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Seri(e)ös: Was 2017 bisher geschah (und wie es weitergeht)

Sechs Monate gehen wirklich erschreckend schnell vorbei. Bevor ich am Ende des Jahres wieder lange rechnen muss, was 2017 alles über meine Mattscheibe flimmerte, nutze ich die Jahresmitte für ein kleines Zwischenfazit und auch zur Planung meines weiteren Serienkonsums in den kommenden Monaten. Seid ihr dabei? 😉

Status Quo: Diese Serien habe ich zwischen Anfang Januar und Ende Juni gesehen

Wer hier regelmäßig vorbeischaut, wird bemerkt haben, dass ich in den letzten Monaten vor allem für eine Serie geschwärmt habe: Sons of Anarchy! ♥ Das schlägt sich auch in meiner Serienliste von Januar bis Juni überdeutlich nieder. In dieser lassen sich insgesamt 15 Staffeln acht verschiedener TV-Serien finden lassen – sieben davon entfallen allerdings allein auf besagte Serie:

Aktuell arbeite ich mich noch an folgenden Serienstaffeln ab, zu denen euch folglich Rezensionen im zweiten Halbjahr erwarten:

  • Chef’s Table: Staffel 3
  • Chicago Fire: Staffel 4
  • Friends: Staffel 2 ff.
  • Grey’s Anatomy: Staffel 13
  • The Good Wife: Staffel 3 ff.
  • This is us: Staffel 1

What’s next? Serienplanung Juli bis Dezember 2017

Anfang des Jahres hatte ich ja schon einige Serienstaffeln genannt, die ich mir gerne anschauen wollte. Einige davon konnte ich erfreulicherweise im ersten Halbjahr in Angriff nehmen, andere rutschen nun aus verschiedenen Gründen in die zweite Jahreshälfte, zum Beispiel:

  • Downton Abbey: Staffel 5 + Staffel 6
  • Fargo: Staffel 2
  • House of Cards: Staffel 5
  • Modern Family: Staffel 6
  • Orphan Black: Staffel 5
  • Pretty Little Liars: Staffel 6
  • Sherlock: Staffel 4
  • The Vampire Diaries: Staffel 7

Diese kleine Liste möchte ich noch um folgende Serien(staffeln) ergänzen:

  • Arrow: Staffel 4
  • Broadchurch: Staffel 3

Außerdem steht nach wie vor die große Frage im Raum, womit der Herr Koch und ich die riesige Lücke füllen sollen, die das Ende von Son of Anarchy hinterlassen hat. Wir schauen immer eine Serie gemeinsam an, die wir abwechselnd aussuchen. Er wählte vor einigen Monaten Sons of Anarchy aus – nun bin ich am Zug und recht ratlos, was auf diese Serienperle folgen kann. Es muss eine bereits abgeschlossene Serien sein (am besten auch eine mit einem richtigen Ende und keine, die einfach abgesetzt wurde) und sie sollte auf Netflix verfügbar sein. Das ist wirklich keine leichte Aufgabe. Dexter ist in der engeren Auswahl, auch über Luther (kriegt ja jetzt doch noch eine Fortsetzung…), Black Mirror, Prison Break oder Californication denke ich nach, aber richtig vom Hocker haut mich keine davon. Vielleicht sollten wir es einfach mal mit einer Comedyserie versuchen? Arrested Development konnte ich alleine nichts abgewinnen – vielleicht funktioniert die Serie in Gesellschaft besser? Stromberg wäre auch noch eine Möglichkeit. Oder oder oder…

Puh, ich bin richtig ratlos! Habt Ihr einen Tipp für mich, welche abgeschlossene Serie bei Netflix verfügbar ist und sich richtig lohnt? Und was sollte sonst noch unbedingt auf meine Watchlist wandern?

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Seri(e)ös: Designated Survivor (Staffel 1, Teil 2)

Bereits Anfang Februar schrieb ich eine Review zu den ersten zehn Folgen Designated Survivor, der Serie rund um Tom Kirkman, der über Nacht amerikanischer Präsident wird. Da die Serie beim amerikanischen Publikum so gut ankam, spendierte ABC ihr kurzfristig eine volle Staffel, sprich 21 Folgen. Ob das eine gute Entscheidung war? Das lest Ihr in der folgenden Besprechung, die leichte Spoiler enthält.

Rückblick: Das passierte in Teil 1 (Folgen 1-10)…

Ich zitiere aus meiner Review vom 01.02.2017:

Während alle anderen Senats- und Regierungsmitglieder beim State of the Union im Kapitol sind, sitzt Kirman mit seiner Frau in einem Regierungsbunker und schaut sich Sport im TV an. Bevor er weiß, wie ihm geschieht, ereilt ihn die Neuigkeit, dass bei einer Explosion im Kapitol alle Anwesenden verstorben sind und er nun amerikanischer Präsident wird. (…) An Kirkmans Seite dabei: Seine langjährige Vertraute Emily Rhodes, sein Chief of Staff Aaron Shore und sein Pressesprecher Seth Wright, die mit ihm zusammen versuchen, den Laden am Laufen zu halten. Denn wie sich herausstellt, gab es doch zwei Überlebende in dieser Nacht: Zum einen ist da Kimble Hookstraten, die als unoffizieller Designated Survivor der Republikaner, der anderen Partei, ebenfalls nicht an der Veranstaltung teilgenommen hat und Kirkman zwar unterstützt, aber auch bisweilen undurchsichtige eigene Aktionen durchführt. Zum anderen ist da aber noch Peter MacLeish, der fast unverletzt aus den Trümmern des Kapitols geborgen werden kann. MacLeish, ein amerikanischer Kriegsheld und Kongressabgeordneter, wird schnell zum nationalen Helden und zu Kirkmans Vertrautem, der ihn gerne in seiner Regierung sieht. Wäre da nicht FBI-Agentin Hannah Wells, die MachLeishs Überleben mehr als merkwürdig findet und eigene Nachforschungen anstellt. Und siehe da – auch MacLeish ist nicht so sauber, wie er auf den ersten Blick erscheint…

…und in Teil 2 (Folgen 11-21)

