Veröffentlicht in Fernsehserien

Seri(e)ös: Friends (Staffel 2)

Was haben Tom Selleck, Julia Roberts, Jean-Claude Van Damme und Charlie Sheen gemeinsam? Richtig, sie haben alle einen Auftritt als Gaststar in der zweiten Staffel Friends, einer Serie, die mich mehr und mehr in ihren Bann zieht. Aber Staffel 2 hat noch mehr zu bieten als nur große Namen…

Zur Handlung

Nachdem das Ende von Staffel 1 die Ross-Rachel-Situation ungeklärt ließ, stellt diese in der zweiten Staffel einen wichtigen Handlungsstrang dar. Ross hat auf seiner Chinareise nämlich eine alte Freundin wiedergetroffen und mit dieser angebandelt. Rachel ist untröstlich und versucht zunächst, Ross zurückgewinnen, beginnt dann aber, mit anderen Männern auszugehen – u. a. auch einem Mann namens Russ, der Ross zum Verwechseln ähnlich sieht. Nach und nach wird Rachel klar, dass sie nicht über Ross hinwegkommt und auch Ross besinnt sich und entscheidet sich schließlich gegen seine Freundin und für Rachel. Monica hingegen ist immer noch auf der Suche nach der großen Liebe und auch nach dem richtigen Job. Als sie für den besten Freund ihres Vaters, Richard (Tom Selleck! ♥), ein Catering übernimmt, verliebt sie sich in diesen und die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre, die Monica zunächst vor ihren Eltern geheimhält. Als die Beziehung ernsthafter wird, stellen beide allerdings fest, dass sie unterschiedliche Vorstellungen von ihrer gemeinsamen Zukunft haben und es kommt zur Trennung. Joey hat endlich Erfolg als Schauspieler, als er die Rolle des Dr. Ramoray in der Soap „Days of our lives“ ergattert. Allerdings steigt ihm dies bald zu Kopf und so erleidet seine Figur einen überraschenden und brutalen Seirentod. Phoebe trifft sowohl ihren schwulen Scheinehemann als auch ihren „Navylover“ Ryan (Charlie Sheen) wieder, mit dem sie jedes Jahr während seines Landgangs zwei aufregende Wochen verbringt. Außerdem tut sich etwas in ihrem Familienleben, als sie herausfindet, dass sie einen Halbbruder hat.

Leicht, aber nicht platt – Was Friends so besonders macht

Ich wiederhole mich, aber eigentlich ist Comedy nicht mein Genre. Es gibt einige wenige Serien, die ich mag – und Friends gehört definitiv dazu. Die (Literatur-)Wissenschaftlerin in mir fragt sich in solchen Situationen stets, woran das liegen könnte: Was unterscheidet Friends von den tausenden anderen Comedyserien, die es in den letzten Jahrzehnten gab und auch aktuell gibt? Was macht diese Serie richtig, was andere (meiner Meinung nach) falsch machen? Kommen wir zunächst zum Offensichtlichen: Friends ist einfach lustig. Punkt. Die Autoren verstehen es, die sechs Freunde in Situationen zu manövrieren, die komödiantisches Potential bieten und dabei nicht komplett unrealistisch sind. Außerdem hat der Zuschauer nie das Gefühl, dass sich Witz an Witz reiht und manche dieser Scherze eigentlich nur um ihrer selbst Willen da sind, so nach dem Motto: „Eine Sitcom muss mindestens alle 90 Sekunden einen Witz enthalten“. Nein, Friends hat auch die ernsteren Situationen wie Liebeskummer, Tod und Streit, die humoristisch, aber niemals platt aufbereitet werden.

Viel zum Gelingen dieses Spagats tragen selbstredend die Figuren bei, die einfach alle auf ihre eigene Art liebenswert sind. In meiner dunklen 90er-Erinnerung an Friends war Joey zum Beispiel ein richtig dämlicher Chaot. Das ist er aber überhaupt nicht, seine vermeintliche „Dummheit“ folgt einem klaren Konzept und manchmal denke ich, die Konzeption dieser Figur war wahrscheinlich am schwersten und musste mit der größten Sorgfalt durchgeführt werden.

Was Friends natürlich noch von anderen Serien des Genres unterscheidet, ist die aufeinander aufbauende Geschichte. Der Zuschauer begleitet die Freunde nicht bei ihrem Leben, das Tag für Tag gleich verläuft, sondern er erlebt ihre Entwicklung mit: Rachel und Ross werden ein Paar. Joey macht einen Karrieresprung. Phoebe lernt ihre Familie kennen. Chandler und Joey gehen einen Zeitlang getrennte Wege. Monica sucht nach ihrer (beruflichen) Berufung. Wer eine Folge verpasst, dem ist vielleicht ein wichtiges Ereignis im Leben einer Figur entgangen. Welche anderen Comedyserie kann schon eine solch stringente Handlung vorweisen?

