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Seri(e)ös: Was macht eine Serie zur Lieblingsserie?

Viele Dinge im Leben lassen sich nicht erklären. Das gilt besonders für Vorlieben. Warum schmeckt mir Crème Brûlée so gut, dass ich sie jeden Tag essen könnte? Warum ist meine Lieblingsfarbe Rot und nicht Gelb? Warum mag ich das Meer lieber als die Berge, tanzen lieber als joggen, Rockmusik lieber als Hip-Hop und den Samstag lieber als den Sonntag? Ich kann Vermutungen anstellen (bei der Samstag-/Sonntag-Frage habe ich eine vage Ahnung… 😉 ), aber völlig aufklären werde ich die Gründe für diese Vorlieben wohl nicht. Das soll mich aber nicht davon abhalten, heute mal ein wenig darüber zu sinieren, warum ich zwar viele TV-Serien, die ich bislang gesehen habe, mag, aber es doch nur etwa ein Dutzend auf die Liste meiner Lieblingsserien geschafft hat. Seid ihr dabei?

Schreibtisch-Lieblingsserien

Bevor ich hier Überlegungen dazu anstelle, warum mir manche Serien besser gefallen als andere, erscheint es mir sinnvoll, kurz aufzulisten, welche Produktionen es auf meine Lieblingsserienliste geschafft haben. Ich wähle dafür einfach die alphabetische Reihenfolge:

  1. Fringe
  2. Gilmore Girls
  3. Gossip Girl
  4. House of Cards
  5. Lost
  6. Mad Men
  7. Six Feet Under
  8. Sons of Anarchy
  9. Suits
  10. The Sopranos
  11. The Wire
  12. Twin Peaks

Was macht eine Serie zur Lieblingsserie?

Nachdem geklärt ist, welche Serien sich einen besonderen Platz in meinem Herzen erobert haben, fällt es deutlich leichter, sich über das „Warum“ Gedanken zu machen. Ich habe dafür vor allem folgende Gründe identifiziert:

1. Eine Lieblingsserie würde ich bedingungslos weiterempfehlen.

Die persönliche Empfehlung eines Produktes oder einer Dienstleistung durch eine Person, der wir vertrauen, ist heutzutage Gold wert. Kein Wunder, dass Influencer Marketing so durch die Decke geht. Wenn mich jemand nach Serien fragt, die ich guten Gewissens weiterempfehlen kann, sind es (mindestens) diese 12. Einige davon empfehle ich grundsätzlich immer allen, die sie noch nicht kennen (Fringe, Lost, The Sopranos, The Wire, Twin Peaks, Suits und neuerdings auch Sons of Anarchy), andere sind wohl nicht für jeden das große Los (Die Gilmore Girls zum Beispiel funktionieren für viele Männer nicht so gut, habe ich mir sagen lassen…). Dennoch hat jede der genannten Serien etwas, das sie sehenswert macht. Damit sind wir auch schon bei den nächsten Punkten:

2. Eine Lieblingsserie hat eine starke und/oder klug und/oder fesselnd erzählte Geschichte.

Menschen lieben gute Geschichten. Sie müssen nicht immer gut ausgehen, müssen nicht immer lustig oder dramatisch oder überraschend sein, sondern einfach nur konsequent und glaubwürdig erzählt. The Wire ist für mich das beste Beispiel dafür: Eine Serie, die in einem trostlosen Umfeld spielt und eigentlich nur tragische Handlungsstränge hat, es aber trotzdem schafft, eine komplexe Geschichte fesselnd und unterhaltsam zu erzählen. Gutes Storytelling funktioniert natürlich auch in ganz anderen Milieus und auf wesentlich simplere Weise. Gossip Girl zum Beispiel dreht sich eigentlich nur darum, dass alle – der Zuschauer inklusive – herausfinden möchten, wer denn dieses Gossip Girl nun ist. Einfacher kann man keine Spannung erzeugen.

