Veröffentlicht in Fernsehserien

Seri(e)ös: Die Krux mit dem Seriennachschub

Süchtige sind immer auf der Suche nach neuem Stoff. Je nachdem, was das Suchtmittel der Wahl ist, kann der Bezug einfacher oder schwieriger sein. Alkohol und Zigaretten sind leicht zu bekommen, da sie überall und rund um die Uhr verfügbar sind. Auch andere Genussmittel wie Schokolade, Erdnüsse oder sonstiger Süß- und Knabberkram lassen sich leicht beschaffen. Dafür Geld zu bezahlen, finden wir selbstverständlich. Eine Schachtel Zigaretten kostet inzwischen sechs Euro, habe ich mir sagen lassen. Wenn es aber um den Konsum geistigen Eigentums anderer geht, nach dem viele von uns mindestens genauso süchtig sind wie nach der leckeren Schokolade oder dem teuren amerikanischen Markeneis, sieht das komischerweise anders aus. Illegale Downloads, zwielichtige kostenlose Streamingplattformen, deren Legalität ich als mindestens „tiefgrau“ einstufen würde, sowie Tricksereien mit ausländischen IP-Adressen sind nach wie vor beliebte Mittel, die Sucht zu befriedigen. Ich finde das faszinierend.

Die Menschen hinter der Story

Das kam jetzt falsch rüber, denn eigentlich finde ich es traurig. Hinter jeder Serie steckt nicht nur eine Produktionsfirma, sondern mindestens ein kreativer Kopf, meistens sogar mehrere. Das sind Menschen, die sich Geschichten überlegen, um andere wie dich und mich zu unterhalten. Um uns ein kurzes mediales Ausbrechen aus dem Alltag zu erlauben und in fremde Welten zu entführen. Damit tragen sie einen großen Teil dazu bei, unser Leben schöner zu machen, oder? Mein Leben wäre nämlich definitiv ärmer, könnte ich meine Abende nicht mit meinen aktuellen Serienobsessionen verbringen. Wie viele schöne, spannende und emotionale Stunden ich in den letzten Jahren mit den Sopranos, den Fishers, den Bishops, den hübschen kleine Lügnerinnen, den auf der Insel Gestrandeten oder den gut aussehenden Männern in Anzügen hatte, kann ich nicht einmal annähernd beziffern. Und das will ich auch nicht, denn ich bin einfach dankbar dafür, in einer Zeit zu leben, in der mir dieses kleine (fast) tägliche Vergnügen vergönnt ist. Dankbar, dass es Menschen und Firmen gibt, die meine Sucht nach seriell erzählten Geschichten befriedigen und sich immer wieder neue Storys einfallen lassen.

Legal schauen oder auf dem neuesten Stand sein – eine Grundsatzentscheidung

Auch ich bin der Seriensucht verfallen, wie den Lesern dieses Blogs schon lange klar ist. Auch ich möchte nicht ein Jahr auf neue Folgen meiner Lieblingsserie warten. Ich möchte mir aber genausowenig jede Folge sofort nach Erscheinen in den USA oder Großbritannien kostenlos irgendwo in einer zwielichtigen Ecke des Internets anschauen, denn in meinen Augen ist das Diebstahl geistigen Eigentums. Hart gesagt ist das nämlich nichts anderes, als sich in einer Buchhandlung den neuesten Bestseller unter den Mantel zu stecken und ihn kostenlos mit nach Hause zu nehmen. Man mag diese Einstellung krass oder übertrieben finden und mir ein „Aber die Firmen verdienen genug Geld daran – so what?“ zurufen. Für mich gibt es da trotzdem keine zwei Meinungen. Semilegales Streaming hat nämlich weitreichende Konsequenzen, setzt es doch einen Teufelskreis in Gang. Wer sich die aktuellen Folgen bereits online angesehen hat, wird sich diese kaum noch im TV oder im legalen Streaming anschauen. Auch die DVD wandert wahrscheinlich nicht ins Regal. Die Einnahmen aus diesem „Vergnügen“ belaufen sich für die Produktionsfirma und Co. also auf 0 Euro. 0 Euro für die Arbeit der Autoren, Regisseure, Darsteller, Produktionsfirmen, TV-Sender, Vertriebskompanien oder Streaminganbieter. Würdet Ihr für 0 Euro arbeiten? Ich nicht, weshalb sich in meinen Augen auch niemand, der solche tiefgrauen Methoden nutzt, jemals darüber beschweren darf, wenn seine Lieblingsserie wegen schlechter Quoten oder Aufrufzahlen eingestellt wird. Er ist Teil dieses Problems.

