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Seri(e)ös: Sons of Anarchy (Staffel 5)

Oder auch: There will be blood. Hätte die Staffel einen Untertitel, dann wäre es wohl dieser…

Ich dachte ja nicht, dass mich nach den vorangegangenen vier Staffeln mit den Herren Motorradfans noch etwas erschüttern kann. Wie falsch ich lag, hat mir Staffel fünf gezeigt, die äußerst blutig daherkommt und außerdem mit der wirklich ekligsten Szene der Serie bis dato aufwartet. Welche das ist und wie mir Staffel fünf gefallen hat, lest Ihr in dieser Review, die leider nicht spoilerfrei bleiben kann!

Zum Inhalt

Was schreibt Amazon denn, was den geneigten Zuschauer in Staffel fünf erwartet?

Die fünfte Staffel der adrenalingeladenen Serie Sons of Anarchy von Kurt Sutter ist noch härter und explosiver (…). Als neuer SAMCRO-Boss hat es Jax mit skrupellosen Gegnern und bitterem Verrat zu tun. Während Gemma um die Kontrolle über die Familie kämpft und der blutrünstige Clay auf Rache sinnt, wird Jax von den Sünden seiner Vergangenheit eingeholt. Es geht um neue Bündnisse, Freundesmorde und um Loyalitäten, die auf eine harte Zerreißprobe gestellt werden. Jetzt, wo die Wahrheit ans Licht kommen könnte, muss Jax alles tun, um das Erbe der Bruderschaft zu sichern und seine Familie zu schützen – auch wenn er dafür den ultimativen Preis zahlen muss…

Dröseln wir das Ganze doch noch etwas auf: Die „skrupellosen Gangster“ sind hier vor allem Damon Pope, ein als Geschäftsmann getarnter Krimineller, und seine Crew, die durch Tigs unüberlegte Racheaktion am Ende von Staffel vier gegen die Niners nun ein Hühnchen zu rupfen haben mit SAMCRO. Der „bittere Verrat“ sowie die Frage nach Loyalitäten hingegen zielen eher auf interne Clubprobleme ab, so etwa Clays Deal mit den Nomads oder Juice‘ erzwungene Kooperation mit dem Sheriff, die Jax‘ endlich zu Ohren kommt. Eine große Rolle spielt zudem Otto, der nach wie vor im Gefängnis auf seine Hinrichtung wartet, von Tara aber dazu gebracht wird, seine Aussage gegen den Club zunichte zu machen. Gleichzeitig stellt er mit seinem Mord allerdings die Weichen dafür, genau sie hinter Gitter zu bringen. So ist es nicht verwunderlich, dass Tara noch stärker darauf pocht, ihre Söhne aus Charming fortzubringen und Gemma noch erbitterter dagegenhält. Am Ende findet Jax‘ einen Weg, sich seiner Probleme mit Clay und Pope auf einen Streich zu entledigen, muss dafür aber ebenfalls einen Preis zahlen.

Das Thema Gewalt

Die Gewaltspirale in Staffel fünf ist letztlich ein Resultat unglücklicher Umstände, die bereits am Ende von Staffel vier beginnen, nämlich in dem Moment, in dem Jax‘ Tig in dem Glauben lässt, die Niners hätten etwas mit Pineys Tod zu tun und dieser (mal wieder) im Alleingang auf Rache sinnt. Kann ja keiner ahnen, dass er aus Versehen die Tochter des mächtigsten Gangsters in Oakland tötet. Frei nach dem Motto „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ muss Tig diese Handlung teuer bezahlen, indem er mit ansieht, wie Pope seine Tochter bei lebendigem Leib verbrennt. So schlägt der Zuschauer bereits in Folge 1 der fünften Staffel das erste Mal die Hände vors Gesicht, weil es kaum zu ertragen ist, sich diese Verbrennung anzuschauen. Noch schlimmer wird es einige Folgen später, wenn Opie im Gefängnis um sein Leben kämpft, verliert und Jax‘ zusehen muss, wie sein bester Freund seit Kindertagen zu Brei (und zwar wirklich zu Brei) verarbeitet wird. Damit erreicht die fünfte Staffel schon in ihrem ersten Drittel ein neues Level an Brutalität, das auch in der Folge nicht abnimmt. Bei Ottos Mord an einer Krankenschwester spritzt das Blut in alle Richtungen und auch Jax‘ selbst gönnt sich zum Ende der Staffel noch genüsslich einen Mord.