3. Eine Lieblingsserie schafft es, dass das Schicksal ihrer Figuren den Zuschauer emotional berührt.

Ich stelle oft schon bei der ersten Sichtung einer Serie fest, dass diese es wohl auf meine Lieblingsserienliste schaffen wird. Dafür gibt es ein ganz einfaches Anzeichen, wenn sie sich dem Ende nähert: Ich spare mir die letzten Folgen auf, zögere das Serienfinale so lange wie möglich hinaus, weil ich nicht möchte, dass die Serie endet. Ich möchte mich nicht endgültig von den Figuren und ihrer Welt verabschieden, sondern noch möglichst lange Teil des Serienuniversums bleiben. Irgendwann siegt dann natürlich doch die Neugier. Eine echte Lieblingsserie schafft es dann, dass mich das Schicksal ihrer Figuren emotional berührt. Und zwar so richtig. Six Feet Under ist wohl das Paradebeispiel für ein emotionales und unglaublich berührendes Ende – das vielleicht beste Serienende ever.

Aber natürlich ist auch bei einer Lieblingsserie eigentlich der Weg das Ziel: In ihrem Verlauf muss sie es darum schaffen, dass mir ihre Figuren ans Herz wachsen und mich mitnehmen auf eine emotionale Reise, bei der ich mich mit ihnen freue, leide und schockiert vor dem TV sitze, wenn sie den Serientod sterben.

4. Eine Lieblingsserie macht Spaß.

Bei all den emotionalen Momenten und der starken Story ist für mich dennoch wichtig, dass eine gewisse Leichtigkeit nicht komplett verloren geht. Ich möchte schließlich unterhalten werden! Oft geschieht das über Wortwitz (Suits ist hier ein gutes Beispiel). Manchmal fällt diese Aufgabe aber auch explizit einer, zwei oder mehreren Personen zu. In Fringe ist es Walters Spleenigkeit, die für Unterhaltung sorgt, in Sons of Anarchy sind es Tig und Chucky, in Mad Men ist es meistens Roger.

5. Eine Lieblingsserie hebt sich vom Serien-Einheitsbrei ab.

Vor über 25 Jahren revolutionierte David Lynch die Serienwelt, als er Twin Peaks schuf. Verstörend, tiefgründig, erschreckend, komisch, aber vor allem anders war diese Serie. Grundsätzlich ist Andersartigkeit für mich ein gutes Kriterium, um eine Lieblingsserie zu beschreiben. Dabei kann sich diese Andersartigkeit auf die Figuren, die Geschichte, die Erzählweise, den Ort etc. beziehen. Gilmore Girls lebt von der ganz besonderen Mutter-Tochter-Beziehung; Lost unterscheidet sich von anderen Serien durch seine Ortsgebundenheit und die Besonderheit dieses Ortes; Fringe spielt mit Zeit, Raum und Universen, ohne dabei Science-Fiction zu sein (außer in Staffel 5 vielleicht). Statt ein bekanntes Thema das x-te mal auf die gleiche Weise aufzurollen, wählt eine Lieblingsserie meistens einen anderen Ansatz oder erzählt direkt eine Geschichte, die es so vorab noch nie gab.

Fazit

Sich dem Thema Lieblingsserien auf analytische Art und Weise zu nähern, ist gar nicht so leicht. Letztendlich ist für mich meist die emotionale Bindung an eine Serie entscheidend, damit ich ihr das Prädikat Lieblingsserie angedeihen lasse. Das tue ich nämlich nicht leichtfertig. Ich dachte sogar, ich hätte all meine Lieblingsserien bereis gefunden, da ich die genannten zu großen Teilen schon vor über zwei, drei Jahren oder sogar noch früher für mich entdeckt habe. Zum Glück habe ich aber vor Kurzem festgestellt, dass Serien mich auch heute noch emotional so richtig berühren können (nämlich Sons of Anarchy). Die obige Liste ist also nur eine Momentaufnahme und wird in den nächsten Monaten und Jahren bestimmt noch wachsen. Ich freue mich darauf.

Welche Serien sind Eure Lieblingsserien – und warum? Könnt Ihr erklären, warum ihr gerade diese Serien so gern mögt und andere vielleicht nicht? Und was haltet Ihr von meinen oben aufgestellten Kriterien über Lieblingsserien?

