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Seri(e)ös: Rectify (Staffel 2)

Wenn es um Dramaserien geht, habe ich eine goldene Regel, nur eine. Diese lautet: Egal wie sehr mich die Serie nervt, langweilt oder aufregt – habe ich eine Staffel begonnen, schaue ich diese auch zu Ende. Danach gehe ich tief in mich und entscheide, ob meine kostbare Lebenszeit weiterhin für diese Serie draufgehen darf. Wenn man stark auf die 30 zugeht, muss man mit seinen Kräften schließlich haushalten. Nun aber ist der Fall eingetreten, dass ich die goldene Regel brechen musste. Was, wieso, warum? Das lest Ihr in folgender Review, die so gut wie spoilerfrei ist, denn bei Rectify passiert so wenig, dass es eh nichts zu spoilern gibt. Ups, jetzt ist mir schon vorab ein Seitenhieb rausgerutscht. Shame on me.

Zur Handlung

In Staffel 1 versuchte Daniel Holden nach 18 Jahren im Gefängnis wieder in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Er zog bei seiner Familie ein, freundete sich mit seinem Stiefbruder und seiner Stefschwägerin an und entdeckte das Leben völlig neu. Nicht allen in seinem Heimatort jedoch gefiel Daniels Rückkehr und so wurde er im Staffelfinale böse zusammengeschlagen. An diese Ereignisse knüpft Staffel 2 nahtlos an. Daniel liegt zunächst im Koma und erholt sich auch danach nur langsam von der Prügelei. Zurück zu Hause gehen die Probleme weiter: Stiefvater und Stiefbruder verlieren zunehmend die Geduld mit dem Ex-Knacki, seine Schwester Amantha traut sich nicht, die Stadt und Daniel zu verlassen, seine Mutter ist hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, Daniel zu helfen und der Sehnsucht nach einem normalen Leben. Daniel hingegen ist auf der Suche nach sich selbst und seinem Platz in der Gesellschaft.

Schöne Bilder, wenig Story

Vor einem guten Dreivierteljahr gefiel mir die erste Staffel der Serie ausgesprochen gut. In der Review schrieb ich:

Rectify ist das, was ich eine „leise Serie“ nenne. Eine, die viel auf Bilder und Metaphern setzt, die auch mal den Mut hat, Szenen unkommentiert stehen zu lassen und den Zuschauer bisweilen nachdenklich zurücklässt.

Daran ändert sich auch in Staffel 2 nichts und das ist völlig in Ordnung. Auch die leisen Töne haben ihre Berechtigung. Dennoch fehlt es mir in dieser Staffel an Substanz: Die Story ist schlichtweg dünn. Staffel 1 war interessant, weil der Zuschauer die Figuren erst einmal kennenlernen musste und zeitgleich miterleben konnte, wie Daniel aus dem Gefängnis entlassen wird und sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren versucht. In Staffel 2 sind die Figuren allerdings bekannt, sodass die Handlung nun Fahrt aufnehmen könnte. Tut sie aber nicht. Alle Familienmitglieder sind unzufrieden mit der Gesamtsituation, aber es passiert – nichts. Daniel lässt sich treiben, Amantha arbeitet im Supermarkt, Teddy verkauft weiterhin Autoreifen und Tawney geht in die Kirche. Gähn. Diese auf wenige Sätze reduzierbare Handlung in Kombination mit langen Kameraeinstellungen und manchmal minutenlangem Schweigen ist für mich schlichtweg die Definition von Langeweile. Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass Rectify eine der am besten bewerteten Serien der letzten Jahre ist. Warum das so ist, kann ich nicht nachvollziehen. Schöne Bilder und gute Schauspieler – beides hat Rectify definitiv – können über eine dünne Handlung und zähe Erzählweise leider nicht hinwegtäuschen.

Fazit

Ich habe es versucht mit der zweiten Staffel, wirklich. Aber schon die erste Folge mit dem komatösen Daniel, der irgendeinen wirren Traum hat, bietet keinen gelungenen Einstieg. Danach habe ich mich durch 7 1/2 weitere Folgen gekämpft und gestern schließlich kapituliert. Bereits nach zehn Minuten erwischte ich mich nämlich dabei, wie ich auf die Uhr geschielt habe. Weitere zehn Minuten später schrieb ich vor Langeweile nebenbei WhatsApp-Nachrichten. Nein, für mich ist nun der Punkt erreicht, an dem ich meine goldene Regel brechen und mich aus Georgia verabschieden muss.

Weiterempfehlung: Rectify ist eine us-amerikanische Dramaserie, in deren Zentrum Daniel Holden steht, der 18 Jahre unschuldig in der Todeszelle saß und nun seinen Weg zurück in die Gesellschaft sucht. Staffel 2 knüpft an die Geschehnisse von Staffel 1 an, kann deren Niveau aber nicht halten. Zu langatmig, zu zäh, zu wenig relevant ist die Story in dieser Staffel. Mich konnte sie nicht fesseln, sodass ich in Folge 8 ausgestiegen bin und mir auch die weiteren Staffeln nicht anschauen werde.