Die Geschichte geht genau da weiter, wo sie in Folge zehn aufhörte: Hannah Wells ist Peter MacLeish auf der Spur und versucht, Beweise dafür zu beschaffen, dass er nicht der ist, der er vorzugeben scheint und am Bombenangriff auf das Kapitol beteiligt war. Doch bevor sie ihn festnehmen und befragen kann, wird er von seiner Frau erschossen, die im Anschluss daran Selbstmord begeht. Wells und Kirkman arbeiten fortan gemeinsam daran, die Verschwörung aufzudecken. Auch Jason Atwood beteiligt sich, ist er doch auf Rache für den Tod seines Sohnes aus. Schnell finden sie zusammen mit Mike Ritter, Kirmans Sicherheitschef, heraus, dass es sich nicht um die Tat einzelner Extremisten handelt, sondern eine größere amerikanische Terrorzelle hinter dem Angriff steckt – und auch, dass die Zelle Pläne und Ressourcen (Geld und Sprengstoff) besitzt, um weitere Anschläge zu verüben. Die Jagd nach den Anführern wird immer gefährlicher und zu einem Wettlauf mit der Zeit…

Spannung, Herz und Patriotismus (zum Zweiten)

Auch im zweiten Teil der ersten Staffel macht Designated Survivor viel richtig: Die Story ist spannend und zumeist unvorhersehbar. Die Serientode trafen mich immer unvorbereitet, was zeigt, dass die Macher der Serie bereit sind, nicht den einfachen Gut/Böse-Weg zu gehen. Die Hautpfiguren sind sympathisch und/oder interessant und bieten dem Zuschauer Identifikationspotential. Gerade Emily blüht im zweiten Teil richtig auf und darf mehr Aufgaben übernehmen als nur persönliches Assistentin zu spielen, was mir gut gefallen hat. Kal Penn als Pressesprecher Seth Wright fand ich schon in Teil 1 super – und seit ich herausgefunden habe, dass er neben seiner Schauspielerei auch Politiker ist und unter Obama im Weißen Haus gearbeitet hat, ist er mir auch als Mensch sehr sympathisch.

Womit ich mich in den neuen Folgen schwer getan habe, waren weiterhin die patriotischen Themen und auch die Familiengeschichte. Für mich stimmt die Chemie zwischen Tom (Kiefer Sutherland) und Alex (Natascha McElhone) einfach nicht; auch die Szenen mit den Kindern wirken irgendwie hölzern oder sehr pathetisch. Hier würde ich mir einen Tick mehr Realismus wünschen. Was die patriotischen Töne angeht, ist dies wohl der Zielgruppe geschuldet. Wir haben es hier, das darf man nicht vergessen, nicht mit einer Netflix-Eigenproduktion zu tun, sondern mit einer Serie des Networks ABC. Im Vergleich zu Frank Underwood ist Tom Kirkman wirklich ein echter Patriot, dem das Wohl seines Landes deutlich wichtiger ist als sein eigenes. Welcher TV-Serien-Präsident unterhaltsamer ist, das muss jeder für sich entscheiden.

Fazit

Ich bin unschlüssig, ob ich es gut finde, dass die erste Staffel um weitere Folgen aufgestockt wurde. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass in der Story mehr drin gewesen wäre, wenn man sich mehr Zeit für ihre Entwicklung genommen hätte. Die ersten zehn Folgen waren ein Hit und die Fans hätten bis zum Herbst auf Staffel 2 hingefiebert, denn der Cliffhanger am Ende der zehnten Folge war stark – bedeutend stärker als der Cliffhanger, der nun das Staffelende markiert. ABC hat bereits eine zweite Staffel bestellt und so bleibt abzuwarten, welche Akzente diese setzen wird. Die „Nobody wird über Nacht Präsident“-Nummer ist jedenfalls auserzählt und damit ich am Ball bleiben soll, wünsche ich mir eine klug konzipierte und erzählte Geschichte, die nicht zu sehr auf die Tränendrüse oder den Patriotismusknopf drückt. Bleibt abzuwarten, ob ABC das liefern kann (und will).

Weiterempfehlung: Im zweiten Teil der ersten Staffel begleitet der Zuschauer Tom Kirkman dabei, wie er langsam als Präsident Fuß fasst und innen- wie außenpolitische Probleme lösen muss. Die Serie erzählt das auf spannende und sympathische Weise, erreicht aber in Folge elf bis 21 nicht das Niveau der ersten zehn Folgen – und auch nicht das Niveau anderer Politikdramen wie etwa House of Cards oder Homeland.

Frank Underwood oder Tom Kirkman: Wer ist Euer Favorit? Ich mag beide, auch wenn sie nicht viel gemeinsam haben. 😉 Und findet Ihr den zweiten Teil der ersten Staffel Designated Survivor auch schwächer als den ersten?

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Seri(e)ös: Drei Serien…

Ich liebe Musik. Beim Schreiben, beim Aufräumen, beim Autofahren, in der Bahn – und natürlich auch in TV-Serien macht sie das Leben (und das mediale Erlebnis) noch ein bisschen schöner. Manchmal bleiben mir Songs aus Serien so sehr im Gedächtnis, dass ich sie auf ewig mit ihnen verbinden werde. Drei Beispiele dafür habe ich heute ausgesucht, was gar nicht so leicht war, denn mir wären problemlos noch mehr eingefallen.

~ Drei Serien, mit denen ich bestimmte Songs assoziiere ~

1. The Sopranos: Journey – Don’t stop believing (Folge 6×21: Made in America)

2. Fringe: Yazoo – Only you (Folge 5×01: Transilience Thought Unifier Model-11)

Lost: Mama Cass Elliot – Make your own kind of music (Folgen 1×24: Exodus (Part 2) sowie 2×01: Man of Science, Man of Faith)

Welche Song kommen Euch sofort in den Sinn, wenn Ihr an Serien denkt? Gibt es vielleicht sogar Szenen, die Euch durch den passenden Soundtrack besonders gut gefallen haben? Bei mir ist es bei Beispiel 1 (The Sopranos) definitiv so.

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Seri(e)ös: Rectify (Staffel 2)

Wenn es um Dramaserien geht, habe ich eine goldene Regel, nur eine. Diese lautet: Egal wie sehr mich die Serie nervt, langweilt oder aufregt – habe ich eine Staffel begonnen, schaue ich diese auch zu Ende. Danach gehe ich tief in mich und entscheide, ob meine kostbare Lebenszeit weiterhin für diese Serie draufgehen darf. Wenn man stark auf die 30 zugeht, muss man mit seinen Kräften schließlich haushalten. Nun aber ist der Fall eingetreten, dass ich die goldene Regel brechen musste. Was, wieso, warum? Das lest Ihr in folgender Review, die so gut wie spoilerfrei ist, denn bei Rectify passiert so wenig, dass es eh nichts zu spoilern gibt. Ups, jetzt ist mir schon vorab ein Seitenhieb rausgerutscht. Shame on me.