Eine Frage des Geldes? Eher eine der Einstellung…

Ich kenne alle Gründe, die dafür sprechen, diese Grauzone zu betreten, glaubt mir. Nicht nur die der Aktualität, sondern auch die finanziellen. Aber mal ehrlich: Amazon Prime kostet 69 Euro im Jahr, für Studenten sogar nur 34 Euro. Für ein Netflix-Abo für zwei Geräte fallen monatlich 9,99 Euro an; teilt man es sich mit einem Freund liegt der Preis für unbegrenztes Streaming hier monatlich unter fünf Euro. Ganz legale und kostenlose Unterhaltung bieten zudem die Mediatheken der TV-Sender sowie Portale wie MyVideo, Clipfish oder auch YouTube. DVDs und Blu-rays lassen sich wunderbar in der örtlichen Bücherei ausleihen, so uncool sich das zunächst auch anhört. Das Angebot dort ist meistens viel besser, breiter und aktueller, als man es sich vorher ausgemalt hat.

Ich bin darum der festen Überzeugung, dass das Betreten der genannten Grauzonen immer eine bewusste Entscheidung ist, die in den seltensten Fällen wirklich etwas mit der Finanzlage zu tun hat. Hier bahnt sich die Sucht ihren Weg, was ich sehr gut verstehen kann. Dennoch hilft auch hier, wie in so vielen Situationen des Lebens, die Gelassenheit weiter: Serienstaffeln sind kein vergängliches Gut, sondern haben auch ein paar Wochen oder Monate nach der Ausstrahlung im gelobten Land nichts an Qualität eingebüßt. Und Vorfreude ist bekanntlich immer noch die schönste Freude, oder?

Eigentlich wollte ich nur über die verschiedenen Wege schreiben, auf denen Serien bezogen werden können – nun ist ein Plädoyer für legalen Konsum und Respekt gegenüber dem geistigen Eigentum anderer daraus geworden. Trotzdem möchte ich zum Abschluss noch eine kleine Umfrage starten, also verratet mir doch, welche Wege ihr nutzt, um Euch Serien auzuschauen.  Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse und auch auf Eure Meinung zu diesem doch brisanten Thema. Aber hey – wer nicht fragt, bleibt dumm, oder? 🙂

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Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

41 Kommentare zu „Seri(e)ös: Die Krux mit dem Seriennachschub

  1. Ich fühle mich gleich sehr viel weniger schlecht, wenn ich abends durch die Stadt laufe, um mir noch irgendwo Tabak zu organisieren (wenn man nicht einfach irgendwas rauchen will, ist das nämlich gar nicht so einfach und fängt schon mit „Wo krieg ich jetzt noch Drehtabak her?“ an) und dabei zunehmend irre werde, denn all die semilegalen Streamer tun es genau so, es ist nur gesellschaftlich akzeptiert. Sehr schön. 🙂
    Inhaltlich bin ich auf deiner Seite (und das, obwohl ich zur Generation Filesharing gehöre), ärgere mich aber manches Mal auch darüber, dass gewisse Inhalte doch nicht so leicht verfügbar sind … oder bei uns erst später zur Verfügung stehen … oder wegen der Distributionspolitik der Produzenten unverschämt teuer ist. Die Star Trex DVD Boxen sind dafür ein schönes Beispiel, die haben seinerzeit 100€ pro Stück gekostet. Völlig utopisch. Damals gab es auch noch kein Streaming – die Wahl war also: Star Trek im TV gucken, wenn es läuft, illegal besorgen (gebraucht war da auch nicht viel zu machen) oder darauf verzichten.
    Ich kann bis heute jeden verstehen, der in solchen Fällen sagt: Ich habe eine sehr lockere Brieftasche, aber ich bin nicht zum Melken hier. Also greife ich zum zivilen Ungehorsam.

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    1. Oje, ich wusste nicht, dass das Leben als Raucher so anstrengend sein kann. Ist es echt so schwierig, Tabak zu beschaffen? Ich dachte, da gibt es an jeder Tanke ein mehr als reichhaltiges Angebot.