Habt Ihr schon einmal in Rectify hineingeschaut? Was fasziniert Euch daran? Ich bin gespannt auf andere Meinungen zu dieser hochgelobten Serie!

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Veröffentlicht in Media Monday

Media Monday #309

Ich bin heute eklig gut gelaunt. Dabei gibt es dafür eigentlich gar keinen Grund:

  • Das Wetter ist anstrengend (heiß, aber wolkig und schwül).
  • Der Herr Koch ist arbeiten und ich allein daheim.
  • Heuschnupfen plagt mich.
  • Morgen ist Montag.

Alles keine Fakten, die mich positiv stimmen sollten. Dennoch sitze ich hier fröhlich und labe mich an den neuen Fragen des Media Mondays. Manchmal muss man die Dinge nehmen, wie sie sind. 🙂 Habt einen guten Start in die Woche!

1. Immer wenn ich Titus Welliver in The Good Wife oder Sons of Anarchy oder Suits sehe, bekomme ich Lust, noch ein weiteres Mal auf die Lost-Insel zu reisen. Wahnsinn, dass der Mann in all diesen Hochklasseserien mitgewirkt hat. Nie in einer Hauptrolle, aber immer so, dass er in Erinnerung blieb.

2. ____ ist so eine Lektüre, an die ich mich immer gerne erinnern werde, denn ____ . Puh, hier muss ich heute passen.

3. Müsste ich mich entscheiden, würde ich niemanden als meine/n Lieblings-Autor/in bezeichnen, schließlich habe ich von keinem Schriftsteller (m/w) bereits so viele Werke gelesen, um dies endgültig entscheiden zu können.

4. Friends ist überraschend gut gealtert, wenn man bedenkt, dass die Serie schon über zwanzig Jahre auf dem Buckel hat. Die Story funktioniert auch heute noch problemlos.

5. Insbesondere früher habe ich ja unglaublich gerne draußen gespielt, da ich ein Dorfkind bin.

6. Die zweite Staffel Rectify ist tatsächlich langweiliger geraten als ich erwartet hätte, und Näheres dazu gibt es Mittwoch in der Review.

7. Zuletzt habe ich gestern Abend das letzte Mal in die zweite Staffel Rectify hineingeschaut und das war nicht so gut wie erwartet, weil ich nicht warm werde mit dieser Staffel (siehe 6.).

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Veröffentlicht in 12 Monate

Zwölf Monate im Park – #Mai

Mai. Zeit für Frühling! Auch der Park präsentiert sich nun in schönstem Grün, wie ich für Euch schon Mitte des Monats dokumentiert habe. Das Wetter war einfach so fantastisch, dass ich nicht widerstehen konnte, bei der Fotoaktion vorzuarbeiten. Herr Zeilenende wird es mir hoffentlich verzeihen. 😉

Und für Eure gute Laune habe ich auch noch etwas, denn endlich kann ich Euch Kaninchencontent bieten! ♥

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Seri(e)ös: The Good Wife (Staffel 2)

Anwaltsserien haben aktuell einen guten Stand bei mir. Die fünfte Staffel Suits hat mir gefallen und auch die erste Staffel The Good Wife konnte mich überzeugen. Ob dies Staffel 2 auch gelungen ist? Die Review verrät es!

Zum Inhalt

Nachdem Staffel 1 den Zuschauer in die Geschichte eingeführt und die Ausgangssituation erklärt hat, braucht Staffel 2 sich nicht mit solch erläuterndem Geplänkel aufzuhalten und kann inhaltlich aus den Vollen schöpfen. Während Alicia sich in der Kanzlei gut eingelebt und sich einen Ruf als respektable Anwältin erworben hat, ist ihr Privatleben nach wie vor in Aufruhr. Ihre Ehe mit Peter durchlebt Höhen und Tiefen, dazu kommen Probleme mit den Kindern und ihrer Schwiegermutter. Besonders die Tatsache, dass das Familienleben durch Peters Wahlkampfkampagne – er kandidiert erneut als Staatsanwalt – nach außen hin makellos sein muss, stört Alicia. Dass sie gezwungen ist, öffentlich die perfekte Ehefrau zu spielen, die ihrem Mann all seine Eskapaden verziehen hat, passt nicht mehr zu ihrem Selbstbild als unabhängige, starke Frau, die für sich selbst und ihre Kinder sorgen kann. So ist es nicht verwunderlich, dass sie Peter vor die Tür setzt, nachdem sie erfahren hat, dass er sie nicht nur mit Prostituierten, sondern auch einer ihr nahen Vertrauenspersonen betrogen hat. Das wiederum öffnet die Tür für die sich schon lange anbahnende Romanze mit Will…