Zur Handlung

In Staffel 1 versuchte Daniel Holden nach 18 Jahren im Gefängnis wieder in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Er zog bei seiner Familie ein, freundete sich mit seinem Stiefbruder und seiner Stefschwägerin an und entdeckte das Leben völlig neu. Nicht allen in seinem Heimatort jedoch gefiel Daniels Rückkehr und so wurde er im Staffelfinale böse zusammengeschlagen. An diese Ereignisse knüpft Staffel 2 nahtlos an. Daniel liegt zunächst im Koma und erholt sich auch danach nur langsam von der Prügelei. Zurück zu Hause gehen die Probleme weiter: Stiefvater und Stiefbruder verlieren zunehmend die Geduld mit dem Ex-Knacki, seine Schwester Amantha traut sich nicht, die Stadt und Daniel zu verlassen, seine Mutter ist hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, Daniel zu helfen und der Sehnsucht nach einem normalen Leben. Daniel hingegen ist auf der Suche nach sich selbst und seinem Platz in der Gesellschaft.

Schöne Bilder, wenig Story

Vor einem guten Dreivierteljahr gefiel mir die erste Staffel der Serie ausgesprochen gut. In der Review schrieb ich:

Rectify ist das, was ich eine „leise Serie“ nenne. Eine, die viel auf Bilder und Metaphern setzt, die auch mal den Mut hat, Szenen unkommentiert stehen zu lassen und den Zuschauer bisweilen nachdenklich zurücklässt.

Daran ändert sich auch in Staffel 2 nichts und das ist völlig in Ordnung. Auch die leisen Töne haben ihre Berechtigung. Dennoch fehlt es mir in dieser Staffel an Substanz: Die Story ist schlichtweg dünn. Staffel 1 war interessant, weil der Zuschauer die Figuren erst einmal kennenlernen musste und zeitgleich miterleben konnte, wie Daniel aus dem Gefängnis entlassen wird und sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren versucht. In Staffel 2 sind die Figuren allerdings bekannt, sodass die Handlung nun Fahrt aufnehmen könnte. Tut sie aber nicht. Alle Familienmitglieder sind unzufrieden mit der Gesamtsituation, aber es passiert – nichts. Daniel lässt sich treiben, Amantha arbeitet im Supermarkt, Teddy verkauft weiterhin Autoreifen und Tawney geht in die Kirche. Gähn. Diese auf wenige Sätze reduzierbare Handlung in Kombination mit langen Kameraeinstellungen und manchmal minutenlangem Schweigen ist für mich schlichtweg die Definition von Langeweile. Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass Rectify eine der am besten bewerteten Serien der letzten Jahre ist. Warum das so ist, kann ich nicht nachvollziehen. Schöne Bilder und gute Schauspieler – beides hat Rectify definitiv – können über eine dünne Handlung und zähe Erzählweise leider nicht hinwegtäuschen.

Fazit

Ich habe es versucht mit der zweiten Staffel, wirklich. Aber schon die erste Folge mit dem komatösen Daniel, der irgendeinen wirren Traum hat, bietet keinen gelungenen Einstieg. Danach habe ich mich durch 7 1/2 weitere Folgen gekämpft und gestern schließlich kapituliert. Bereits nach zehn Minuten erwischte ich mich nämlich dabei, wie ich auf die Uhr geschielt habe. Weitere zehn Minuten später schrieb ich vor Langeweile nebenbei WhatsApp-Nachrichten. Nein, für mich ist nun der Punkt erreicht, an dem ich meine goldene Regel brechen und mich aus Georgia verabschieden muss.

Weiterempfehlung: Rectify ist eine us-amerikanische Dramaserie, in deren Zentrum Daniel Holden steht, der 18 Jahre unschuldig in der Todeszelle saß und nun seinen Weg zurück in die Gesellschaft sucht. Staffel 2 knüpft an die Geschehnisse von Staffel 1 an, kann deren Niveau aber nicht halten. Zu langatmig, zu zäh, zu wenig relevant ist die Story in dieser Staffel. Mich konnte sie nicht fesseln, sodass ich in Folge 8 ausgestiegen bin und mir auch die weiteren Staffeln nicht anschauen werde.

Habt Ihr schon einmal in Rectify hineingeschaut? Was fasziniert Euch daran? Ich bin gespannt auf andere Meinungen zu dieser hochgelobten Serie!

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Seri(e)ös: The Good Wife (Staffel 2)

Anwaltsserien haben aktuell einen guten Stand bei mir. Die fünfte Staffel Suits hat mir gefallen und auch die erste Staffel The Good Wife konnte mich überzeugen. Ob dies Staffel 2 auch gelungen ist? Die Review verrät es!

Zum Inhalt

Nachdem Staffel 1 den Zuschauer in die Geschichte eingeführt und die Ausgangssituation erklärt hat, braucht Staffel 2 sich nicht mit solch erläuterndem Geplänkel aufzuhalten und kann inhaltlich aus den Vollen schöpfen. Während Alicia sich in der Kanzlei gut eingelebt und sich einen Ruf als respektable Anwältin erworben hat, ist ihr Privatleben nach wie vor in Aufruhr. Ihre Ehe mit Peter durchlebt Höhen und Tiefen, dazu kommen Probleme mit den Kindern und ihrer Schwiegermutter. Besonders die Tatsache, dass das Familienleben durch Peters Wahlkampfkampagne – er kandidiert erneut als Staatsanwalt – nach außen hin makellos sein muss, stört Alicia. Dass sie gezwungen ist, öffentlich die perfekte Ehefrau zu spielen, die ihrem Mann all seine Eskapaden verziehen hat, passt nicht mehr zu ihrem Selbstbild als unabhängige, starke Frau, die für sich selbst und ihre Kinder sorgen kann. So ist es nicht verwunderlich, dass sie Peter vor die Tür setzt, nachdem sie erfahren hat, dass er sie nicht nur mit Prostituierten, sondern auch einer ihr nahen Vertrauenspersonen betrogen hat. Das wiederum öffnet die Tür für die sich schon lange anbahnende Romanze mit Will…