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Media Monday #320

Mir ist ein bisschen die Puste ausgegangen. Schon in den letzten Wochen war es nicht leicht, Blog und Arbeit und Haushalt und Leben unter einen Hut zu bekommen. Vorigen Montag schrieb ich an dieser Stelle über das Hamsterrad, dem das Erwachsenenleben oft, für mich gerade zu oft, gleicht. Ich kann mit der Geschwindigkeit dieses Rades aktuell nur mühsam mithalten, es fehlt mir schlicht an Energie – und auch an Lust, es zu versuchen. Dinge, die mir sonst Spaß machen, empfinde ich aktuell als Pflichtübung, unter anderem leider auch das Freizeitschreiben. Umstände, mit denen ich mich eigentlich arrangiert habe (zum Beispiel der Tatsache, dass ich abends und am Wochenende fast immer allein zu Hause bin und dass meine Familie 300 km weit entfernt wohnt), setzen mir plötzlich wieder zu. Ich sehne mich nach Ruhe und gleichermaßen nach Abwechslung, nach Ankommen und Veränderung und kann noch nicht einmal sagen, was der Auslöser dafür ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: Es kann sein, dass es in den nächsten Wochen hier etwas weniger Beiträge geben wird, als ihr es gewohnt seid. In der zweiten Septemberhälfte habe ich zwei Wochen Urlaub und werde in der Zeit überhaupt nicht bloggen und auch keine Texte dafür vorbereiten. Ich bin sicher, dass diese Lustlosigkeit und Unzufriedenheit nur eine Phase ist und ich diese schnell überwinden werde. Sollte ich in der Zwischenzeit mal zwei, drei, vier Tage nichts von mir hören lassen, nehmt es mir nicht übel – ich muss mich ein bisschen sortieren und in meiner Freizeit die Seele abseits des PCs und dieser verrückten Internetwelt baumeln lassen. 🙂 Dieser Umstand soll mich aber nicht davon abhalten, mich dem heutigen Media Monday zu widmen. Kommt gut in die neue Woche! 🙂

1. Düstere Zukunftsvisionen oder schlicht Dystopien bieten oft spannende Erzählanlässe – und sind bisweilen sogar erschreckend vorstellbar.

2. Wenn nächste Woche Freitag bei Netflix „The Defenders“ starten, sollte ich mich mal darüber informieren, worum es darin geht.

3. Die Masse an Menschen wäre für mich allein ja schon Grund genug, ein Leben in der Großstadt niemals in Erwägung zu ziehen.

4. Wenn ich so überlege, dürfte ich so ziemlich jeden Film von/mit ____ kennen, ____ . Jeden Film? Nein, auf keinen Fall kenne ich jede Film mit irgendeinem Schauspieler (m/w).

5. Kevin Spacey und Robin Wright für die Serie House of Cards zu gewinnen, war in meinen Augen ein echter Coup, schließlich haben die beiden großen Namen wohl viel zum Hype um die Serie beigetragen und sie so groß werden lassen. Dass beide ihre jeweiligen Rollen dann auch noch so großartig spielen, tut sein Übriges.

6. Nachdem ich Der Anschlag von Stephen King zu Ende gelesen gesehen haben werde, muss ich dringend 11.22.63 schauen lesen, immerhin fesselt das Buch mich aktuell sehr und ich bin gespannt, wie die Serie dazu ausfällt.

7. Zuletzt habe ich mit mir gerungen, ob ich heute bereits die fünfte Staffel Orphan Black beginnen oder damit warten soll, bis ich The Good Wife, Staffel 4 beendet habe und das war keine leichte Entscheidung, weil ich sehr neugierig bin, wie es mit den Klonen weitergeht. Dennoch werde ich erst noch die angefangene Staffel The Good Wife beenden – zwei solche Dramaschwergewichte auf einmal sind dann doch etwas zu viel. 😉

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Veröffentlicht in Schreibtischliebling