Ein Frau auf dem Weg in die Unabhängigkeit

In Staffel 2 erlebt der Zuschauer eine veränderte Alicia. War sie in Staffel 1 noch unsicher, ob sie den Anforderungen ihres Jobs gewachsen ist und bisweilen überfordert vom Spagat zwischen Kindern und Kanzlei, ist davon in dieser Staffel deutlich weniger zu spüren. Alicia ist angekommen in ihrem neuen Alltag. Sie liebt ihre Arbeit und wird dort von (fast) allen geschätzt und respektiert. Auch ihr Leben abseits der Kanzlei will sie nicht mehr nach den Wünschen ihres Mannes ausrichten. Deutlich ist ihr Widerwille zu spüren, in alte Rollenmuster zurückzufallen: Die Alicia Florrick, die 13 Jahre Hausfrau und Mutter war und neben ihrem Mann in die Kameras lächelte, gibt es nicht mehr. Mit allen Mitteln kämpft sie dafür, sich ihren in den letzten Monaten erarbeiteten beruflichen Status und auch ihre persönliche Freiheit beizubehalten. Dabei schafft sie es, authentisch und sympathisch zu bleiben und dem Zuschauer das Gefühl zu vermitteln, dass hier eine Frau am Werk ist, die genau weiß, was sie will.

Fazit

Dass ich mit der Sichtung von The Good Wife angefangen habe, „verdanke“ ich eigentlich nur einem fiesen Magen-Darm-Infekt Anfang März. Aus Langeweile schaute ich mir die erste Folge an – und bin seitdem am Ball geblieben. The Good Wife bietet kurzweilige Unterhaltung, die genau das richtige Maß zwischen Drama und Unterhaltung findet. Alicia entwickelt sich in Staffel 2 weiter und es ist interessant, ihr dabei zuzuschauen, wie sie sich von ihrem Mann und auch von traditionellen Rollenbildern löst. Ich frage mich, ob die Geschichte mich deshalb so gut abholt, weil ich eine Frau bin und Alicia mir trotz des Alterunterschiedes und der völlig anderen Lebenssituation viel Identifikationspotenzial bietet. Auch wenn ich keine Kinder habe, ist der Spagat zwischen Familie, Kindern, Haushalt und persönlicher Entfaltung ein Thema, dass jede Frau (irgendwann) beschäftigt. Wie Alicia diesen Spagat meistert, dabei Rückschläge erlebt und Erfolge verzeichnet, Entscheidungen trifft und mit sich hadert, macht sie sympathisch. Ich schaue ihr jedenfalls sehr gerne dabei zu, wie sie weiter versucht, ihren Weg zu finden.

Weiterempfehlung: Die amerikanische Dramaserie The Good Wife begleitet die Anwältin Alicia Florrick dabei, wie sie sich von ihrem berühmten Mann emanzipiert und sowohl privat als auch beruflich eigene Wege geht. Dabei durchlebt sie Höhen und Tiefen, schafft es aber zu jeden Zeitpunkt, authentisch zu bleiben und nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen. Staffel 2 erzählt die in der ersten Staffel begonnene Geschichte daher konsequent weiter.

Wer hätte gedacht, dass The Good Wife und ich uns noch einmal so gut „anfreunden“ würden? Ich kann jedenfalls nicht mehr aufhören, diese Serie zu schauen – vor allem nicht, wo die Story um Alicia und Will nun Fahrt aufnimmt! 😉 Wie hat Euch Staffel 2 gefallen? 

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Media Monday #308

Puh, was für eine Woche liegt hinter mir! Zwei Tage Weiterbildung in einer anderen Stadt, danach drei Tage sehr viel Arbeit auf der Arbeit, am Freitag ein Beinahe-Unfall, bei dem mein Fahrrad endgültig das Zeitliche gesegnet hat – und Samstag dann auch noch ein aufmuckender Laptop, der meinte, laut piepen und sich ständig abschalten zu müssen. Die Konsequenz: Fahrrad Schrott, Laptop in der Reparatur, Frau Krimskrams völlig k.o. und mit den Nerven am Ende. Puh. Ich wünsche mir für diese Woche eigentlich nur ein bisschen langweilige Routine, aber ob ich diese bekommen werde? Drückt die Daumen (auch dafür, dass die Laptopreparatur bezahlbar bleibt…)! Zur Entspannung widme ich mich erstmal dem Media Monday, denn auf Wulf ist immer Verlass. Kommt gut in die neue Woche!

Media Monday #308

1. Wenn es so richtig skurril und abgedreht wird, hat man womöglich Twin Peaks eingeschaltet. Weiß man eigentlich schon, wann und wie die neuen Folgen abseits von Sky ihren Weg nach Deutschland finden werden?

2. Homeland hat mich irgendwo auf dem Weg verloren, denn nach Staffel 3 hat die Fortführung der Story für mich keinen Sinn mehr ergeben. Es war alles gesagt…

3. Ich konnte mich ja kaum je so gut mit einer Figur identifizieren wie mit Rory Gilmore. Wie gerne ich als Teenager die Gilmore Girls geschaut habe und mit Rory all die wichtigen Themen durchexerzieren konnte! Im Revival waren die Identifiaktionspunkte etwas kleiner, aber hey – die vorherigen sieben Staffeln nimmt uns keiner mehr. 