Fazit

Friends vereint Elemente klassischer Dramaserien (folgenübergreifende Story) mit der Leichtigkeit einer Sitcom und sympathischen Charakteren. Was so einfach klingt, ist es in Wirklichkeit überhaupt nicht, denn der Grat zwischen „lustig“ und „lächerlich“, zwischen „ernst“ und „humorvoll“ ist ein sehr schmaler und eine schwieriger dazu. Ich glaube, dass viele Comedyserien an diesem Anspruch kläglich gescheitert sind und auch weiterhin scheitern werden, vielleicht auch, weil Friends einfach Maßstäbe gesetzt hat, an die auch zwanzig Jahre später nur wenige Serien herankommen. How I Met Your Mother hat das phasenweise geschafft, andere Serien würden es gerne, sind aber doch – obwohl durchaus gelungen – qualitätsmäßig ein ganzes Stück davon entfernt (The Big Bang Theory, Modern Family). So hat Friends sich bereits nach zwei Staffeln den Spitzenplatz auf meiner (kurzen) Comedy-Favoritenliste gesichert und andere, wesentlich neuere und wahrscheinlich auch wesentlich teurer produzierte Serien, problemlos ausgebootet. Ich bin mehr als gespannt, was mich in den nächsten acht Staffeln erwartet.

Weiterempfehlung: In seiner zweiten Staffel knüpft Friends mühelos an die Qualität von Staffel 1 an und übertrifft diese sogar noch. Charmante Figuren treffen auf eine ideenreiche Story, die durch Gastauftritte nahmhafter Filmgrößen bereichert werden. Ich für meinen Teil hoffe ja auf ein Liebescomeback zwischen Monica und Richard, da ich Tom Selleck einfach gern noch länger dabei hätte. Sollte dem nicht so sein, schaue ich dennoch weiter, denn Friends bietet einfach perfekte Unterhaltung.

Da beginne vor einigen Wochen nichtsahnend diese Serie und nun hat sie sich bereits einen Platz auf meiner Favoritenliste gesichert! Seid Ihr Fans der ersten Stunde oder auch erst später auf Friends aufmerksam geworden? Und kennt Ihr eine Comedyserie, die Eurer Meinung nach mit dem Niveau von Friends mithalten kann?

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Advertisements

Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

15 Kommentare zu „Seri(e)ös: Friends (Staffel 2)

  1. Es freut mich wirklich sehr, dass du spät aber dennoch zu „Friends“ gefunden hast und dir die Serie so gut gefällt. Hach, da werden Erinnerungen wach und ich würde die Serie selbst am liebsten einmal wieder einlegen. Vielleicht mache ich das auch (also nach SoA natürlich 😉 ).

    Gefällt 2 Personen

    1. Besser spät als nie ist hier genau das richtige Motto! 😀 Ich bin selbst richtig überrascht, wie gern ich Friends schaue, aber irgendwas muss natürlich auch dran sein an der Serie, sonst wäre sie nicht so erfolgreich gewesen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie sie heutzutage gehypt worden wäre… Und du verbindest natürlich nochmal viel mehr mit der Serie, wenn du sie „damals“ direkt verfolgt hast. Insofern ist ein Rewatch bestimmt keine schlechte Sache. Also nach SoA natürlich. 😉 Aber aktuell verbringst du ja eh jeden Abend im Garten, oder? 😉

      Gefällt 2 Personen

  2. Ich hatte zwar unter Deiner Besprechung zur ersten Staffel geschrieben, dass ich die Serie zwar mag, aber der Humor bei mir nicht ganz so einschlägt. Aber irgendwas hat bei der zweiten Staffel bei mir „Klick“ gemacht und jetzt hab ich mich doch oft kaputtgelacht! Manche Ideen sind echt zum Schießen! Ich freue mich auf die nächsten Staffeln! 🙂

    Gefällt 1 Person

  3. Für mich ist Friends gucken ein bisschen wie nach Hause kommen. Ich hab’s mit sechzehn entdeckt, mir damals nach und nach alle DVDs gekauft und dann im Laufe der Jahre mehr als einmal durchgeschaut. Obwohl es auch heutzutage Sitcoms gibt, die ich sehr mag (Community zum Beispiel) bleibt Friends etwas besonderes für mich – und ich bin fast ein bisschen traurig, dass ich schon alles kenne und nicht wie du neu entdecken kann 😉 Auf jeden Fall wünsche ich dir noch viel Freude mit den kommenden Staffeln!

    Gefällt 2 Personen

    1. Danke Myriam, den werde ich bestimmt haben! Es ist immer schön, wenn man zu einer Serie eine besondere Beziehung hat und damit so ein wohlig-warmes Gefühl verbindet. Ich kenne das gut, nur dass es bei mir „Fringe“ ist. Klingt aber zumindest ähnlich. 😀

      Gefällt 1 Person

  4. Friends ist wie eine zweite Familie – die man zum Glück nicht wirklich hat 😉
    Ich liebe die Serie und habe alle Staffeln vor Jahren mehrfach geschaut, was zur Folge hatte, dass ich lange Zeit in fast jeder Situation im echten Leben sofort eine dazu passende/entsprechende Szene aus der Sitcom zitieren konnte und Freunde und Verwandten damit in den Wahnsinn trieb
    *hach, schmacht*
    Ich kann nur empfehlen es bis zum finalen Finale zu schauen 🙂

    Gefällt 1 Person

  5. „Friends“ war tatsächlich Sitcom mit Niveau und mir fällt bis heute keine andere Serie ein, die dem das Wasser reichen kann. Selbst „How I met your mother“ – die zu Beginn durchaus das Potential besaß – kommt in Gesamtheit nie in diese Region.

    Gefällt 1 Person

    1. Da sind wir einer Meinung. How I met your mother funktioniert ja ganz ähnlich wie Friends und hat auch ganz starke Momente, gerade in den frühen Staffeln. Aber diese Leichtigkeit gepaart mit guten Storys, die Friends liefert, die erreicht HIMYM tatsächlich nicht.

      Gefällt mir

Was denkst du darüber?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s