Schreibtischliebling #8

Mein Musikgeschmack ist breit gefächert. Manche Leute würden sagen, ich hätte gar keinen Musikgeschmack, aber ich sehe nicht ein, warum ich nur eine einzige Musikrichtung hören sollte, wenn mir doch viele gefallen. Grundsätzlich mag ich es gern rockig, genauso lasse ich manchmal aber einfach nur das lokale Radio nebenbei laufen und  mich mit Popsongs beschallen, mache mir eine 90er-Playlist an oder auch mal klassische Musik, wenn ich an einem längeren Text schreibe. Seit ich letztes Jahr mit dem Herrn Koch bei einer Open Air-Aufführung des Musicals Hair war, läuft auch der Soundtrack dazu hier regelmäßig rauf und runter. Ihr seht: Die Musikvorlieben sind vielfältig.

In meiner Playlist befindet sich zum Beispiel auch das Lied Brandenburg von Rainald Grebe. In den letzten Wochen habe ich mal etwas tiefer in den musikalischen Ergüssen dieses Mannes gegraben und dabei eines der schönsten und ehrlichsten Liebeslieder gefunden, das mir je untergekommen ist. Wie gerne ich selbst auf die Zeile „Mein Handy liegt auf meinem Herzen mit deiner SMS“ gekommen wäre. ♥

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Seri(e)ös: Sherlock (Staffel 4)

Über drei Jahre ist es her, dass ich die letzte volle Staffel über den Meisterdetektiv und seinen Kompagnon besprochen habe. Wenn ich mir den Text von damals durchlese, fühle ich mich, als wäre es nicht zwei, sondern eher zehn Jahre her, so viel hat sich seitdem in meinem Leben und auch auf diesem Blog verändert. In der langen, langen Sherlockpause gab es lediglich ein Weihnachtsspecial Anfang 2017 zu sehen, das ich aber hier nicht besprochen habe. Ein Beitrag über eine einzige Folge schien mir doch etwas albern. Außerdem hat mich dieses Special auch nicht sonderlich vom Hocker gehauen, was meine Motivation, darüber zu schreiben, noch einmal deutlich gedämpft hat. Jetzt aber hat Staffel 4 mit drei brandneuen Folgen ihren Weg nach Deutschland gefunden und ich habe es endlich geschafft, sie mir anzuschauen. Wie sie mir gefallen hat und ob sie an das Niveau früherer Staffeln anknüpfen kann? Das lest Ihr in folgender Review:

Zur Handlung

Zeitlich schließt Staffel 4 direkt an die Geschehnisse des Finales der Vorgängerstaffel an. Sherlock zweifelt daran, dass Moriarty wirklich getorben ist und wartet darauf, dass dieser seinen nächsten Zug unternimmt. Währenddessen ermittelt er zusammen mit Scotland Yard in einem mysteriösen Mordfall, bei dem es jemand auf Besitzer bestimmter Margarete Thatcher-Büsten abgesehen hat. Es stellt sich heraus, dass es zwischen diesen Ereignissen und Mary Watsons Agentenvergangenheit einen Zusammenhang gibt – mit tödlichem Ausgang.

Nach Marys Tod entfremden Sherlock und John sich zusehends. John gibt Sherlock die Schuld an Marys Tod und auch der Meisterdetektiv sieht sich als Schuldigen in dieser Sache und versinkt tief im Drogensumpf. Währenddessen muss er versuchen, den reichen und mächtigen Unternehmer Culverton Smith als Serienmörder zu überführen. Im Verlauf der Ermittlungen stellt sich heraus, dass nicht nur seine Klientin, Smiths vermeintliche Tochter, in diesem Fall die Fäden zieht, sondern auch Mary noch nach ihrem Tod Einfluss auf das Leben von Sherlock und John nimmt. So kommt es, dass sich beide wieder versöhnen. Als John jedoch seine neue Therapeutin aufsucht, findet er sich unvermittelt in einer gefährlichen Situation wieder, als diese eine Waffe auf ihn richtet und abdrückt.