4. In Sachen Comedy-Serien ist Friends wahrlich ein Meisterwerk, das Maßstäbe setzt. Aktuell schaue ich Staffel 2 und fühle mich extrem gut unterhalten – etwas, dass den meisten anderen Comedyserien nicht gelingt.

5. Das Leben und das Schreiben von Stephen King hat mich ja als Lektüre schwer begeistert, schließlich stecke ich noch mittendrin, finde die Mischung aus Biographie und Schreibtipps aber sehr gelungen. Der Mann kann fesselnd schreiben, das muss man ihm lassen.

6. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber der mitunter gruseligste Film ist immer noch The Ring.

7. Zuletzt habe ich einen freien Sonntag gemeinsam mit dem Herrn Koch verbracht und das war sonnig, weil das Wetter herrlich war und wir einfach draußen die Sonne genossen haben. Okay, und Eis gab es auch. 😉

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Seri(e)ös: Sons of Anarchy (Staffel 6)

Wie weit würdest Du gehen, um die Menschen, die Du liebst, zu beschützen? Würdest Du dafür Deinen Job aufgeben? Dein Zuhause verlassen? Einen Verrat begehen – oder sogar einen Mord? Meine derzeitige Lieblingsserie stellt in ihrer vorletzten Staffel die wirklich schwierigen Entscheidungen in den Mittelpunkt. Wie mir das gefallen hat, lest Ihr in dieser Review.

Zur Handlung

Da mir die Zusammenfassung von Amazon schon in en letzten Beiträgen so gute Dienste geleistet hat, bemühe ich sie heute erneut. Dort heißt es:

Jetzt, wo Clay und Tara hinter Gittern sind, kann sich Jax endlich der Zukunft des Clubs und seiner Familie widmen. Doch ist es überhaupt möglich, dem blutigen Erbe der SAMCRO-Vergangenheit je zu entkommen? Während er verzweifelt versucht, die Vision seines Vaters von einem gerechteren Club Wirklichkeit werden zu lassen, erfährt Jax Anfeindungen, Gewalt, Verrat und Betrug von allen Seiten. Der Druck wächst, Geheimnisse werden aufgedeckt, und die Zahl der Toten steigt. Am Ende dieser nervenzerreißenden Staffel steht ein Finale, mit dem sich für die „Sons of Anarchy“ noch einmal alles ändern wird…

Alles wird sich ändern – Enden ohne Ende

Staffel 6 markiert den endgültigen Übergang der Sons of Anarchy in eine Zeit, in der Jax die Geschicke des Clubs lenkt. Keine Drogen, weniger Gewalt, legales Business – er bemüht sich redlich, SAMCRO ruhigere Zeiten zu bescheren. Er bemüht sich, aber wirklich fruchten seine Aktionen nicht. Zu sehr hängen die Sons in Waffengeschäften mit der IRA drin, die sie ein ums andere Mal für zwielichtige Geschäfte rekrutieren kann. Der Ausstieg fordert so viel Gewalt und so viele Opfer, dass sowohl Zuschauer als auch Club sich bisweilen fragen, ob er angesichts dieser Bedingungen überhaupt Sinn ergibt. Jax hingegen möchte man wirklich abnehmen, dass er sich und seinen Club ändern und ein Leben als treusorgender Ehemann und Familienvater mit „9 to 5-Job“ beginnen möchte. Dass Tara das nicht kann und in Anbetracht ihrer Situation (Mordanklage) eigene, wirklich drastische Vorkehrungen für ein Leben ohne Jax trifft, geht darum umso mehr zu Herzen.

Zwei Menschen, die sich wirklich lieben und die ihre Kinder noch mehr lieben, dabei zuzusehen, wie sie kämpfen, aber einfach nicht aus dem Sog an Gewalt und Tod herauskommen, ist traurig. Ist es Verrat, wenn man den Liebsten der Polizei ausliefert, wenn man weiß, dass dies der einzige Weg ist, um die eigenen Kinder aus dem Milieu der Angst fortzubringen? Das Urteil darüber muss jeder Zuschauer selbst fällen.

Fazit

Während die Geschichte am Anfang der Staffel zunächst etwas zusammenhangslos wirkt (Stichwort Amoklauf) und ich erst Sorge hatte, es würde sich ein Handlungsstrang aus den Anfängen der Serie wiederholen (Stichwort Lee Toric, der sich anschickt, genauso wahnsinnig zu werden wie Agent Stahl in Staffel 3), nimmt die Staffel ab etwa Folge vier oder fünf deutlich Fahrt auf. Gerade dass Jax und Tara ihrer eigenen Wege gehen und dabei eigentlich nur das Beste für Ihre Söhne im Kopf haben, aber dieses auf so unterschiedliche Weise umsetzen möchten, gibt der Geschichte Relevanz. Das Damoklesschwert über Taras Kopf hängt mehrfach am seidenen Faden und wird ihr am Ende der Staffel auch zum Verhängnis werden – allerdings anders als gedacht. So ist Staffel 6 auch die Staffel, die Jax von vielen Menschen befreit, die ihn mit der Vergangenheit verbinden. Ohne Clay gehört der Club ganz ihm – und ohne Tara hat er auch niemanden mehr, der auf seinen Ausstieg drängt. Ob er es schaffen wird, die vielen Clubfehden, die Staffel 6 den Son erneut beschert hat, zu beenden und wirklich die Vision seines Vaters für SAMCRO umzusetzen, bleibt unter diesen Umständen fraglich. Ich habe nach wie vor eine Vermutung, wie die Serie enden wird, aber ob diese zutrifft? Die letzten 13 Folgen werden es zeigen…