Ein Frau auf dem Weg in die Unabhängigkeit

In Staffel 2 erlebt der Zuschauer eine veränderte Alicia. War sie in Staffel 1 noch unsicher, ob sie den Anforderungen ihres Jobs gewachsen ist und bisweilen überfordert vom Spagat zwischen Kindern und Kanzlei, ist davon in dieser Staffel deutlich weniger zu spüren. Alicia ist angekommen in ihrem neuen Alltag. Sie liebt ihre Arbeit und wird dort von (fast) allen geschätzt und respektiert. Auch ihr Leben abseits der Kanzlei will sie nicht mehr nach den Wünschen ihres Mannes ausrichten. Deutlich ist ihr Widerwille zu spüren, in alte Rollenmuster zurückzufallen: Die Alicia Florrick, die 13 Jahre Hausfrau und Mutter war und neben ihrem Mann in die Kameras lächelte, gibt es nicht mehr. Mit allen Mitteln kämpft sie dafür, sich ihren in den letzten Monaten erarbeiteten beruflichen Status und auch ihre persönliche Freiheit beizubehalten. Dabei schafft sie es, authentisch und sympathisch zu bleiben und dem Zuschauer das Gefühl zu vermitteln, dass hier eine Frau am Werk ist, die genau weiß, was sie will.

Fazit

Dass ich mit der Sichtung von The Good Wife angefangen habe, „verdanke“ ich eigentlich nur einem fiesen Magen-Darm-Infekt Anfang März. Aus Langeweile schaute ich mir die erste Folge an – und bin seitdem am Ball geblieben. The Good Wife bietet kurzweilige Unterhaltung, die genau das richtige Maß zwischen Drama und Unterhaltung findet. Alicia entwickelt sich in Staffel 2 weiter und es ist interessant, ihr dabei zuzuschauen, wie sie sich von ihrem Mann und auch von traditionellen Rollenbildern löst. Ich frage mich, ob die Geschichte mich deshalb so gut abholt, weil ich eine Frau bin und Alicia mir trotz des Alterunterschiedes und der völlig anderen Lebenssituation viel Identifikationspotenzial bietet. Auch wenn ich keine Kinder habe, ist der Spagat zwischen Familie, Kindern, Haushalt und persönlicher Entfaltung ein Thema, dass jede Frau (irgendwann) beschäftigt. Wie Alicia diesen Spagat meistert, dabei Rückschläge erlebt und Erfolge verzeichnet, Entscheidungen trifft und mit sich hadert, macht sie sympathisch. Ich schaue ihr jedenfalls sehr gerne dabei zu, wie sie weiter versucht, ihren Weg zu finden.

Weiterempfehlung: Die amerikanische Dramaserie The Good Wife begleitet die Anwältin Alicia Florrick dabei, wie sie sich von ihrem berühmten Mann emanzipiert und sowohl privat als auch beruflich eigene Wege geht. Dabei durchlebt sie Höhen und Tiefen, schafft es aber zu jeden Zeitpunkt, authentisch zu bleiben und nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen. Staffel 2 erzählt die in der ersten Staffel begonnene Geschichte daher konsequent weiter.

Wer hätte gedacht, dass The Good Wife und ich uns noch einmal so gut „anfreunden“ würden? Ich kann jedenfalls nicht mehr aufhören, diese Serie zu schauen – vor allem nicht, wo die Story um Alicia und Will nun Fahrt aufnimmt! 😉 Wie hat Euch Staffel 2 gefallen? 

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Seri(e)ös: Sons of Anarchy (Staffel 6)

Wie weit würdest Du gehen, um die Menschen, die Du liebst, zu beschützen? Würdest Du dafür Deinen Job aufgeben? Dein Zuhause verlassen? Einen Verrat begehen – oder sogar einen Mord? Meine derzeitige Lieblingsserie stellt in ihrer vorletzten Staffel die wirklich schwierigen Entscheidungen in den Mittelpunkt. Wie mir das gefallen hat, lest Ihr in dieser Review.

Zur Handlung

Da mir die Zusammenfassung von Amazon schon in en letzten Beiträgen so gute Dienste geleistet hat, bemühe ich sie heute erneut. Dort heißt es:

Jetzt, wo Clay und Tara hinter Gittern sind, kann sich Jax endlich der Zukunft des Clubs und seiner Familie widmen. Doch ist es überhaupt möglich, dem blutigen Erbe der SAMCRO-Vergangenheit je zu entkommen? Während er verzweifelt versucht, die Vision seines Vaters von einem gerechteren Club Wirklichkeit werden zu lassen, erfährt Jax Anfeindungen, Gewalt, Verrat und Betrug von allen Seiten. Der Druck wächst, Geheimnisse werden aufgedeckt, und die Zahl der Toten steigt. Am Ende dieser nervenzerreißenden Staffel steht ein Finale, mit dem sich für die „Sons of Anarchy“ noch einmal alles ändern wird…

Alles wird sich ändern – Enden ohne Ende

Staffel 6 markiert den endgültigen Übergang der Sons of Anarchy in eine Zeit, in der Jax die Geschicke des Clubs lenkt. Keine Drogen, weniger Gewalt, legales Business – er bemüht sich redlich, SAMCRO ruhigere Zeiten zu bescheren. Er bemüht sich, aber wirklich fruchten seine Aktionen nicht. Zu sehr hängen die Sons in Waffengeschäften mit der IRA drin, die sie ein ums andere Mal für zwielichtige Geschäfte rekrutieren kann. Der Ausstieg fordert so viel Gewalt und so viele Opfer, dass sowohl Zuschauer als auch Club sich bisweilen fragen, ob er angesichts dieser Bedingungen überhaupt Sinn ergibt. Jax hingegen möchte man wirklich abnehmen, dass er sich und seinen Club ändern und ein Leben als treusorgender Ehemann und Familienvater mit „9 to 5-Job“ beginnen möchte. Dass Tara das nicht kann und in Anbetracht ihrer Situation (Mordanklage) eigene, wirklich drastische Vorkehrungen für ein Leben ohne Jax trifft, geht darum umso mehr zu Herzen.

Zwei Menschen, die sich wirklich lieben und die ihre Kinder noch mehr lieben, dabei zuzusehen, wie sie kämpfen, aber einfach nicht aus dem Sog an Gewalt und Tod herauskommen, ist traurig. Ist es Verrat, wenn man den Liebsten der Polizei ausliefert, wenn man weiß, dass dies der einzige Weg ist, um die eigenen Kinder aus dem Milieu der Angst fortzubringen? Das Urteil darüber muss jeder Zuschauer selbst fällen.