Wie sich am Anfang von Folge 3 herausstellt, handelt es sich bei der Frau gar nicht um eine Therapeutin, sondern um Sherlocks Schwester Eunus, die seit ihrer Kindheit im Hochsicherheitsgefängnis Sherrinford einsitzt. Eunus ist mehr als hochintelligent und in der Lage, andere mit ihrem brillanten Geist zu manipulieren. Dies gelingt ihr auch, als Sherlock, Mycroft und Watson Sherrinford aufsuchen, um zu ergründen, wie es Eunus gelingen konnte, von dort zu entfliehen. Sie zwingt alle drei, verschiedene Rätsel zu lösen und ihre Psychospiele mitzuspielen (wobei sie auch eine Verbindung zu Moriarty offenbart), bevor Sherlock herausfindet, wonach Eunus sich wirklich sehnt. Schließlich gelingt es, Eunus wieder sicher in Sherrinford unterzubringen, während John Watson in die Wohnung in der Baker Street 221B einzieht, um dort gemeinsam mit Sherlock und Mrs. Hudson seine Tochter aufzuziehen.

Sherlock, Staffel 4 – mehr Verwirrspiel als Detektivkrimi

Ich habe vor der Sichtung der Staffel keine Kritiken dazu gelesen, aber durch Kommentare hier auf dem Blog bereits mitbekommen, dass Staffel 4 gemischte Gefühle bei den Sherlock-Fans ausgelöst hat. Während sie einigen gut gefiel, mochten andere sie gar nicht; manche mochten Folge 1, aber Folge 2 und 3 nicht, bei wieder anderen war es genau andersherum. Ich kann tatsächlich alle Meinungen verstehen, denn Staffel 4 ist nicht wie die vorherigen Staffeln. Sie stellt die Beziehungen der einzelnen Hauptfiguren mehr in den Fokus und auch auf die Probe. Es wird (erneut) tief in der Vergangenheit gegraben, sodass die Fälle in den Hintergrund rücken. Viel mehr noch: Immer öfter sind die Hauptfiguren selbst die Fälle. Das ist eine andere Ausrichtung als noch in früheren Folgen – und etwas, das man mögen muss. Während Folge 1 sich auf Mary konzentriert, geht es in Folge 3 um Sherlock und seine Familie. Folge 2 folgt am ehesten noch der gewohnten sherlock’schen Erzählweise, in der ein  Bösewicht im Mittelpunkt steht, auch wenn dieser Fall schon von Eunus – und auch Mary – manpuliert wurde. Das erfährt der Zuschauer freilich erst in Folge 3. Er ist damit Zeuge eines großen Verwirrspiels, dessen Komplexität sich erst am Ende von besagter dritter Folge erschließt. Sherlock verabschiedet sich in dieser Staffel davon, eine klassische Detektivserie zu sein und verwandelt sich meiner Meinung nach zunehmend eine spannende Krimi-Dramaserie.

Fazit

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber für mich fühlte sich das Staffelfinale stark nach einem Serienfinale an. Auch wenn Benedict Cumberbatch bereits für Staffel 5 unterschrieben hat – Steven Moffat und Mark Gatiss lassen die Zukunft der Serie nach wie vor offen und es gibt weder einen konkreten Dreh- oder Erscheinungstermin. Nach den gemischten Reaktionen auf Staffel 4 werden sich alle Beteiligten wahrscheinlich sehr genau überlegen, ob Cumberbatch und Freeman erneut in der Baker Street 221B tätig werden. Ich persönlich mochte vor allem die zweite Folge der vierten Staffel, wahrscheinlich weil sie sich so sehr nach den früheren Staffeln anfühlte. Folge 1 hingegen hat mich fast durchweg gelangweilt. In Folge 3 schließt die Staffel noch einmal mit einem interessanten Kniff ab, wenngleich die Story deutliche Logikschwächen hat. Die Geschichte rund um Eunus Holmes weiß dennoch zu überzeugen und versöhnte mich ein wenig mit dieser Staffel, einfach weil sie eine neue, interessante Figur ins Zentrum stellte. Insgesamt empfand ich diese Staffel dennoch schwächer als Staffel 1 bis 3, wenn auch deutlich stärker als das Weihnachtsspecial 2017. Ein bisschen mehr Sherlock & Watson-Action und etwas weniger private Probleme aller Beteiligten hätten mein Urteil noch positiver ausfallen lassen. Aber wer weiß – vielleicht erwartet uns ja wirklich irgendwann noch eine fünfte Staffel. Sollte das vor 2019 der Fall sein, würde ich mich allerdings sehr wundern.