      Was das Thema Distributionspolitik von Serien angeht, kann ich – wie gesagt – zivilen Ungehorsam durchaus verstehen. Gerade ältere oder wenig bekannte Serien sind bisweilen wirklich unverschämt teuer oder anders gar nicht zu beschaffen. Meine Ausführungen zielen auch eher auf die Generation „Alles und zwar sofort und kostenlos“ ab. Die neue Staffel Game of Thrones, The Walking Dead oder Pretty Little Liars wird es nämlich auf jeden Fall nach Deutschland schaffen bzw. im Stream oder auf DVD geben. Wenn man denn ein wenig Geduld (+ Geld) investieren würde…

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      1. Klar gibt es an jeder Tanke Tabak. Aber Tankstellen liegen Autofahrer-freundlich und nicht Fußgänger-freundlich. 😉
        Was die Geduld übrigens betrifft, halte ich es fast schon für frech, Streamingangebote nicht gleich weltweit zu starten. Wofür die Kundschaft „ärgern“?

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      2. Ah, darüber habe ich mir natürlich noch nie Gedanken gemacht. Ist Stuttgart keine Kiosk-Stadt? Kiel war auch keine, dafür ist Braunschweig gepflastert mit solchen Lädchen.

        Ich glaube, dass diese verzögerten Starts gerade bei Serien, die schon ein paar Staffeln lang laufen, etwas mit den Rechten daran zu tun haben. Wenn die neue Staffel Arrow schon auf Netflix läuft, guckt die auf Vox doch keiner mehr. Oder?

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  2. Ich liebe Netflix und zahle dafür echt wenig, dafür, dass es so eine Riesenauswahl und gute Qualität bietet. Da würde ich tatsächlich auch deutlich mehr für zahlen, aber wenn es so günstig ist, bitte! 😉 Und ich bin froh, dass man da alles in OV schauen kann. Vor einigen Jahren war es nicht so einfach, an OV ranzukommen (außer über DVDs vielleicht, aber bis mal was auf DVD erscheint… zumal ich die wirklich teuer finde) und deutsches Fernsehen empfange ich schon lange nicht mehr (ih, Synchronisationen und dann noch die ganze Werbung – und das für 20€ oder so im Monat, da ist das Fernsehen einfach nicht mehr auf dem aktuellen Stand, weil Mediatheken im Internet legal (!) schon so viel hergeben). Was ich an Netflix blöd finde, ist, dass die Rechte wohl länderspezifisch eingekauft werden und die USA aus Prinzip deutlich mehr zur Verfügung hat (zum gleichen Preis). Dass Netflix Deutschland zB kein Grey’s Anatomy hat, finde ich schade, weil das ja auch keine kleine, unbekannte Serie ist, bei der man das gut nachvollziehen kann. Aber gut, die Auswahl ist trotzdem wirklich riesig. ❤
    Mit dem Jahresbeitrag bei Amazon Prime muss ich dir aber widersprechen, da verschweigst du, was irgendwie alle Prime Fans verschweigen (ich nutze es für die Amazon-Dienste, aber Prime Video ärgert mich): Oft ist es so, dass man trotzdem noch draufzahlen und Filme/Staffeln zusätzlich kaufen muss, was teilweise wirklich ins Geld geht. Darüber regen sich meine Eltern regelmäßig auf. Auch da lobe ich mir Netflix. 😉
    Ich weiß also nicht so recht, wieso man sich bewusst gegen so eine kostenpflichtige Plattform entscheidet, weil zumindest Netflix so günstig ist, dass sich das doch die meisten Leute leisten können werden (wie du sagst, wenn man es sich teilt, sowieso, dann liegt der Preis zwischen 3 un 5€!), und dann eben auch Zugriff auf alles haben, was es zu bieten hat. Bei Amazon verstehe ich wie gesagt den Missmut – wenn dann da steht "Staffel für 30€ kaufen", mhpf.