Weiterempfehlung: Liebe, Verrat, Verlust und Tod – Staffel 6 der us-amerikanischen Dramaserie Sons of Anarchy lässt den Zuschauer erneut ein Wechselbad der Gefühle durchleben. Während er sich von einigen lieb gewonnenen Charakteren verabschieden muss, konzentriert die Handlung sich mehr und mehr auf Jax, der nun endgültig zum Zentrum der Geschichte wird und dessen Schicksal unabänderlich mit dem seines Clubs verknüpft ist. Wer die vorherigen Staffeln mochte, wird auch in Staffel 6 nicht enttäuscht werden. Alle anderen sehen sich vielleicht lieber nach leichterer und unblutigerer Unterhaltung um.

Nur noch eine Staffel trennt mich vom Abschied aus Charming – und ich bin wirklich traurig darüber. Völlig zu Unrecht ist diese Serie in Deutschland kaum beachtet worden und selbst in Serienjunkiekreisen kaum mehr als ein Geheimtipp. Ich weiß nicht, woran das liegen könnte. Ihr vielleicht?

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Schreiben als Beruf #1 – Meine Erfahrungen nach sechs Monaten

Dass ich in meiner Freizeit gerne schreibe, zu dieser Erkenntnis hat mir der Blog schon vor Jahren verholfen. Im vergangenen Jahr habe ich es dann gewagt und mir auch einen Job gesucht, in dem Schreiben zu den vorwiegend ausgeführten Tätigkeiten gehört. Seit einem guten halben Jahr arbeite ich nun als Online-Redakteurin in einer Social-Media-Agentur. Dort übernehme ich für verschiedene Kunden die redaktionelle Betreuung ihrer Facebookseite, ihres Instagramkanals, Xing-Auftritts oder Unternehmensblogs, wobei der Schwerpunkt schon sehr deutlich auf dem Netzwerk Facebook liegt. Ich suche also Themen aus, recherchierche dazu, schreibe die Texte für die entsprechenden Beiträge, erstelle sie in Zusammenarbeit mit einem Grafiker und veröffentliche die Beiträge zum vorgesehenen Termin auf den Seiten der Kunden. Hohe Literatur ist das nicht, aber das wusste ich vorher. Ich hätte mich auch um einen Job bei einem Verlag oder einer Tageszeitung bemühen können, das war aber nicht das, was ich wollte. Außerdem ist der Einstieg dort meist nur über ein Volontariat möglich, auf das ich als Quereinsteigerin ohne Berufserfahrung wahrscheinlich schlechte Chancen gehabt hätte. So hänge ich nun den ganzen Tag bei Facebook herum und werde dafür bezahlt. Welche weiteren Erkenntnisse ich aus meinen ersten sechs Monaten als Vollzeitschreiberling noch gezogen habe, fasse ich für Euch (und auch für mich) einmal zusammen. Vielleicht ist ja unter Euch der eine oder andere, der sich auch schon mal gefragt hat, ob so ein Redakteursjob nicht etwas für ihn oder sie wäre…

1. Schreiben macht mir auch Spaß, wenn ich mir das Thema nicht selbst aussuchen kann

Das Wichtigste zuerst: Schreiben macht mir auch beruflich Spaß. Puh, Glück gehabt. Es macht mir Spaß, jeden Tag acht Stunden nach passenden Themen und den richtigen Formulierungen zu suchen. Die Inhalte, über die ich schreibe, sind vielfältig, weil ich für Kunden aus den verschiedensten Bereichen schreibe: Technik, Lebensmittel, Einrichtungsgegenstände, Kosmetik und und und. Auch die Zielgruppen, die angesprochen werden sollen, unterscheiden sich deswegen natürlich stark: Neukunden, Bestandskunden, aktuelle und potentielle Mitarbeiter, anspruchsvolle Klientel, Klientel, die einfach unterhalten werden will, … Damit geht einher, dass das sprachliche Register von Projekt zu Projekt stark variieren kann. Es wird also nie langweilig.

