Veröffentlicht in Fernsehserien

Seri(e)ös: Das Ende der Saga – Orphan Black (Staffel 5)

Fünfzig Folgen in fünf Staffeln sind eine runde Sache. Niemand würde behaupten, eine Serie mit fünfzig Folgen wäre zu lange gelaufen – und gleichzeitig kann sich niemand beschweren, die Geschichte hätte doch gerade erst begonnen und würde direkt schon wieder enden. Die meisten Serien ereilt entweder das Schicksal, relativ früh eingestampft zu werden (meist nach Staffel 1 oder 2) oder sich zu einer Endlosstory zu entwickeln, die sich über Jahre eine treue Fangemeinde aufbaut und deshalb einfach unglaublich schwer sinnvoll zu beenden ist. Beide Schicksale bleiben Orphan Black, der kanadischen Klonsaga mit den fünfzig Folgen in fünf Staffeln, erspart. Ob die Geschichte um Sarah, Cosima, Alison, Helena, Rachel und Co. eine würdige Abschlussstaffel bekommen hat? Dieser Frage gehe ich in diesem spoilerfreien Beitrag nach.

Zur Handlung

Um nicht in Versuchung zu geraten, hier fiese Spolier zu verraten, zitiere ich in diesem Abschnitt nur kurz den Teaser, der sich auf Amazon zu Staffel 5 finden lässt:

In der letzten Staffel versuchen Sarah und ihre Schwestern, Kira vor den Neolutionisten zu schützen, und decken ein über einhundertjähriges Geheimnis auf. Die Reise der Klone nähert sich ihrem Ende. Rachel hat sie in die Enge getrieben und vollständig unter Kontrolle. Aber Sarah und ihre Schwestern sind bereit zu kämpfen. Das ist der Anfang eines tödlichen Endspiels, das extreme Folgen – nicht nur für sie, sondern für die Zukunft der gesamten Menschheit hat. Dieser abschließende Test bringt die Klone bis zu ihrer äußersten Grenze. Wem können sie am Ende überhaupt noch vertrauen?

Zurück zu den Kernthemen „Freiheit“, „Individualität“ und „Identität“

Ich mochte Orphan Black von Anfang an. Das Thema der Identitätssuche, das hier so spannend aufbereitet wird, hat die Serie über fünf Staffeln getragen und verliert auch zum Ende hin nicht an Faszination und auch nicht an Aktualität. Die Klone kämpfen auf so vielen Ebenen um ihr Leben: körperlich, denn sie alle tragen die Veranlagung in sich, die Cosima so krank macht; sozial, denn je mehr sie in den Sog der Neolution geraten, desto mehr entfremden sie sich von ihrem gewohnten Umfeld und natürlich auch psychisch, denn die Konfrontation mit ihrer Klonherkunft verdaut sich nicht von jetzt auf gleich. Dass Kira in Staffel 5 in dieses Spiel noch mehr hineingezogen wird, gibt den Klonen – so mein Eindruck – die nötige Kraft, sich noch einmal so richtig aufzubäumen gegen das Dyad, gegen die Neolutionisten und gegen alle, die sich ihnen sonst noch bei ihrem Kampf um Freiheit in den Weg stellen. Denn letztlich ist die Serie rund um Sarah Manning immer nur eines gewesen: eine Geschichte rund um starke Frauen auf der Suche nach sich selbst und nach einem Ort, an dem sie unbeschwert, frei und einfach so sein können, wie sie sind. Staffel 5 konzentriert sich daher zu recht auf die Kernthemen der Serie und rückt Fragen nach Identität, Individualität, Freiheit und persönlichem Frieden in den Mittelpunkt

Fazit

Ohne zu spoilern kann ich behaupten, dass die fünfte Staffel Orphan Black die Serie würdig beendet. Viele Fragen und Geheimnisse der vorherigen Staffeln werden gelüftet und aufgeklärt und auch das Ende gerät weder zu vorhersehbar noch zu brutal noch zu kitschig. Als Zuschauerin hatte ich das gute Gefühl, dass die Story nun abgeschlossen ist und ich mich anderen Serien zuwenden kann. Für mich ist so ein Abschluss immer total wichtig – und wenn er nicht gelingt, verdirbt mir das nicht selten das Vergnügen an einer Serie. Orphan Black bleibt auch dieses Schicksal erspart und findet in noch einmal zehn spannenden und emotionalen Folgen ein gelungenes Ende für die Geschichte, die in den letzten fünf Jahren so sorgsam entwickelt und aufgebaut wurde und so viele Fans begeistert hat.

Weiterempfehlung: Die kanadisch-amerikanische Serie Orphan Black erzählt in fünf Staffeln die Geschichte rund um Sarah Manning und ihre Klonschwestern. Dabei bietet sie neben spannender Unterhaltung auch immer wieder Denkanstöße zu den Themen Identität, Identitätsfindung und persönliche Freiheit. Die fünfte und finale Staffel beschert dieser presigekrönten Serie ihren würdigen Abschluss. Fans von Krimi- oder Dramaserien wird Orphan Black genauso gefallen wie Science-Fiction-Liebhabern.

Habt Ihr die finale Staffel Orphan Black schon gesehen? Wie hat sie Euch gefallen? Und ist es für Euch auch wichtig, dass eine Serie ein richtiges Ende hat?

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Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

7 Kommentare zu „Seri(e)ös: Das Ende der Saga – Orphan Black (Staffel 5)

  1. Freut mich, dass die Serie ein tolles Ende hat und du sie damit zufrieden abschließen konntest! Muss gestehen, dass ich sie irgendwo in Staffel 2 abgebrochen habe, weil es mir mit dem Dyad und allem zu undurchsichtig und verworren wurde. Und ich mochte die Hauptfigur Sarah Manning nicht. Wenn sich die Serie mehr in Richtung der ersten Folgen (Sarah übernimmt Identität von Beth) entwickelt hätte, wäre ich vermutlich drangeblieben …
    Liebe Grüße
    Siri
    http://www.quergetippt.com

    Gefällt 1 Person

    1. Orphan Black hat in Staffel 2 und 3 tatsächlich ein bisschen geschwächelt, insofern kann ich durchaus verstehen, dass du dort ausgestiegen bist. Sarah entwickelt sich auch erst im Laufe der Zeit immer mehr zur Sympathieträgerin. Ich glaube, je mehr Klone auftauchten, umso vielfältiger und runder wurde die Geschichte. Ich hatte auch Phasen, in denen mich die Story nicht zu 100 % überzeugt hat. Ich glaube auch, dass die Serie nochmal besser funktioniert, wenn man alle fünf Staffeln am Stück und ohne längere Pausen schaut. Das geht ja jetzt. 😉 Dann bleibt man eher in der Geschichte drin und verliert nicht so leicht den Faden. Ist mir auch ein, zweimal passiert. 😉 Trotzdem ist das Ende wirklich gelungen und es ist schön, dass die Serie auf diese Weise enden konnte.

      Gefällt 1 Person

    1. Das Ende ist superwichtig, finde ich auch! Am schlimmsten ist es wirklich, wenn eine Serie einfach so eingestellt wird und man als Fan mit einem nicht aufgelösten Cliffhanger zurückbleibt. Ich glaube, es gibt nichts Fieseres. 😦

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