Fazit

Während die Geschichte am Anfang der Staffel zunächst etwas zusammenhangslos wirkt (Stichwort Amoklauf) und ich erst Sorge hatte, es würde sich ein Handlungsstrang aus den Anfängen der Serie wiederholen (Stichwort Lee Toric, der sich anschickt, genauso wahnsinnig zu werden wie Agent Stahl in Staffel 3), nimmt die Staffel ab etwa Folge vier oder fünf deutlich Fahrt auf. Gerade dass Jax und Tara ihrer eigenen Wege gehen und dabei eigentlich nur das Beste für Ihre Söhne im Kopf haben, aber dieses auf so unterschiedliche Weise umsetzen möchten, gibt der Geschichte Relevanz. Das Damoklesschwert über Taras Kopf hängt mehrfach am seidenen Faden und wird ihr am Ende der Staffel auch zum Verhängnis werden – allerdings anders als gedacht. So ist Staffel 6 auch die Staffel, die Jax von vielen Menschen befreit, die ihn mit der Vergangenheit verbinden. Ohne Clay gehört der Club ganz ihm – und ohne Tara hat er auch niemanden mehr, der auf seinen Ausstieg drängt. Ob er es schaffen wird, die vielen Clubfehden, die Staffel 6 den Son erneut beschert hat, zu beenden und wirklich die Vision seines Vaters für SAMCRO umzusetzen, bleibt unter diesen Umständen fraglich. Ich habe nach wie vor eine Vermutung, wie die Serie enden wird, aber ob diese zutrifft? Die letzten 13 Folgen werden es zeigen…

Weiterempfehlung: Liebe, Verrat, Verlust und Tod – Staffel 6 der us-amerikanischen Dramaserie Sons of Anarchy lässt den Zuschauer erneut ein Wechselbad der Gefühle durchleben. Während er sich von einigen lieb gewonnenen Charakteren verabschieden muss, konzentriert die Handlung sich mehr und mehr auf Jax, der nun endgültig zum Zentrum der Geschichte wird und dessen Schicksal unabänderlich mit dem seines Clubs verknüpft ist. Wer die vorherigen Staffeln mochte, wird auch in Staffel 6 nicht enttäuscht werden. Alle anderen sehen sich vielleicht lieber nach leichterer und unblutigerer Unterhaltung um.

Nur noch eine Staffel trennt mich vom Abschied aus Charming – und ich bin wirklich traurig darüber. Völlig zu Unrecht ist diese Serie in Deutschland kaum beachtet worden und selbst in Serienjunkiekreisen kaum mehr als ein Geheimtipp. Ich weiß nicht, woran das liegen könnte. Ihr vielleicht?

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Seri(e)ös: Suits (Staffel 5)

Ich dachte nicht, dass ich jemals größere Gemeinsamkeiten zwischen Harvey Specter und Tony Soprano feststellen würde. Ihre beruflichen Tätigkeiten, ihre familiäre Situation, ihr Kleidungsstil – der Mafiaboss aus New Jersey und der Topanwalt aus New York könnten kaum gegensätzlicher sein. Die fünfte Staffel Suits belehrt mich nun allerdings eines Besseren. Was die beiden verbindet und wie mir Staffel fünf einer meiner absoluten Lieblingsserien gefallen hat, lest Ihr in der Besprechung.

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft: Auf die zwischenmenschlichen Beziehungen kommt’s an!

Wir erinnern uns: Am Ende von Staffel vier kommt es zum Bruch zwischen Harvey und Donna. Donna wechselt daraufhin intern den Arbeitsplatz und fängt in Staffel fünf als Sekretärin von Harveys liebstem „Feind“ Louis Litt an. Diese Entscheidung trifft Harvey mehr als er es wohl selbst erwartet hätte, denn ab diesem Zeitpunkt erleidet er wiederkehrende Panikattacken. Um diese in den Griff zu bekommen, tut er genau das, was schon Tony Soprano vor ihm tat: Er sucht eine Psychiaterin auf. So beginnt die Staffel mehr als ungewöhnlich, denn nie im Leben hätte ich erwartet, den toughen Harvey Specter mal auf einer Therapeutencouch zu erleben. Eine interessante Entwicklung ist es allemal, zeigt es doch, welchen Schwerpunkt die Staffel setzen wird. Es geht um zwischenmenschliche Beziehungen, um Freundschaft und Verlust, um Loyalität und Verrat. Während Harvey damit kämpft, Donnas Weggang zu verarbeiten und dabei erstmals auch Informationen über seine Mutter enthüllt werden, bereiten sich Mike und Rachel auf ihre Hochzeit vor. Wie ein Damoklesschwert hängt dabei allerdings Mikes Geheimnis über ihnen. Als Mike gegen Jessicas Willen zum Juniorpartner aufsteigt, bringt ihn sein erster Fall ausgerechnet mit einer ehemaligen Affäre zusammen, der er einst sein Geheimnis anvertraute. Das verunsichert ihn so sehr, dass er sich aus der Kanzlei zurückziehen möchte. Allerdings zu spät: Aus anderer Quelle hat die knallharte Staatsanwältin Anita Gibbs bereits davon erfahren, dass er ein Hochstapler ist. So wird Mike der Prozess gemacht, was die Loyalität aller Beteiligten gegenüber ihm und auch gegenüber Pearson Specter Litt auf eine harte Probe stellt. Am Ende kommt es zum großen Showdown, bei dem eine Person Verantwortung für Mikes Betrug übernehmen muss…

Interna statt Klienten – ein anderer Fokus

Wie es die kleine Zusammenfassung andeutet, konzentriert sich Staffel 5 sehr stark auf die Hauptfiguren und interne Probleme bei Pearson Specter Litt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Mikes Geheimnis publik wird, denn zu viele Personen sind in den letzten Staffeln darin eingeweiht worden. Dass es letztlich Sheila Sazs, Louis Exfreundin, ist, die Mikes Karriere abrupt beendet, kam dennoch überraschend. Es passt jedoch, dass eine Harvardmitarbeiterin ohne emotionale Verbindung zu ihm sein Geheimnis enthüllt. Ich bin der festen Überzeugung, dass weder Harvey noch Donna noch Jessica noch Louis (nein, auch nicht Louis!) es letztlich über sich gebracht hätten, Mike zu verraten. Wie stellt Louis doch am Ende der Staffel fest: „Mike is family!“. Dieser interne Fokus auf die Geschehnisse rund um Mike, um Harveys Therapie, um die Hochzeitsvorbereitungen und um Louis und Donna hat aber auch zur Folge, dass der Zuschauer wenig von dem zu sehen bekommt, was er aus früheren Staffeln kennt. Mike und Harvey arbeiten zusammen an einem Fall? Beide werfen sich Filmzitate an den Kopf? Donna und Harvey liefern sich einen Schlagabtausch? All das kommt in Staffel 5 etwas zu kurz. Klar, wenn alle mit Mikes Fall beschäftigt sind, bleibt keine Zeit mehr für Klienten. Trotzdem habe ich ein bisschen gebraucht, mich daran zu gewöhnen – und ja, es hat mir auch ein bisschen gefehlt.