Tatsächlich habe ich mich im Laufe der Folgen gefragt, warum die explizite Gewaltdarstellung gerade in dieser Staffel so gehäuft auftritt. Die Verbrennung von Tigs Tochter war grausam und für den weiteren Verlauf der Handlung nicht unbedingt notwendig. Ottos Mord hätte ebenfalls weniger brutal ablaufen können, jedoch passt es natürlich zum Bild des Wahnsinnigen, wenn er x-mal brutal mit einem Kreuz auf eine unschuldige und wehrlose Person einsticht. Opies brutaler, sinnloser und doch irgendwie aufopfernder Tod hingegen trifft Jax tief und lässt ihn einerseits noch skrupelloser werden (Stichwort: Tig), zeigt ihm andererseits aber auch, dass der Club wirklich dringend dem Zyklus aus Gewalt entkommen muss. Wie das gehen soll ohne noch mehr Gewalt – dafür findet er allerdings keine Lösung. Und vielleicht ist genau das der Grund für die brutalen Szenen: Sie sollen zeigen, dass es kein Entkommen gibt aus der Gewaltspirale: Gewalt erzeugt immer noch mehr Gewalt, sodass es nicht möglich ist, diesem Kreislauf je zu entrinnen. Außer man stirbt.

Für mich fühlt es sich rückblickend so an, als ob Staffel fünf die Weichen stellt für den weiteren Verlauf und auch das Ende der Serie. Es bleiben nur noch zwei Staffeln und somit nicht mehr viel Zeit für Jax‘ und Co., den Club endlich (wieder) in ruhigeres Fahrwasser zu steuern. Ob ihnen das gelingen wird, daran habe ich meine Zweifel. Ich habe eine starke Vermutung, wie die Serie enden wird, aber diese behalte ich noch für mich. In einigen Wochen wissen wir dann, ob ich damit recht hatte. Bis dahin halte ich ein Kissen bereit, um es mir im Falle von zu viel Blut vors Gesicht zu halten. Das habe ich übrigens auch bei der wirklich ekligsten Szene getan. Ich sage nur: Ottos Zunge…

Fazit

Jetzt habe ich mich in der Review sehr auf das Thema Gewalt versteift. Natürlich gibt es viele weitere unblutige Handlungsstränge und Szenen, die den Zuschauer in die SAMCRO-Welt mitnehmen, die er in den ersten vier Staffeln liebgewonnen hat. Das Thema Familie ist nach wie vor ein wichtiges für Jax und Tara, aber natürlich auch für Gemma. Dennoch überlagert die deutlich rauere und blutigere Handlung in Staffel fünf für mich (fast) alles andere. Die Serie funktioniert dennoch weiterhin exzellent, was einfach auch daran liegt, dass der Zuschauer in Staffel fünf so angekommen ist in Charming und dieser gewalttätigen Welt, dass ein Mord mehr oder weniger ihn oder sie nicht verschrecken. Für mich setzt diese Staffel dennoch einen neuen Ton und ich bin gespannt, ob dieser in Staffel sechs beibehalten wird.

Weiterempfehlung: Die fünfte Staffel der Serie rund um Jax‘ Teller und seine SAMCRO-Jungs nimmt den Zuschauer mit auf eine emotionale, aber gleichzeitig spannende und wirklich blutige Reise, in deren Verlauf so einige Freunde und Feinde ihr Leben lassen müssen. Damit positioniert die Serie sich vor ihren letzten beiden Staffeln noch einmal neu, rückt Hierarchien zurecht und entledigt sich einiger alter Probleme, während neue hinzukommen. Wer vor expliziten Gewaltdarstellungen keine Angst hat, kann auch dieser Staffel einiges abgewinnen. Alle anderen wappnen sich am besten innerlich dagegen und wagen trotzdem den erneuten Ausflug nach Charming. Auch im fünften Jahr verliert die Geschichte nämlich nichts von ihrem Reiz.

Ganz schön blutig, was da in Staffel fünf in Charming los war! Ist Euch dieser Unterschied zu den früheren Staffeln auch aufgefallen? Und wie steht Ihr zum Thema Gewalt in Serien?

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Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

5 Kommentare zu „Seri(e)ös: Sons of Anarchy (Staffel 5)

  1. Hach, Opie. So ein toller Seriencharakter…
    Ab der nächsten Review kann ich dann nicht mehr mitlesen, weil die Staffel kenne ich noch nicht. Du hast mich tatsächlich ein- und überholt. Immer diese Serienjunkies. Tststs… 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Opie! ♥
      Der Herr Koch und ich waren mehr als geschockt, was es für ein Ende mit ihm genommen hat. Das war wirklich unerwartet und fürchterlich grausam. Er fehlt mir tatsächlich nun in Staffel 6 ein bisschen, aber tot ist tot…
      Und sei nicht traurig, dass ich dich überholt habe. Dann wissen wir jedenfalls, worüber wir in zwanzig Jahren diskutieren können, wenn du auch endlich durch bist. 😀

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