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    1. Hmm, da merkt man wohl, dass ich kein Amazon Prime-Kunde bin. 😀 Ich wusste, dass es kostenpflichtige Zusatzangebote gibt, aber war der Meinung, dass das im Beitrag inkludierte Angebot eigentlich schon recht üppig ist. Aber vielleicht ist dem auch nicht so. Ich sollte mal den kostenlosen Probemonat ausprobieren. 😀
      Von Netflix bin ich tatsächlich auch begeistert, weil das Angebot so groß ist, dass man immer irgendetwas findet und man alles im Original schauen kann. Natürlich ist es irgendwie ärgerlich, dass es dort nicht so viele Serien gibt wie in der amerikanischen Version, was aber einfach auch mit der deutschen rechtevergabe zusammenhängt, glaube ich. Bei House of Cards gab es ja diese absurde Situation, dass die Staffel erst online war, nachdem sie auf Sky lief. Ich versuche jedenfalls, mich nicht so sehr über solche Verzögerungen aufzuregen, denn was ändert es? Wenn ich eine Serie unbedingt sehen will, dann muss ich mir ebne doch die DVD o.ä. kaufen. Punkt. Ich schaue auch nach wie vor Serien im TV, einfach aus Prinzip. Wenn die Quoten für Serien im TV noch schlechter werden, werden die Sender irgendwann gar keine mehr einkaufen und dann blüht uns „Berlin Tag und Nacht“ rund um die Uhr…

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      1. Naja, ob uns „Berlin Tag und Nacht“ rund um die Uhr im dt. Fernsehen blüht, ist mir in dem Fall wirklich egal. 😀 Ich müsste fürs Fernsehen 20€ pro Monat (!) bezahlen, was ich überhaupt nicht einsehe. Ausländische Serien schaue ich sowieso in OV auf Netflix, und ARD und ZDF haben legale und kostenfreie Mediatheken. Ich weiß gar nicht, wieso ich da noch Fernsehen abonnieren sollte… für RTL bestimmt nicht! 😀

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      2. Darf ich fragen, warum dich das TV 20 Euro im Monat kosten würde? Das kann man auch deutlich günstiger haben. Und die Öffentlich-Rechtlichen empfängt man nach wie vor kostenfrei über DVB-T.

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      3. Weil ich das damals, als ich umgezogen bin, von meinem lieben Anbieter so erklärt bekam, dass das dann 20€ wären, und dann sagte: Danke, nein. 😀 Ich habe sowieso schon seit Jahren kein Fernsehen mehr geschaut, die Öffentlich-Rechtlichen laufen wie gesagt über Mediathek, die guten Serien schaue ich in OV auf Netflix – RTL, Sat1 und Co brauche ich echt nicht. Zumal ja selbst die kostenfreie und legale (!) Mediatheken zur Verfügung stellen, wenn man das wollte, deshalb verstehe ich wirklich gar nicht, wozu ich noch gesondert fürs Fernsehen zahlen sollte. Ich lebe aber seit drei Jahren auch ganz gut ohne 😉

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  3. Als bekennender TV- und DVD-Schauer bleibe ich schön brav weiß. 😀
    Ich warte dann auch tatsächlich solange, bis meine Lieblingsserie oder ein guter Film im TV ausgestrahlt wird, was manchmal grauenhaft lange dauert (Person of Interest). Und ich habe mich auch noch an der zwanzigsten Wiederholung von Scrubs erfreut. Oder ich warte dann unwissentlich knappe 20 Jahre, bis ich mir Buffy auf DVD günstig kaufen kann. XD
    Andererseits, es wurde ja angesprochen: Manche Sachen brauchen einfach ewig, um nach Deutschland/Europa zu kommen. Dann stellt sich die Frage der Synchro, es gibt bessere und weniger gute. Die Sache mit der Werbung ist auch nicht ohne, wenn ein Film mit 120 Minuten dann plötzlich bei Ausstrahlung auf drei Stunden gestreckt wird, um ja möglichst viele Werbeblöcke unterzubekommen, dann finde ich das schon einen dreisten Diebstahl meiner Zeit. Auch der Preis, wenn man manchmal für eine „Staffel“ 40 Euro zahlen soll und die Serie dann plötzlich aus sechs oder sieben solcher Boxen besteht, dann weigere ich mich auch, das zu zahlen.
    Da ich aber auch auf Französisch schauen kann, besteht immer die Möglichkeit, mir meinen NAchschub im Ausland zu besorgen. Und Netflix ist Teufelszeug, da komm ich ja zu nix mehr! XD

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    1. Ach wie schön, da sind wir ja auch einer Wellenlänge, was das TV angeht. Ich warte ja auch auf die Ausstrahlung und setze mich dann brav hin und schaue mir die neuen Folgen an. Irgendwie hat das auch was von einem Ritual, oder? Ich mag das tatsächlich auch, mir bewusst Zeit zu nehmen für eine Serie. 🙂 Und das, was du gerade mit Buffy erlebst, bestätigt ja auch meine Aussage, dass Serien eben kein vergängliches Gut sind, sondern auch nach Monaten und Jahren noch genauso überzeugen. Wie gesagt: Vorfreude ist die schönste Freude. 🙂