2. Ich habe (fast) immer Lust darauf, zu schreiben.

Jeder von uns steht mal mit dem falschen Fuß auf und hat einen schlechten Tag. Das ist normal und auch ich habe solche Tage, an denen es gefühlt nicht gut läuft. Aber selbst dann bin ich normalerweise in der Lage, die anstehenden Schreibaufgaben zu bewältigen. Ich habe sehr, sehr selten komplette Schreibblockaden, sondern kann mich darauf verlassen, dass ich trotz schlechter Laune oder Pollenallergieflash (keine gute Zeit gerade…) dennoch etwas aufs digitale Papier bringe. Auch wenn Zeitdruck gewiss nicht mein Freund ist und mir auch – anders als vielen anderen Menschen – keinen Kreativitätsschub gibt (ich glaube daran, dass gute Ideen reifen müssen), bekomme ich es im Normalfall hin, auch kurzfristig gesetzte Deadlines einzuhalten. Tatsächlich habe ich festgestellt, dass die Tageszeiten keine große Auswirkung auf meine Schreibproduktivität haben: Ich kann früh morgens genauso gut schreiben wie direkt nach dem Mittag oder am späteren Nachmittag. Nur der Abend ist nicht meine Zeit.

3. Vorbereitung und Recherche sind das A und O

Jedes Mal, wenn ich ein Projekt neu übernehme, fühle ich mich kurz überfordert, weil es im Normalfall wieder ein völlig neues und unbekanntes Thema mit sich bringt, in das ich mich erst einmal eindenken und einarbeiten muss. Je technischer dieses Thema ist, desto schwieriger und langwieriger gestaltet sich das natürlich, denn mein Bildungshintergrund ist eben ein geisteswissenschaftlicher. Dennoch habe ich festgestellt, dass es im Normalfall möglich ist, mit ein, zwei, drei Stunden Recherche einen ganz guten Gesamtüberblick über ein Thema zu erlangen. Das Detailwissen kommt dann im Laufe der Zeit fast von selbst hinzu. Wie so oft gilt auch hier die Regel: Einfach erstmal anfangen.

4. Ich mag es, verschiedene Textsorten zu schreiben

Oben schrieb ich bereits, dass ich vor allem für Facebook texte. Das macht Spaß, weil bei Facebook inzwischen verschiedene Beitragsarten möglich sind und man nach Veröffentlichung auch eine direkte Rückmeldung bekommt, wie der entsprechende Text/Beitrag ankommt (Likes, Kommentare, geteilte Inhalte). Nichtsdestotrotz finde ich es spannend, für andere Netzwerke zu schreiben. Instagram lebt eher von hochwertigen Bildern und weniger vom Text, was es für mich nicht ganz sooo spannend macht. Bei Xing und Unternehmensblogs sieht das schon anders aus. Gerade so ein Blogartikel ist für mich eine gute Abwechslung und die Chance, einmal wirklich zwei Stunden an einem längeren Text zu feilen. Für Print schreibe ich kaum, aber wenn, dann empfinde ich das ebenfalls als spannend – vor allem, weil dabei ein haptisches Endprodukt entsteht.

5. Ich bin kein visueller Mensch, würde aber gern mehr über Grafikdesign lernen

Ich bin textfixiert. Aber so richtig. Selbst bei Instagram interessieren mich die Texte zu den Bildern meistens mehr als die Bilder selbst. True Story. Damit stehe ich ziemlich allein da, denn gerade in den sozialen Netzwerken interessieren sich die meisten Nutzer vor allem für visuellen Content und lesen Texte nur, wenn sie das Thema wirklich brennend interessiert. Vor meinem jetzigen Job war mir gar nicht klar, dass ich so ticke. Jetzt gehört es aber zu meinen Aufgaben, dem Grafiker auch Bildvorschläge, GIF-Ideen o. ä. zu meinen Texten zu liefern. Das fiel mir am Anfang unglaublich schwer, inzwischen ist es etwas besser geworden. Einerseits habe ich ein Gespür dafür entwickelt, wie ein „gutes“ Bild aussieht, andererseits sieht der Grafiker meine Vorschläge auch wirklich nur noch als Vorschläge an. 😉 Der Bereich Grafik inklusive Photoshop ist definitiv einer, in dem ich mich gerne noch einmal weiterbilden würde. Eine grundlegende Unterweisung in Photoshop hatte ich schon, aber dieses Programm ist viel zu komplex, als dass es sich an einem Tag auch nur annähernd begreifen lässt.

6. Korrekte Rechtschreibung und Grammatik sind auch in der digitalisierten Welt wichtig

Kennenlernen oder kennen lernen? So weit oder soweit? Zuhause oder zu Hause? Die deutsche Sprache ist auch für mich bisweilen ein wahre Wundertüte, was Rechtschreibung und Grammatik angeht. Ich gehöre zu der Generation, die in der Grundschule noch teilweise nach alter Rechtschreibung unterrichtet wurde und die ihre restliche Schulzeit in der „alte Regel/neue Regel-Übergangszeit“ verbracht hat. So kommt es, dass die Duden-Seite zu einer meiner am häufigsten aufgerufenen gehört, denn auch in den sozialen Netzwerken legen Kunden Wert darauf, dass auf ihren Präsenzen korrekte Texte veröffentlicht werden. Ich habe festgestellt, dass ich über Rechtschreibung wahrlich nicht alles weiß, dass das aber auch nicht schlimm ist. Es ist wichtig, überhaupt zu erkennen, dass mit diesem Wort oder jener Formulierung womöglich etwas nicht stimmt. Zweifeln ist wichtig, denn nur dadurch lassen sich Fehler ausmerzen.