Fazit

Staffel fünf einer meiner Lieblingsserien schlägt deutlich ernstere Töne an als frühere Staffeln. Es wird emotional, es wird spannend, es wird dramatisch – es wird schlichtweg anders. Was den 16 Folgen an Leichtigkeit fehlt, macht sie durch dichte Erzählung und Enthüllungen aus der Vergangenheit wett. Am Ende stehen für alle Beteiligten große Veränderungen an und ich bin sehr gespannt, wie die Autoren mit diesen in Staffel sechs umgehen. Wie ich schon früher anmerkte, funktioniert die Serie für mich nämlich am besten mit Mike und Harvey im Doppelpack.

Weiterempfehlung: Auch in der fünften Staffel macht die Geschiche um Mike Ross, Harvey Specter und Co. noch genauso viel Spaß wie in den Staffeln eins bis vier. Dennoch verschiebt sich der Fokus in dieser Staffel von den wöchentlich wechselnden Fällen zugunsten der folgenübergreifenden Handlung rund um die Hauptfiguren. Das ist interessant und es bleibt abzuwarten, wie die Autoren damit in den folgenden Staffeln umgehen werden.

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Seri(e)ös: Friends (Staffel 1)

Was heute Sheldon, Leonard, Howard und Raj sind und vor einigen Jahren Ted, Robin, Lily, Marshall und Barney waren, das waren in den 90ern und frühen 2000ern Joey, Phoebe, Chandler, Ross, Monica und Rachel. Ich habe es endlich getan und mich an eine der erfolgreichsten Comedyserien aller Zeiten gewagt: Friends! In Anbetracht der Tatsache, dass dieses Genre nicht zu meinen präferierten gehört, beginne ich die Sichtung von Comedyserien stets mit einem kritischen Blick. Schneller als bei jedem anderen Genre bin ich hier nämlich bereit, die Sichtung gandenlos auch nach wenigen Folgen wieder abzubrechen, wenn der dortige Humor mich nicht anspricht. Ob Friends eine Chance darauf hat, dass auch noch die weiteren neun (!) Staffeln über meinen Bildschirm flimmern? Das lest Ihr in dieser Besprechung (Yay, endlich mal wieder eine Review!).

Zum Inhalt

Die Freunde Joey (erfolgloser Schauspieler), Phoebe (Masseurin und Möchtegernmusikern), Monica (leidenschaftliche Köchin), Ross (nerdiger Paläontologe und Monicas Bruder) und Chandler (seinen Job hassender IT-Datenmanager) leben und arbeiten in New York und verbringen den Großteil ihrer Freizeit im Central Perk, einem gemütlichen Café. Zu Beginn der Serie treffen die fünf Freunde dort auf Rachel, die ein Brautkleid trägt und ihren Verlobten Barry gerade am Altar hat stehen lassen. Da Rachel und Monica alte Freundinnen sind – sie besuchten zusammen die High School – kommt Rachel bei Monica unter. Zunächst nur als Übergangslösung gedacht, zieht Rachel dort nach kurzer Zeit fest ein, bricht mit ihrem früheren Leben und nimmt einen Job als Kellnerin im Central Perks an. Auch im Leben der anderen Freunde ist einiges los: Während Ross‘ lesbische Exfrau ein Kind von ihm erwartet und er sich einen Affen als Haustier anschafft, kommt Chandler nicht von seiner Exfreundin Janice los; Joey hofft zeitweise als Al Pacinos Po-Double auf seinen großen Durchbruch und Monica hat eine Beziehung mit einem Minderjährigen. Am Ende der Staffel erblickt nicht nur ein neuer Erdenbürger das Licht der Welt, sondern es wird auch ein großes Liebesgeheimnis gelüftet.

Beste Unterhaltung aus einem anderen Jahrzehnt

Friends ist eine der erfolgreichsten und auch heute noch beliebtesten Comedyserien aller Zeiten – und ich verstehe jetzt auch, warum. Die Geschichte rund um die fünf Freunde ist charmant: Sie ist abgedreht, aber gleichzeitig bodenständig; sie ist etwas fürs Herz und auch für die Lachmuskeln; und was ich am meisten mag: Sie ist so herrlich unperfekt. Von Beginn an hatte ich das Gefühl, hier einer echten Freundesclique zuzuschauen. Menschen, die sich schon lange kennen und sich so nehmen, wie sie sind. Menschen, die scheitern, die ihren Job manchmal hassen und schlechte Dates haben. Menschen wie du und ich, die nur das Glück haben, in einer coolen Stadt zu leben und lustige Dinge zu erleben. Bereits während der ersten Folge habe ich gedacht: „Man, das ist so viel lustiger als (fast) jede Comedyserie aus diesem Jahrzehnt.“ Ich kann noch nicht einmal sagen, was es genau ist, aber die Situationskomik zündet einfach immer. Vielleicht hat es etwas mit dem 90er-Charme zu tun, der dieser Serie einfach aus jeder Pore dringt. Wenn Ross am Ende der Staffel nach China fliegt und seiner Schwester mitteilt, er wäre nun eine Woche nicht zu erreichen, werde ich fast ein bisschen nostalgisch, weil das Leben vor gut zwanzig Jahren eben so war. Menschen fuhren weg und waren nicht zu erreichen. Punkt. Viele Witze entstehen tatsächlich gerade dadurch, dass irgendeiner der Clique ein Ereignis verpasst hat oder nicht informiert werden konnte. Das Leben der Freunde unterscheidet sich in diesem Punkt sehr von dem des Zuschauers im Jahr 2017. Ansonsten jedoch ist das Identifikationspotenzial mit den sympathischen New Yorkern groß, da sie die wichtigen Themen des Lebens exemplarisch für uns durchexerzieren (Liebe und Trennung, Geburt und Tod, Freundschaft, beruflicher Erfolg und beruflicher Frust).