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      1. 🙂
        Genau, dieser Ritualcharakter, das hast du gut getroffen! Sich abends hinzusetzen und zu wissen, „Ah, Montag, da läuft xyz!“, das ist schon auch ein Stück weit Rahmen zur Entspannung.
        Das mach ich mittlerweile mit den DVDs, wobei ich da noch nicht so recht „drin“ bin, mehrere Serien parallel zu schauen, so wie im TV.
        Jepp, gute Serien sind wirklich zeitlos. 🙂

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      2. Dass mit DVDs auch zu machen, ist natürlich richtig lässig! 🙂 Ich kann diesem Ritual auch viel abgewinnen, aber damit stehen wir wohl ziemlich alleine da. Scheinbar haben die meisten Menschen solche aufregenden Tagesabläufe, dass ihnen Rituale altbacken erscheinen…

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      3. 🙂
        Hm, oder sie sind einfach nur zu fertig, um abends mehr zu machen als ins Bett zu fallen, und hetzen am Wochenende dann von einem Famileinevent zum Freundesevent, bloß um den Anschein von Coolness zu wahren? ^^‘
        Keine Ahnung, aber ich würde nicht tauschen wollen. 😀

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  4. Ein spannendes Thema hast du hier einmal wieder aufgetan. Ich behaupte: Heute muss niemand mehr auf illegale Streams zurückgreifen, da man alles zeitnah bekommt, den Großteil über Netflix, Amazon Prime und Co., den Rest (HBO-Serien z.B.) dann eben bei Sky Go oder direkt bei HBO.

    Ich habe schon immer DVDs (heute Blu-rays) meiner Lieblingsserien gekauft, vor ca. 12-15 Jahren war die Infrastruktur aber noch so schlecht, dass man Vieles überhaupt nicht bekommen hat. Damals hatte ich mich auch mit Torrents beschäftigt und später, als international die ersten Streaming-Portale kamen (z.B. Hulu), habe ich auch via Proxy den Stream geschaut. Mehr schlecht als Recht, aber es gab keine Alternative. Da war natürlich alles ziemlich in der Grauzone, doch sobald es die UK-DVDs gab, habe ich diese nachgekauft. Inzwischen jedoch ist das überhaupt nicht mehr nötig, da die Industrie endlich nachgekommen ist und uns Konsumenten vielfältige Möglichkeiten bietet. Ähnlich beim Musik-Kauf: Hier gehöre ich auch noch zur Generation Napster, weil es damals keine legale Alternative gab. Heute sind es ein paar Cent und man hat das MP3-File in bester Qualität oder nutzt gleich Spotify und Co.

    Was mich eher nervt ist die Schikane der Publisher, wenn sie DVD-Käufer mit Anti-Piracy-Spots oder ewig langen Texttafeln nerven, die man nicht überspringen kann. Im illegalen Rip wird das alles ja eh weggeschnitten, weshalb es nur die falschen trifft.

    Auch Abmahnungen usw. finde ich falsch, da das nur die Anwälte reich macht. Leute, die im großen Stil illegal streamen oder sharen, würden sich die Originale zu diesem Zeitpunkt doch eh nicht kaufen. Andererseits erleben Shows, wie z.B. „Game of Thrones“, dadurch auch einen enormen Boom. Es ist also der richtige Weg, es dem zahlungsbereiten Kunden möglichst einfach zu machen die Serie der Wahl legal zu schauen. Davon hat jeder etwas – und wir sind inzwischen schon nahe dran, dass es perfekt läuft. [altersackmodus]Die Jugend von heute weiß ja gar nicht wie gut sie es hat![/altersackmodus]