7. Facebook ist eine Dauerbaustelle

„Ach Facebook!“ – Das ist wahrscheinlich einer der am meisten getätigten Ausrufe meinen Kollegen und mir. Denn Facebook ist eine riesige Dauerbaustelle. Funktionen kommen hinzu und verschwinden auf mysteriöse Weise wieder, nur um einige Tage später wieder verfügbar zu sein. Statistiken können manchmal abgerufen werden, manchmal nicht. Beiträge werden ohne erkennbaren Grund nicht veröffentlicht und Grafiken im falschen Format angezeigt. Jeden Tag gibt es irgendeine neue Absurdität, die alle, die damit arbeiten, zum Staunen oder Kopfschütteln bringt. Aber hey – wenigstens langweilig wird es nicht, denn man muss wirklich auf alles gefasst sein…

Mal schauen, welche Erkenntnisse mir die nächsten sechs Monate bringen – dann ist das nächste kleine Update zum Thema Schreiben als Beruf geplant. 🙂 Bis dahin berichtet mir doch gerne von Euren Erfahrungen, solltet Ihr beruflich auch mit dem Schreiben in Kontakt kommen. Gerne genommen werden übrigens auch Geschichten über die Wundertüte Facebook! 😉

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Media Monday #307

Hach, der Frühling ist jetzt wirklich da, oder? Seit Mitte letzter Woche sind die Temperaturen endlich auch morgens so, dass ich mich nicht mehr mit Winterjacke und Handschuhen aufs Fahrrad schwingen muss. Der Herr Koch ist voll im Gartenfieber und kann es gar nicht erwarten, endlich Tomaten auszupflanzen und die restlichen Gemüsesorten auszusäen. So hat jeder etwas, über das er sich freut, wenn die Temperaturen steigen. 🙂 Zum Wochenstart freue ich mich übrigens jedes Mal wieder auf und über den Media Monday. Das wollte ich mal gesagt haben, ist die letzte Lobhudelei auf den guten Wulf doch nun schon wieder sieben Wochen her. Eine gute und hoffentlich frühlingshafte Woche wünsche ich Euch!

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1. Buch-Adaptionen wie jüngst „American Gods“ scheinen im Serienbereich gerade angesagt zu sein. Ich bin ja nach der Besprechung auf moviescape ziemlich neugierig auf 11.22.63.  

2. Sons of Anarchy ist auf alle Fälle eine Empfehlung wert, denn auch Staffel 6 hat wieder arg an meinen Nerven gezerrt, wie ihr wahrscheinlich nächste Woche in der Besprechung lesen werdet.

3. Wäre schön, öfter mal Filme zu sehen, in denen auch aus Serien bekannte Schauspieler eine Chance bekommen. Mich freut so etwas immer.

4. Stephen Kings Der Anschlag würde ich ja gerne mal lesen, schließlich ist das die Vorlage zu 11.22.63 (siehe 1.). Wie gut, dass mir der Herr Koch das Buch schon aus der Bücherei mitgebracht hat.

5. Wenn Serien abgesetzt werden ist das ja schon blöd, aber hinsichtlich Filmen ärgert es mich ja speziell bei keinem besonderen Film, dass nie die geplante Fortsetzung realisiert worden ist, denn ich gehe eher selten ins Kino.

6. Wo der Gratis-Comic-Tag gerade rum ist, warum gibt es eigentlich keinen Gratis-Serienboxen-Tag?

7. Zuletzt habe ich meine Reisetasche gepackt und das war für morgen früh, weil ich die kommenden beiden Tage (Montag + Dienstag) in einer anderen Stadt verbringen werde. Mehr dazu gibt es wahrscheinlich übernächste Woche hier im Blog. 🙂

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Seri(e)ös: Suits (Staffel 5)

Ich dachte nicht, dass ich jemals größere Gemeinsamkeiten zwischen Harvey Specter und Tony Soprano feststellen würde. Ihre beruflichen Tätigkeiten, ihre familiäre Situation, ihr Kleidungsstil – der Mafiaboss aus New Jersey und der Topanwalt aus New York könnten kaum gegensätzlicher sein. Die fünfte Staffel Suits belehrt mich nun allerdings eines Besseren. Was die beiden verbindet und wie mir Staffel fünf einer meiner absoluten Lieblingsserien gefallen hat, lest Ihr in der Besprechung.

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft: Auf die zwischenmenschlichen Beziehungen kommt’s an!