Weiterempfehlung: Die Serienversion des Klassikers von Arthur Conan Doyle transportiert die Geschichte seines Meisterdetektivs Sherlock Holmes ins modernde London. Sich mal mehr, mal weniger stark an der Vorlage orientierend, erzählen die Macher auch in Staffel 4 drei spannende Fälle, die sich allerdings mehr der Hintergrundgeschichte einzelner Figuren widmen als das in früheren Staffeln der Fall war. Es ist daher empfehlenswert, Staffel 1 bis 3 geschaut zu haben, bevor Staffel 4 auf den Bildschirm wandert.

Habt Ihr die neueste Staffel Sherlock bereits gesehen? Wie hat sie Euch gefallen? Und findet Ihr auch, dass die neuen Folgen eine andere Ausrichtung haben als noch diejenigen in Staffel 1 bis 3?

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Media Monday #319

Nachdem ich mich letztes Wochenende auswärts auf einer Hochzeit vergnügte, habe ich die ganze Woche und auch noch den Großteil des Wochenendes versucht, die Dinge nachzuholen bzw. aufzuarbeiten, die deswegen liegen geblieben sind. Dass man als Erwachsener seine Wochenenden vor allem damit verbringt, irgendwelche To Dos abzuarbeiten, die man unter der Woche nicht geschafft hat, sagt einem ja vorher auch keiner. Heute Nachmittag stand ich vor der Wahl, den restlichen Tag damit zu verbringen, meine Erledingungsliste zu Ende abzuhaken – oder an diesem Wochenende zumindest noch eine Sache nur für mich zu machen. Ich habe dann anderthalb Stunden mit einem Buch auf dem Balkon gesessen, den wir gerade für die Nachbarn hüten. Jetzt fühle ich mich zumindest nicht mehr so schlimm im Hamsterrad gefangen wie noch vor ein paar Stunden. Aber morgen ist trotzdem Montag, hmpf. Immerhin begleitet uns ein Media Monday in die neue Woche, in die ihr hoffentlich gut startet!

1. Wenn ich schon lese „Die ideale Urlaubs-/Strandlektüre“ kaufe ich das entsprechende Werk ganz bestimmt nicht, denn es verbirgt sich vermutlich völlig klischeehafte und vorhersehbare „Frauenliteratur“ dahinter.

2. ____ hebt sich dahingehend von Mainstream-Filmen ab, ____ . Passe.

3. Bei Serien immer auf dem neuesten Stand sein zu wollen, ist ein Ding der Unmöglichkeit – außer man begibt sich in rechtliche Grauzonen. Ich tue das nicht.

4. Luke und Lorelai sind für mich DAS Leinwand-Traumpaar, schließlich leben die Gilmore Girls auch ein bisschen von der Frage, ob und wann sie sich nun wohl kriegen. Dass sie eigentlich ein TV-Bildschirmtraumpaar sind, stört hoffentlich nicht.

5. Geht es um Rollenspiele, denke ich immer an verrückt gekleidete Menschen, die mit Holzschwertern durch irgendeinen Wald rennen.

6. Orphan Black ist ohne Frage eine echte One-Man/Woman-Show, immerhin spielt Tatiana Maslany praktisch alle weiblichen Hauptfiguren (und das auch noch sensationell!).

7. Zuletzt habe ich die aktuelle Folge Chicago Fire nachgeholt und das war nötig, weil ich die Folge der letzten Woche bereits dank technischer Probleme bei Vox Now verpasst habe und die aktuelle Folge am Freitag auch nicht schauen konnte, da der Herr Koch und ich nach der Sommerferienpause das erste Mal wieder das Tanzbein geschwungen haben (… und gleich etwas Neues im Wiener Walzer lernen mussten, unserem absoluten Lieblingstanz. Nicht. ).