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    1. Jaja, die Jugend von heute! 😀 Ich bin zwar ein paar Jahre jünger als du, aber ich kenne durchaus auch noch die Probleme gerade im Bereich Musik. CDs waren ja recht teuer und dann auch oft nicht das, was man eigentlich wollte, außer bei den echten Lieblingsbands.
      Interessant finde ich deine Anmerkung zu den Anti-Piracy-Spots, mit der du völlig recht hast. Wer sich schon DVDs kauft, muss mit so etwas nicht belästigt werden. Grundsätzlich leben wir aber wirklich in einer Zeit, in der sich so gut wie alles legal beschaffen lässt. Und wer die neuesten Folgen seiner Serie sehen und nicht bis zum deutschlandstart warten will, der muss dann eben etwas mehr Geld investieren. Andere Hobbys kosten ja auch Geld…

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    2. Ja, auf die neuesten angesagten Serien muss man kaum noch warten. „Better Caul Saul“, „Fargo“, „Riverdale“, „Designated Survivor“ – läuft momentan alles nur einen Tag nach der Originalausstrahlung in den USA (bei Star Trek Discovery wird es ähnlich laufen, nur bei „The Expanse“ muss man etwas länger warten. Amazon Prime hat z. B. „Hap and Leonard“, „Preacher“ oder „Mr. Robot“ zeitnah im Programm. Zusatzkosten gibt es bei Prime nicht, nur haben sie eben nicht alles im Angebot, was bei Amazon Video für alle zu kaufen ist (und bei manchen Serien muss man aufs kostenfreie Angebot warten, wie z. b. bei der zweiten Staffel von Lucifer). Die Serien von Pay-TV Sendern wie Showtime („Billions“, „Shameless“ oder demnächst „Twin Peaks“) oder HBO („Game of Thrones“, „The Night Of) „Big Little Lies“ oder „Leftovers“) gibt es auch zeitnah bei Sky Go. Ein paar Serien fallen sicher durchs Raster und lassen auf sich warten, aber das Meiste ist inzwischen zeitnah und erschwinglich legal erhältlich. Ich habe die drei oben beschriebenen Dienste abonniert und komme gar nicht damit hinterher, alle Serien zu gucken, die mich interessieren. Dazu kommen ja auch noch die (meist) großartigen Eigenproduktionen der Streaminganbieter.

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      1. Na du gönnst dir ja das komplette Serienprogramm! Mit Netflix, Amazon und Sky Go wüsste ich auch nicht, mit welcher Serie ich anfangen sollte. Neid! 😀 Aber du hast absolut recht: Ich lasse die Ausrede, dass es bestimmte Sachen einfach nur „illegal“ gibt, nicht durchgehen. Es ist halt einfach nur bequemer und billiger. Punkt. Und die von dir genannten Dienste bemühen sich ja wirklich, aktuelle Folgen und Staffeln direkt nach Deutschland zu bringen. Designated Survivor ist so ein Beispiel, von dem ich auch gerade profitiere. 🙂

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      2. Kann ich mir vorstellen. Das ist ja auch irgendwie das Problem, dass man eigentlich alle Dienste braucht, weil deren Angebote sich so unterscheiden. Aber alles nutzen kann man dann einfach nicht.

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  5. Und ich habe gedacht, da kommen Vorschläge für neue Serien oder du suchst Vorschläge 😉 Schön getrickst mit der Überschrift 🙂

    Wir haben Prime, einen großen DVD – Schrank und dann passt es 😉

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  6. Ich muss leider sagen, dass es bei mir sehr auf das Verlangen und auf das Medium ankommt.

    Auch wenn bei mir schon seit der 4. Staffel der Hype auf „Game of Thrones“ nicht mehr vorhanden ist, findet man sich immer einen Tag nach der Veröffentlichung in den USA bei mir ein und guckt sie gemeinsam, gestreamt oder heruntergeladen. Allein schon, um weder von der BVG-Werbung, Twitter oder wildfremden Menschen, die kollektiv im öffentlichen Raum sich lautstark über die neuesten Entwicklungen in der Serie austauschen, gespoilert zu werden.

    Bei älteren Serien greife ich da aber auch entspannt auf DVDs aus der Bibliothek oder die Streamingportale zurück. Trotzdem gibt es aber Bereiche, wo du gezwungen bist, dich in die graue Zone zu bewegen: Zum einen sind Bibliotheken, Videotheken und Co. nicht besonders breit gefächert was den Anime betrifft und zum anderen sind Sendungen der „Daily Show“, den amerikanischen Late Shows und „Saturday Night Live“ auf Youtube oder den Homepages nicht aus Deutschland abrufbar oder nur einzelne Segmente zu sehen. Da war ich in meiner Schulzeit von der 11. bis zu 13. Klasse einfach gezwungen, von Montag bis Freitag die „Late Late Show with Craig Ferguson“ und am Wochenende „SNL“ herunterzuladen.

