Veröffentlicht in Fernsehserien

Seri(e)ös: Wer „A“ sagt,… – Pretty Little Liars (Staffel 6)

…muss auch „B“ sagen. Eigentlich zumindest, denn bei Pretty Little Liars gibt es zum Glück nur eine Person „A“, die den Mädels das Leben schwer macht. Oder doch nicht? Staffel 6 der Teenieserie, der ich auf Gedeih und Verderb verfallen bin, enthüllt nicht nur die Identität von „A“, sondern wirft gleich hinterher eine Million neuer Fragen auf. Warum Staffel 6 sich eigentlich wie zwei Staffeln anfühlt und welche eklatanten Logikschwächen die Story dieses Mal wieder ignoriert, lest Ihr in dieser Besprechung, die beim besten Willen nicht spoilerfrei bleiben kann.

Zur Handlung

Am Ende von Staffel 5 war es „A“ gelungen, die Mädels und Mona in sein Versteck zu locken. Alle vermuten schon zu diesem Zeitpunkt, dass es sich bei „A“ um Charles, Alisons älteren Bruder handelt. Staffel 6 macht genau an dieser Stelle weiter. Die Mädels sind immer noch in „As“ Gewalt und werden von ihm gequält. Nach einigen Wochen gelingt es Toby, Caleb und Alison allerdings, das Versteck ausfindig zu machen und die Mädchen sowie Mona und ein weiteres Mädchen namens Sara Harvey zu befreien. Als vermeintlicher Peiniger „A“ wird Andrew verhaftet. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass er unschuldig ist. Stattdessen enthüllt Mr. DiLaurentis auf Drängen seiner Kinder endlich Details über Charles. Er ist der ältere Bruder von Jason und Alison und soll vor Jahren Selbstmord in Radley begangen haben. Mitte der Staffel kommt allerdings die Wahrheit ans Licht. Charles lebt noch und er ist wirklich „A“ – allerdings handelt es sich bei ihm nicht (mehr) um einen Mann, sondern um eine Frau: CeCe Drake, Alisons und Jasons Freundin aus früheren Zeiten. So hat sich scheinbar alles geklärt und die Mädchen verlassen am Ende des Sommers Rosewood, um aufs College zu gehen.

Fünf Jahre später haben die Mädels sich alle ein Leben außerhalb ihrer Heimatstadt aufgebaut. Dorthin kehren sie nun nur zurück, um auf Alisons Bitten bei einer Gerichtsanhörung auszusagen, dass sie damit einverstanden sind, dass CeCe aus der Psychiatrie in Alisons Obhut entlassen wird. In der Nacht nach ihrer Entlassung wird CeCe allerdings ermordet und die Mädchen geraten ins Visier der Polizei. Als dann auch Sara Harvey auftaucht und die Mädchen erneut Drohnachrichten erhalten, scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Steckt hinter „A“ etwa doch eine andere Person?

Frag nicht nach Logik…

Staffel 6 lüftet das so lang gehütete Geheimnis, wer sich hinter „A“ verbirgt. Erstaunlicherweise passiert dies mitten in der Staffel – und dann steckt hinter „A“ auch noch eine Person, die ich als Zuschauerin dort überhaupt nicht erwartet hätte. Das an sich ist eigentlich ziemlich gut, denn das heißt, dass der Plan der Drehbuchautoren aufgegangen ist. Der Kniff, aus einem Jungen eine Frau zu machen, und so zu einer überraschenden „A“-Auflösung zu kommen (denn ehrlich, keiner hatte hinter „A“ eine Frau vermutet), wirkt dann doch recht weit hergeholt. Ein offenbar gewalttätiger Junge kommt ins Sanatorium, wo er seine weibliche Seite auslebt und – hier wird es wirklich unrealistisch – eine Geschlechtsumwandlung inklusive Operation durchmacht. Sorry, aber das war selbst mir zu viel. Da wäre es glaubwürdiger gewesen, wenn doch Toby oder Ezra oder Andrew „A“ gewesen wären. Diese spektakuläre Enthüllung markiert allerdings noch lange nicht das Ende der Staffel. Fünf Jahre später scheint sich alles verändert zu haben, aber durch CeCes Tod fängt der „Spaß“ letztlich noch einmal von vorne an, inklusive ständiger Angst und Drohbotschaften. Die letzte Folge der Staffel fand ich tatsächlich ziemlich creepy und auch die Enthüllung, dass Alisons Mann Elliot nicht der ist, der er vorzugeben scheint, kam für mich überraschend. Kein Wunder also, dass der Cliffhanger mich mit einem „Mist, jetzt muss ich wieder auf die nächste Staffel warten!“ zurückgelassen hat. Zum Glück hat Netflix letztes Wochenende verkündet, Staffel 7 bereits ab 21.12. ins Programm aufzunehmen.