Wir erinnern uns: Am Ende von Staffel vier kommt es zum Bruch zwischen Harvey und Donna. Donna wechselt daraufhin intern den Arbeitsplatz und fängt in Staffel fünf als Sekretärin von Harveys liebstem „Feind“ Louis Litt an. Diese Entscheidung trifft Harvey mehr als er es wohl selbst erwartet hätte, denn ab diesem Zeitpunkt erleidet er wiederkehrende Panikattacken. Um diese in den Griff zu bekommen, tut er genau das, was schon Tony Soprano vor ihm tat: Er sucht eine Psychiaterin auf. So beginnt die Staffel mehr als ungewöhnlich, denn nie im Leben hätte ich erwartet, den toughen Harvey Specter mal auf einer Therapeutencouch zu erleben. Eine interessante Entwicklung ist es allemal, zeigt es doch, welchen Schwerpunkt die Staffel setzen wird. Es geht um zwischenmenschliche Beziehungen, um Freundschaft und Verlust, um Loyalität und Verrat. Während Harvey damit kämpft, Donnas Weggang zu verarbeiten und dabei erstmals auch Informationen über seine Mutter enthüllt werden, bereiten sich Mike und Rachel auf ihre Hochzeit vor. Wie ein Damoklesschwert hängt dabei allerdings Mikes Geheimnis über ihnen. Als Mike gegen Jessicas Willen zum Juniorpartner aufsteigt, bringt ihn sein erster Fall ausgerechnet mit einer ehemaligen Affäre zusammen, der er einst sein Geheimnis anvertraute. Das verunsichert ihn so sehr, dass er sich aus der Kanzlei zurückziehen möchte. Allerdings zu spät: Aus anderer Quelle hat die knallharte Staatsanwältin Anita Gibbs bereits davon erfahren, dass er ein Hochstapler ist. So wird Mike der Prozess gemacht, was die Loyalität aller Beteiligten gegenüber ihm und auch gegenüber Pearson Specter Litt auf eine harte Probe stellt. Am Ende kommt es zum großen Showdown, bei dem eine Person Verantwortung für Mikes Betrug übernehmen muss…

Interna statt Klienten – ein anderer Fokus

Wie es die kleine Zusammenfassung andeutet, konzentriert sich Staffel 5 sehr stark auf die Hauptfiguren und interne Probleme bei Pearson Specter Litt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Mikes Geheimnis publik wird, denn zu viele Personen sind in den letzten Staffeln darin eingeweiht worden. Dass es letztlich Sheila Sazs, Louis Exfreundin, ist, die Mikes Karriere abrupt beendet, kam dennoch überraschend. Es passt jedoch, dass eine Harvardmitarbeiterin ohne emotionale Verbindung zu ihm sein Geheimnis enthüllt. Ich bin der festen Überzeugung, dass weder Harvey noch Donna noch Jessica noch Louis (nein, auch nicht Louis!) es letztlich über sich gebracht hätten, Mike zu verraten. Wie stellt Louis doch am Ende der Staffel fest: „Mike is family!“. Dieser interne Fokus auf die Geschehnisse rund um Mike, um Harveys Therapie, um die Hochzeitsvorbereitungen und um Louis und Donna hat aber auch zur Folge, dass der Zuschauer wenig von dem zu sehen bekommt, was er aus früheren Staffeln kennt. Mike und Harvey arbeiten zusammen an einem Fall? Beide werfen sich Filmzitate an den Kopf? Donna und Harvey liefern sich einen Schlagabtausch? All das kommt in Staffel 5 etwas zu kurz. Klar, wenn alle mit Mikes Fall beschäftigt sind, bleibt keine Zeit mehr für Klienten. Trotzdem habe ich ein bisschen gebraucht, mich daran zu gewöhnen – und ja, es hat mir auch ein bisschen gefehlt.

Fazit

Staffel fünf einer meiner Lieblingsserien schlägt deutlich ernstere Töne an als frühere Staffeln. Es wird emotional, es wird spannend, es wird dramatisch – es wird schlichtweg anders. Was den 16 Folgen an Leichtigkeit fehlt, macht sie durch dichte Erzählung und Enthüllungen aus der Vergangenheit wett. Am Ende stehen für alle Beteiligten große Veränderungen an und ich bin sehr gespannt, wie die Autoren mit diesen in Staffel sechs umgehen. Wie ich schon früher anmerkte, funktioniert die Serie für mich nämlich am besten mit Mike und Harvey im Doppelpack.

Weiterempfehlung: Auch in der fünften Staffel macht die Geschiche um Mike Ross, Harvey Specter und Co. noch genauso viel Spaß wie in den Staffeln eins bis vier. Dennoch verschiebt sich der Fokus in dieser Staffel von den wöchentlich wechselnden Fällen zugunsten der folgenübergreifenden Handlung rund um die Hauptfiguren. Das ist interessant und es bleibt abzuwarten, wie die Autoren damit in den folgenden Staffeln umgehen werden.

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Veröffentlicht in Schreibtischliebling

Schreibtischliebling #5

Ich mag Punkte. Vor allem weiße auf rotem Grund. Die Tischdecke in der Küche ist gepunktet, unser Duschvorhang, die Hülle meines Smatphones, mein Rucksack, wir haben Kaffee- und Eierbecher in diesem Design – und nun habe ich auch ein Kerzen-Punkteschwein! 🙂 Es war Teil meines Geburtstagsgeschenk von der Arbeit und ist nun dauerhaft auf meinem dortigen Schreibtisch eingezogen. Ist es nicht wunderbar? ♥ Was war Euer Liebling (Erlebnis, Film, Buch, Serie, Lied, …) der letzten Wochen?