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    1. Da sprichst du natürlich das fiese Problem der Spoiler an, derer man sich nur schwer erwehren kann, wenn man zwei Staffeln zurückhängt und so uncoole Menschen, die auf dem absolut neuesten Stand sind, einfach damit um sich werfen. Die gehören natürlich eigentlich sofort geblockt, aber wer hat schon die Zeit dafür…
      Bei Late Night Shows macht es wiederum ja gar keinen Sinn, sie Wochen später zu sehen, da gebe ich dir rum. Da ist man ja gezwungen, sich in die Untiefen der Semilegalität zu begeben. Gut, dass das nicht so mein Thema ist…

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  7. Ich komme ja noch aus einer Zeit, wo man sich eine Woche drauf gefreut hat, wenn die nächste Folge einer Serie kommt. Und fand das – auch aus Gewohnheit? – gar nicht mal so schlecht.

    Das mit dem geistigen Eigentum…. ist eine Grundsatzfrage, die ja schon ganz woanders gründet: Dinge, die zwischen den Ohren entstehen, sind in den Augen anderer Leute nichts oder wenig wert. Und dann kann man damit ja auch machen, was man will. Ich google mich regelmäßig selbst, nicht aus Eitelkeit, aber einfach weil ich wissen will, wo Dinge von mir gelandet sind. Und dann heißt es: was tun? Abmahnung schreiben? Größeres Kaliber auffahren? Oder es alternativ als name dropping und damit „Werbung“ betrachten (müssen)? Habe etwas von mir bei you tube wiedergefunden… muß ich nun auch noch in die GEMA, damit ich was von den Klicks abkriege?
    Und wenn man – weil es ja so „modern“ ist – mein Manuskript veröffentlich, damit Leute beim Hören auch noch mitlesen können: was weiß ich denn, wo mein Manuskript per copy and paste landet? Das mal nur so als Einwurf…

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    1. Puhhh, da möchte man gar nicht drüber nachdenken, was mit dem eigenen geistigen Eigentum passiert. Ich wüsste wahrscheinlich auch nicht, was ich an deiner Stelle machen würde. Klar ist das irgendwie kostenlose PR, aber andererseits ist es eben doch Diebstahl. Ganz schwierig. was unternimmst du in solchen Fällen? Dich ärgern und es gut sein lassen? Oder hast du schon mal einen Anwalt eingeschaltet?
      Ich gehe ja auch stark auf die 30 zu und weiß daher auch sehr gut, wie es ist, Serien einfach Woche für Woche im TV zu schauen. Ich kann dir nur beipflichten, dass der Ritualcharakter früher wirklich Teil des Vergnügens war. Heute freue ich mich, dass ganze Staffeln verfügbar sind,auch das macht Spaß, aber es ist ein anderer Spaß…

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      1. Also bisher habe ich erst einmal einen Anwalt einzuschalten versucht, das war aber in den Anfängen des Internets und da ging es um Nachnutzungen. Damals gab es aber noch weit weniger Fachanwälte für Internet- Recht als heute und dann war der Laden um den es ging pleite und die Sache im Sand verlaufen.

        Ich wäge (moralischen/ideellen) Nutzen und reale Anwaltskosten ab und balle die Faust in der Tasche. Zumal es ja nicht mal in jedem Fall name dropping ist. Hier zum Beispiel wurde mein Name erst nachträglich nach etwa einem Jahr hinzugefügt:

        Aber allein sowas zu recherchieren bzw. regelmäßiges Nachgoogeln nimmt schon einiges an Zeit in Anspruch. Und ganz allgemein stört es mich, daß mein Einfluß als Autor darauf, wo meine Sachen „landen“, doch überschaubar ist.