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Von Kaffee bis E-Mail-Ignoranz – was mir hilft, im Büro produktiv zu sein

Wie mein Blogname es schon verrät, bin ich eine Schreibtischtäterin. Neben der Couch und dem Bett ist mir der Schreibtisch definitiv das liebste Möbelstück bei uns zu Hause. Hier sitze ich am Wochenende oder abends und blogge, lese Blogs, schreibe oder beantworte Kommentare und freue mich, Teil dieser Community hier zu sein.

Ich habe aber nicht nur zu Hause einen Schreibtisch, sondern auch im Büro. Der Büroschreibtisch ist wesentlich größer (und aufgeräumter…) als mein heimischer und beherbergt einen Laptop + zweiten Bildschirm, eine Ablage und viele, viele bunte Post Its. Ich liebe Post Its, sie machen das Leben so viel leichter. Nach einem dreiviertel Jahr in meinem jetzigen Job weiß ich nämlich ziemlich genau, was mir im Arbeitsalltag dabei hilft, produktiv zu sein – und was eher nicht. Diese Erkenntnisse sind sicher nicht weltbewegend, aber ich möchte sie trotzdem gern mit Euch teilen, auch weil ich neugierig bin, wie andere Büromenschen ihren Alltag effektiv und effizient gestalten. Verratet mir darum gerne unten in den Kommentaren eure Tipps für einen erfolgreichen Schreibtischtag im Büro.

Ja bitte! – Das hilft mir dabei, im Büro produktiv zu sein

1. Schreibtisch

So simpel es klingt, mir hilft es sehr, einen festen Arbeitsplatz zu haben, an dem ich alles so arrangieren kann, wie es mir gefällt, vom Stuhl über die Notizzettel bis zum Getränk. Da ich Linkshänder bin, ist es für mich zum Beispiel wichtig, dass das Licht von rechts auf den Tisch fällt und dass links auf dem Schreibtisch Platz ist für Stifte und Zettel. Ein Bürokonzept, wo jeder sich einfach jeden Tag dort hinsetzt, wo er möchte oder wo gerade Platz ist, wäre nichts für mich. Es würde mich jeden Morgen einige Minuten an Organisation kosten, bis alles so ist, dass ich mich bereit fühle, mit der Arbeit zu beginnen. Manchmal setze ich mich im Büro an einen anderen freien Tisch, um etwas, das ausgedruckt vorliegt, Korrektur zu lesen. Das ist eine ganz nette Abwechslung. Wir haben auch ein Sofa im Büro, aber so gemütlich es ist – produktiv arbeiten kann ich dort nicht. Am Schreibtisch kommen mir nach wie vor die besten Ideen.

2. Musik

Ich liebe es, wenn es im Büro ganz still ist und alle konzentriert an ihren jeweiligen Projekten arbeiten. Ich sitze allerdings zusammen mit vier anderen Kollegen in einem Büro, in dem auch noch das Haupttelefon steht und bespaßt abgenommen werden muss darf (übrigens eine Aufgabe, die wir uns gerne wie den Schwarzen Peter gegenseitig unterschieben :-D). Es gibt also durchaus Tage, an denen das mit der Stille schwierig ist. Macht aber nichts, denn für solche Fälle gibt es ja Kopfhörer und Musik. Aber auch wenn es eigentlich ruhig ist, dürstet es mich bisweilen nach musikalischer Beschallung. An manchen Tagen fällt mir das Schreiben einfach leichter, wenn jemand in mein Ohr singt.

3. Kaffee

„But first – coffee!“ – Wie in wahrscheinlich fast allen Büros dieser Welt hat auch unsere Kaffeemaschine den ganzen Tag über viel zu tun. Ich bin niemand, dem die Hände zittern, wenn er mal eine Stunde keinen Kaffee hatte, aber die vormittägliche und nachmittägliche Koffeindosis muss schon sein. PC-Arbeit macht müde, aber mit meinen zwei Bechern täglich (okay, morgens zum Frühstück zu Hause trinke ich auch noch einen, also sind es eigentlich drei) wirke ich dem ganz gut entgegen.