Fazit

Die 24 Folgen der ersten Staffel Friends habe ich recht schnell geschaut und hatte dabei großen Spaß. Für mich ist Friends durch seine Thematik und auch durch die Länge der einzelnen Folgen (gute zwanzig Minuten) die perfekte Serie, um sich eine unterhaltsame Pause vom Alltag zu gönnen. Dabei bietet die Serie weit mehr als platte Unterhaltung: Schon in Staffel 1 entwickeln die Charaktere sich weiter, sodass wir es hier mitnichten mit einer klassischen Sitcom zu tun haben. Für mich als Dramaserienfan ist das wichtig, denn ich mag es, wenn mir eine fortlaufende Geschichte erzählt wird. Friends legt dafür in den ersten 24 Folgen einen sehr guten Grundstein.

Weiterempfehlung: Friends ist eine amerikanischen Comedyserie, die von 1994 bis 2004 in zehn Staffeln und 236 Folgen die Geschichte einer sympathischen New Yorker Freundesclique erzählt. Dabei setzt die Serie sowohl auf klassischen Sitcom-Elemente (Lacher), geht aber mit ihrer folgenübergreifenden Story deutlich darüber hinaus. Friends hat zu Recht Maßstäbe gesetzt, was den Comedybereich betrifft, und ausnahmslos alle Hauptdarsteller zu Stars gemacht. Auch heute, über zwanzig Jahre nach Erstausstrahlung, funktioniert Staffel 1 hervorragend und überzeugt mit Situationskomik, Wortwitz und ja, auch mit 90er-Charme. Ich jedenfalls werde Friends so schnell nicht von meiner Watchlist nehmen. Falls Ihr meinem Beispiel folgen wollt: Seit einigen Wochen gibt es alls zehn Staffeln auf Netflix! 🙂

Eine Comedyserie, die mich so richtig überzeugt hat – dass wir das noch erleben! 😉 Habt Ihr Friends in den 90ern geschaut und den Hype mitgemacht oder seid ihr (so wie ich) ein bisschen spät dran mit diesem Klassiker? Und ist es nicht manchmal wirklich schön, mit einer TV-Serie einige Jahre in die Vergangenheit zu reisen? 🙂   

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Seri(e)ös: Drei Serien…

Irgendwie komme ich nicht los vom Thema „Anwaltsserien“. In der heutigen „Drei Serien…“-Ausgabe widme ich mich jedoch weniger der Serie selbst als vielmehr den Serien, die in ihr thematisiert werden. Ganz schön Metaebene, aber dies ist ein Blog mit Anspruch, wie Ihr wisst. 😉 Für alle, denen das jetzt zu verschwurbelt war, formuliere ich das Thema gerne auch noch einmal aus. Es lautet:

~ Drei Serien, die in Suits thematisiert werden ~

Mike und Harvey sind bekannt dafür, gerne mit Filmzitaten um sich zu werfen. Ich, die sich in dem Bereich nicht auskennt, erkenne diese im Normalfall selbstverständlich nicht. Also ich merke, dass das jetzt wohl gerade ein Filmzitat war, aber meistens fehlt mir der Kontext. Wenn es um Dirty Dancing oder Forrest Gump geht, komme ich noch klar, aber danach hört es auch schon auf. Anders sieht das natürlich bei Serienzitaten oder Anspielungen auf Serien aus, die zwar lange nicht so gehäuft, aber doch ab und an auftreten. Was ich daran so liebe, ist das Gefühl, mit den Protagonisten in derselben Welt zu leben und die Dinge zu mögen, die sie auch mögen. Das gibt einer Serie einen Realismus, der sie erdet und der sich – wie ich finde – auf andere Art schwer erzeugen lässt. Denn ehrlich, es gibt doch nichts Normaleres oder Alltäglicheres als fernzusehen, oder? Ich könnte Euch jetzt mit solchen Begriffen wie Erzähler, erzählte Welt und Intertextualität nerven, aber das lasse ich mal. Stattdessen trage ich einfach drei solche Erwähnungen zusammen. Ich hätte auch eine andere Serie als Suits wählen können, aber da Staffel 5 mir gerade so viel Freude bereitet, fand ich das passend. Los geht’s!

1. Staffel 3, Folge 16: No Way Out

Scottie und Harvey hatten einen Streit, aber da muss man doch nicht gleich schon morgens zu hartem Alkohol greifen. Oder etwa doch? Was Don Draper kann, kann Harvey Specter schon lange:

2. Staffel 3, Folge 4: Conflict of Interest

Mikes und Katrinas Zusammenarbeit in Staffel 3 steht anfangs unter keinem guten Stern. Bis, ja bis sie ihre gemeinsame Liebe für The Wire entdecken. Als Katrina kurz darauf auch noch Sil aus The Sopranos imitiert, ist der Bann definitiv gebrochen. Was Katrina dann sagt, da steckt so viel Wahrheit drin, dass ich es einfach mal umkommentiert stehenlasse…

3. Staffel 5, Folge 4: No puedo hacerlo

Mike und Katrina, die Zweite. Auch zwei Staffeln später besinnen die beiden sich bei einem beruflichen Treffen – Katrina arbeitet dank Rachel inzwischen für ihren Vater Robert Zane – auf ihre Gemeinsamkeiten. Was die Erwähnung von The Wire natürlich absolut großartig macht, ist die Tatsache, dass Robert Zane von Wendell Pierce verkörpert wird, der in The Wire den unfassbar unterhaltsamen Bunk „You happy now, bitch?“ Moreland spielte. Jetzt wird’s also wirklich Meta! 😉 Das „Shieeeet“-Zitat wiederum ist selbstverständlich eine Anspielung auf den guten Clay Davis, ebenfalls aus The Wire, der dieses Wort wie wohl niemand vor ihm geprägt hat.