Fazit

In Staffel 6 wird endlich das Geheimnis gelüftet, wer sich hinter „A“ verbirgt. Dieser Wendepunkt in der Geschichte beschert der Serie mitten in der Staffel einen Abschluss und gleichzeitig einen Neuanfang – darum hatte ich auch das Gefühl, eigentlich zwei Staffeln geschaut zu haben. Mit dem Ende der Schulzeit endet für die Mädels auch die Quälerei durch „A“ und sie können befreit ihre Collegezeit genießen. Dass sie die Vergangenheit Jahre später einholt und die Story eigentlich da weitermacht, wo sie vor fünf Jahren aufhörte, ist dem Konzept der Serie geschuldet. Sie lebt von diesem Katz-und-Maus-Spiel, von der Suche nach dem Bösewicht und überraschenden Enthüllungen. Ich war in Staffel 6 erneut fasziniert davon, mit welch simplen Mitteln die Macher mich jedes Mal aufs Neue kriegen. Ein bisschen Spannung, eine bisschen Grusel, ein bisschen Liebe, ein bisschen Kitsch – fertig ist die süchtig machende Teenieserie. Von der Enthüllungsfolge war ich im Nachhinein zwar enttäuscht, allerdings folgen danach ja noch einmal zehn Folgen. Am Ende dieser Folgen war ich bereits so in das Zukunftsszenario verwickelt, dass ich mir Staffel 7 definitiv zeitnah anschauen werde. Ein weiterer cleverere Schachzug der Drehbuchautoren…

Weiterempfehlung: Pretty Little Liars ist eine amerikanische Teenie-Drama-Serie, in deren Mittelpunkt vier Freundinnen stehen, die von einem (oder mehreren) Unbekannten terrorisiert werden. Wer kein Problem mit offensichtlichen Logikschwächen hat und an Serien wie The Vampire Diaries, O.C. California oder Gossip Girl Spaß Gefallen findet, macht auch mit Pretty Little Liars nichts falsch.

Wie steht Ihr zu Pretty Little Liars – seid Ihr Fans oder interessiert Euch diese Teenieserie nicht? Und falls Ihr Staffel 6 schon geschaut habt: Was sagt Ihr zur Enthüllungsfolge?

 

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Autor:

Leidenschaftliche Bloggerin. Kaffeesüchtiger Serienjunkie. Schleswig-Holsteinerin im Exil. Ständig hungrig, vor allem aufs Leben.

2 Kommentare zu „Seri(e)ös: Wer „A“ sagt,… – Pretty Little Liars (Staffel 6)

  1. Vor ein paar Jahren war ich auch schwer begeistert von Pretty Little Liars und habe die Serie sehr gern meinen Freunden empfohlen. Inzwischen kann ich das nicht mehr guten Gewissens tun, weil ich finde, dass das Muster derer sich die Serie bedient extrem platt ist.

    Du sagst ja auch wie unrealistisch die Serie ist … genau ab der Staffel, die du hier besprichst, hat sie mich „nicht mehr gekriegt“. Ich finde es auch viel zu einfach sich des Transgender-Themas zu bedienen, um es irgendwie „plausibel“ zu machen, dass der Täter ganz klar ein Mann sein musste, aber überraschenderweise wirklich die ganze Zeit jemand war, den sie schon kennen – und eine Frau zur perfekten Vertuschung. Das nehme ich der Serie übel wie sie den Zuschauer stets weiter an der Nase herumführt. Vor ein paar Staffeln wurde Ezra als „A“ eingeführt – das war ein wesentlicher smarterer Kniff, den sie haben verpuffen lassen.

    Gefällt 1 Person

    1. Die Muster sind wirklich platt, da sind wir definitiv einer Meinung. Auch die Auflösung rund um A und das Transgender-Thema hat mich nicht überzeugt. Und das noch nicht mal, weil das doch ziemlich sensible Thema hier ziemlich plump benutzt wird, sondern einfach, weil die Auflösung so unlogisch und unmotiviert erscheint. Ich hätte auch Ezra oder Andrew oder meinetwegen auch Toby als A eine konsequente Idee gefunden. Naja. Staffel 7 schaue ich mir jetzt auch noch an und dann ist die Serie ja eh vorbei. So kurz vor dem Ziel breche ich nicht mehr ab und über A spricht ja eh keiner mehr nach der Auflösung… 😉

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