei deiner Blogger-Selbstfindungsphase. Sei gespannt, was dabei herauskommt! 😉

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  2. Sehr schön beschrieben. Passt auch gut zu dir und deinem Blog 🙂

    Bei mir war der Spruch lange „Tonight is gonna be a large one.“ aus der TV-Serie „Spaced“. Musste nun aber der Domain weichen… 😉

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    1. Danke, aber gleichzeitig: Waaaas, du hast Fringe nicht gesehen?!?
      *kippt vor Schreck rückwärts vom Stuhl*
      Unbedingt anschauen, unbedingt die Komplettbox erwerben – heute noch! 😀

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  3. Das hast du wunderbar erklärt und ich als Auch-Fringe-Fan kann deine Beweggründe sehr gut nachvollziehen.

    Bei mir sind das Erinnerungswerte. Wortman bin ich seit Anfang der 90er zirka,
    Wortwelten ist der Begriff für unser Bestreben, Welten aus worte zu bauen. Wortwelten eben. So hieß u.a. auch meine Zeitung damals.

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  4. Wie schön, toller Beitrag.👏

    Unser Blog heißt Lehrercafe, der Name spricht für sich. Auf einen Untertitel haben wir verzichtet, irgendwie hatten wir keine Idee dazu. Es ist kein typischer Lehrerblog, er hebt sich deutlich von zahlreichen bloggenden Lehrern im Netz ab, die vom Wahnsinn des Schulalltags direkt aus dem Klassen- oder Lehrerzimmer berichten. In unserem Blog schauen wir über den Klassenraum hinaus in die weite Welt der Bildungslandschaft. Und da wir uns monatlich in unserem Cafe zum Plauderstündchen treffen, kam die Idee, uns Lehrercafe zu nennen. Seit 9 Monaten sind wir nun schon online und fühlen uns mit unserem Blog und unserem Namen pudelwohl. LG Ela☕

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    1. Danke für dein Lob, Ela! 🙂 Ich stimme dir zu, euer Lehrercafe ist wirklich ein untypischer Lehrerblog – aber auf sehr angenehme Weise untypisch. Ich finde es auch schön, dass ihr eure analogen Cafe-Treffen einfach in die digitale Welt überführt und euren Blog auch danach benannt habt. Ich lese auf jeden Fal lgerne bei euch rein, auch wenn ich dem Lehrerberuf den Rücken gekehrt habe. Insofern – weiterhin viel Spaß in eurem ganz privaten Cafe. 🙂

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