Wie steht Ihr zum Thema Film- und Serienzitate in Serien? Zaubert Euch diese Form der Intertextualität ein Lächeln aufs Gesicht oder lässt Euch das völlig kalt? Und findet Ihr auch, dass man zuerst The Sopranos gesehen haben muss, um bereit für The Wire zu sein? 😉 

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Veröffentlicht in Fernsehserien

Seri(e)ös: Die Krux mit dem Seriennachschub

Süchtige sind immer auf der Suche nach neuem Stoff. Je nachdem, was das Suchtmittel der Wahl ist, kann der Bezug einfacher oder schwieriger sein. Alkohol und Zigaretten sind leicht zu bekommen, da sie überall und rund um die Uhr verfügbar sind. Auch andere Genussmittel wie Schokolade, Erdnüsse oder sonstiger Süß- und Knabberkram lassen sich leicht beschaffen. Dafür Geld zu bezahlen, finden wir selbstverständlich. Eine Schachtel Zigaretten kostet inzwischen sechs Euro, habe ich mir sagen lassen. Wenn es aber um den Konsum geistigen Eigentums anderer geht, nach dem viele von uns mindestens genauso süchtig sind wie nach der leckeren Schokolade oder dem teuren amerikanischen Markeneis, sieht das komischerweise anders aus. Illegale Downloads, zwielichtige kostenlose Streamingplattformen, deren Legalität ich als mindestens „tiefgrau“ einstufen würde, sowie Tricksereien mit ausländischen IP-Adressen sind nach wie vor beliebte Mittel, die Sucht zu befriedigen. Ich finde das faszinierend.

Die Menschen hinter der Story

Das kam jetzt falsch rüber, denn eigentlich finde ich es traurig. Hinter jeder Serie steckt nicht nur eine Produktionsfirma, sondern mindestens ein kreativer Kopf, meistens sogar mehrere. Das sind Menschen, die sich Geschichten überlegen, um andere wie dich und mich zu unterhalten. Um uns ein kurzes mediales Ausbrechen aus dem Alltag zu erlauben und in fremde Welten zu entführen. Damit tragen sie einen großen Teil dazu bei, unser Leben schöner zu machen, oder? Mein Leben wäre nämlich definitiv ärmer, könnte ich meine Abende nicht mit meinen aktuellen Serienobsessionen verbringen. Wie viele schöne, spannende und emotionale Stunden ich in den letzten Jahren mit den Sopranos, den Fishers, den Bishops, den hübschen kleine Lügnerinnen, den auf der Insel Gestrandeten oder den gut aussehenden Männern in Anzügen hatte, kann ich nicht einmal annähernd beziffern. Und das will ich auch nicht, denn ich bin einfach dankbar dafür, in einer Zeit zu leben, in der mir dieses kleine (fast) tägliche Vergnügen vergönnt ist. Dankbar, dass es Menschen und Firmen gibt, die meine Sucht nach seriell erzählten Geschichten befriedigen und sich immer wieder neue Storys einfallen lassen.

Legal schauen oder auf dem neuesten Stand sein – eine Grundsatzentscheidung

Auch ich bin der Seriensucht verfallen, wie den Lesern dieses Blogs schon lange klar ist. Auch ich möchte nicht ein Jahr auf neue Folgen meiner Lieblingsserie warten. Ich möchte mir aber genausowenig jede Folge sofort nach Erscheinen in den USA oder Großbritannien kostenlos irgendwo in einer zwielichtigen Ecke des Internets anschauen, denn in meinen Augen ist das Diebstahl geistigen Eigentums. Hart gesagt ist das nämlich nichts anderes, als sich in einer Buchhandlung den neuesten Bestseller unter den Mantel zu stecken und ihn kostenlos mit nach Hause zu nehmen. Man mag diese Einstellung krass oder übertrieben finden und mir ein „Aber die Firmen verdienen genug Geld daran – so what?“ zurufen. Für mich gibt es da trotzdem keine zwei Meinungen. Semilegales Streaming hat nämlich weitreichende Konsequenzen, setzt es doch einen Teufelskreis in Gang. Wer sich die aktuellen Folgen bereits online angesehen hat, wird sich diese kaum noch im TV oder im legalen Streaming anschauen. Auch die DVD wandert wahrscheinlich nicht ins Regal. Die Einnahmen aus diesem „Vergnügen“ belaufen sich für die Produktionsfirma und Co. also auf 0 Euro. 0 Euro für die Arbeit der Autoren, Regisseure, Darsteller, Produktionsfirmen, TV-Sender, Vertriebskompanien oder Streaminganbieter. Würdet Ihr für 0 Euro arbeiten? Ich nicht, weshalb sich in meinen Augen auch niemand, der solche tiefgrauen Methoden nutzt, jemals darüber beschweren darf, wenn seine Lieblingsserie wegen schlechter Quoten oder Aufrufzahlen eingestellt wird. Er ist Teil dieses Problems.

Eine Frage des Geldes? Eher eine der Einstellung…

Ich kenne alle Gründe, die dafür sprechen, diese Grauzone zu betreten, glaubt mir. Nicht nur die der Aktualität, sondern auch die finanziellen. Aber mal ehrlich: Amazon Prime kostet 69 Euro im Jahr, für Studenten sogar nur 34 Euro. Für ein Netflix-Abo für zwei Geräte fallen monatlich 9,99 Euro an; teilt man es sich mit einem Freund liegt der Preis für unbegrenztes Streaming hier monatlich unter fünf Euro. Ganz legale und kostenlose Unterhaltung bieten zudem die Mediatheken der TV-Sender sowie Portale wie MyVideo, Clipfish oder auch YouTube. DVDs und Blu-rays lassen sich wunderbar in der örtlichen Bücherei ausleihen, so uncool sich das zunächst auch anhört. Das Angebot dort ist meistens viel besser, breiter und aktueller, als man es sich vorher ausgemalt hat.

Ich bin darum der festen Überzeugung, dass das Betreten der genannten Grauzonen immer eine bewusste Entscheidung ist, die in den seltensten Fällen wirklich etwas mit der Finanzlage zu tun hat. Hier bahnt sich die Sucht ihren Weg, was ich sehr gut verstehen kann. Dennoch hilft auch hier, wie in so vielen Situationen des Lebens, die Gelassenheit weiter: Serienstaffeln sind kein vergängliches Gut, sondern haben auch ein paar Wochen oder Monate nach der Ausstrahlung im gelobten Land nichts an Qualität eingebüßt. Und Vorfreude ist bekanntlich immer noch die schönste Freude, oder?

Eigentlich wollte ich nur über die verschiedenen Wege schreiben, auf denen Serien bezogen werden können – nun ist ein Plädoyer für legalen Konsum und Respekt gegenüber dem geistigen Eigentum anderer daraus geworden. Trotzdem möchte ich zum Abschluss noch eine kleine Umfrage starten, also verratet mir doch, welche Wege ihr nutzt, um Euch Serien auzuschauen.  Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse und auch auf Eure Meinung zu diesem doch brisanten Thema. Aber hey – wer nicht fragt, bleibt dumm, oder? 🙂