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      2. Krass. Das ist also ein Thema, dass man als „Freischaffender“ wirklich im Blick haben muss: Wo die eigenen Texte landen. Ich glaube, das würde mich auch richtig wütend machen, wenn jemand meine Werke ohne Namensnennung weiterverbreitet. Und wie du schon schreibst, da sind die Einflussmöglichkeiten wirklich gering. Schöne neue Welt…

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  8. Im Prinzip habe ich alles irgendwann mal mitgemacht. DVDs kaufen, jede Woche auf die neue Folge von LOST im Free-TV warten, Serien aus dubiosen Quellen von Kommilitonen auf nem stick und als ich endlich Nebenjobs hatte, wurde fast als erstes Netflix und danach Amazon Prime angeschafft. Obwohl ich inzwischen Power-Nutzerin bin (Lovefilm DVD-Verleih für die Filme, die ich nirgends streamen kann, Netflix, Amazon Prime), gibt es immer noch eine Lücke, die mich wahnsinnig ärgert. Zum Beispiel möchte ich extrem gern Westworld schauen und sehe mich jetzt gezwungen auf die DVD zu warten. Oder es geht mir wie neulich mit Mad Men Staffel 2. Als ich gerade die DVD kaufen wollte und mich ärgert, dass es auf keinem meiner Streamingportale läuft, kam plötzlich die Meldung, dass Netflix jetzt auch alle Staffel hinzugefügt hat. Diese In-Transparenz ärgert mich sehr. Warum erfährt man das nicht früher? Wie entscheidet sich, was auf Netflix, Maxdome, wo auch immer landet? Gut, ein paar der unsichtbaren Regeln kennt man. Aber ich finde es nach wie vor nervig. Um aber nett und gesetzestreu zu bleiben, streame ich nicht illegal. Und ärgere mich, wenn andere Westworld schon gesehen haben, ich aber nicht. Immerhin muss ich mich nicht zu doll ärgern, weil es genug Serien auf den Portalen gibt, die ich schaue und der Strom reißt nie ab. Es gibt immer eine Netflix-Serie, die ich sehen will. Das ist der Vorteil …

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    1. Puh, das sind alles richtige und wichtige Probleme und Argumente, die du ansprichst! Ich ärgere mich in der Tat auch darüber, dass auf Netflix zum Beispiel Serienstaffeln kurzfristig hinzugefügt werden. Monatelang rätselt man, ob und wann es wohl weitergeht und plötzlich hat man aus heiterem Himmel eine E-Mail im Postfach, die einem mitteilt, dass die sehnsüchtig erwartete Staffel nun verfügbar ist. Mit Suits (Staffel 5) ging es mir gerade erst so. Ich hatte kurz vorher die zweite Staffel The Good Wife angefangen, was ich nicht getan hätte, wenn ich das früher gewusst hätte. Naja. Das sind sicherlich alles Luxisprobleme, die wir hier diskutieren, aber ich verstehe, warum du wegen Westworld genervt bist. Da ist man wirklich bereit, für sein Hobby Geld auszugeben, macht das auch und geht trotzdem manchmal leer aus. Zum Glück ist es so, wie du sagst: Das Netflixangebot ist so groß, dass man immer eine neue Serie findet, die man zur Überbrückung nehmen kann. 😉

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  9. Ich habe auch fast alles. Amazon Prime, Netflix, Lovefilm DVD-Verleih. Es kommt nur noch selten vor, dass ich etwas nicht finde und dann bestelle ich eben die DVD. Auf der anderen Seite war das illegale Streaming eine notwendige Entwicklung. Wir leben in einer globalisierten Welt, sind maximal vernetzt und wenn man Englisch spricht, erschließen sich ganz neue Möglichkeiten. Das ist nichts, was der Nutzer angeschoben hat, sondern eine gesellschaftliche Entwicklung. Dass die Distribution von Filmen und Serien lange Zeit auf Mittelalter-Niveau verweilte, machte das illegale Streaming populär und in meinen Augen auch notwendig. Dadurch wurde, wie in fast allen Bereichen, der Bedarf kenntlich gemacht. Heutzutage kann ich es überhaupt nicht mehr nachvollziehen, wenn jemand illegal streamt, nur weil er es nicht mehr abwarten kann. Die Galle springt mir hoch, wenn diese Leute dann im Kino den Abspann abwarten, weil sie Respekt vor dem Schaffenden bekundigen wollen.

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    1. Schöner Vergleich, das mit dem Abspann im Kino! Interessante Sichtweise auch, dass du illegales Streaming als notwendige Entwicklung siehst, um ein Bedürfnis zu erkennen. Da könnte tatsächlich etwas dran sein. Vielleicht hat das wirklich den Ausschlag gegeben, dass wir heute so viele Streamingangebote haben. So oder so: Heute muss wirklich niemand mehr illegal streamen bei dem vielfältigen Angebot. 🙂

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