4. E-Mails auch mal E-Mails sein lassen

Wenn ich konzentriert an einem Text oder einer Schreibaufgabe arbeite, kann es passieren, dass ich zwei Stunden nicht in meine E-Mails schaue. Manchmal tue ich das sogar bewusst nicht (ich Schelm!), weil mir klar ist, was dort im Normalfall auf mich wartet: irgendwelche Aufgaben, die kurzfristig angefallen sind und nun möglichst am selben Tag noch erledigt werden sollen sowie 38967 Benachrichtigungen von Facebook. Die Benachrichtigungen können auch mal ein paar Stunden im Postfach auflaufen und dann in einem Rutsch gelöscht werden. Und was die kurzfristigen Aufgaben betrifft: Wenn es superwichtig ist, wird mich jemand persönlich auffordern, diese sofort zu bearbeiten. Solange das nicht der Fall ist, lasse ich die E-Mails auch mal zwei Stunden E-Mails sein und beende erst die Aufgabe, an der ich gerade arbeite, bevor meine Konzentration flöten geht.

5. Post Its

Digitale Notizen sind überhaupt nicht mein Ding. Es geht so viel schneller und ist so viel einfacher, sich einfach ein paar Stichworte auf einem Post It zu notieren, Und schön bunt wird der Schreibtisch dadurch auch!

6. Aufgaben sinnvoll planen

Als Redakteurin dauern viele der Aufgaben, die ich bearbeite, einige Stunden. Nichts stört mich mehr, als wenn ich solche Aufgaben mehrfach unterbrechen muss, weil intere Meetings oder Kundentermine angesetzt sind, an denen ich teilnehme. Da ich meine Aufgaben selbstständig planen kann, versuche ich, die „gestückelte“ Bearbeitung zu vermeiden. Habe ich einen Termin von 14-16 Uhr, ist es wenig sinnvoll, danach noch einen Text zu beginnen, an dem ich voraussichtlich drei Stunden arbeiten werde. Die Zeit danach ist stattdessen perfekt für Ablage, Korrekturlesen, Aufgabenplanung oder kleine, kurzfristig angefallene Aufgaben (siehe 4.). Generell finde ich es sinnvoll, größere und komplexere Aufgaben vormittags zu erledigen. Ich bin zwar keine richtige Lerche, aber definitiv jemand, der vormittags seinen geistigen Höhepunkt hat. Außerdem bin ich ein großer Fan davon, ungeliebte Aufgaben direkt vormittags zu erledigen. Wie gut es sich anfühlt, das „Schlimmste“ des Tages schon vor dem Mittag erledigt zu haben! Natürlich funktioniert das auch andersherum: Eine schöne Aufgabe vor dem Feierabend (oder dem Wochenende) zu beenden, macht ebenfalls gute Laune.

7. Blick aus dem Fenster

Zum Glück steht mein Schreibtisch am Fenster. Wenn ich den Blick nach rechts richte, schaue ich nach draußen auf Bäume, die Straße und den Himmel. Wenn ich gerade nicht weiterkomme, hilft es mir sehr, einfach kurz aus dem Fenster zu schauen und die Gedanken schweifen zu lassen. Manchmal landen sie dann genau da, wo ich sie haben will!

8. Ein leerer Magen schreibt nicht gern

Ich verstehe nicht, was in Menschen vorgeht, die nicht gerne essen. Wie überstehen die ihren Tag? Hungrig kann ich überhaupt nicht produktiv sein. Ich frühstücke zu Hause und wie sehr ich mich auch bemühe – ich brauche auch noch einen Vormittagssnack, ansonsten schaffe ich es nicht bis zur Mittagspause. Neben dem guten, alten Käsebrot bin ich ein großer Fan von Nüssen geworden in den letzten Monaten. Die sind gesund und helfen gut über Hungerattacken hinweg. Nicht dass man bei uns im Büro Hunger leiden müsste, denn es gibt eigentlich ständig Kuchen oder Schokolade. 😀

Bitte nicht! – Produktivitätskiller

1. Permanente Gespräche

Ich arbeite in einem Großraumbüro. Dass es dort nicht komplett still ist den ganzen Tag, ist völlig okay und auch schön. Soziale Interaktion muss sein und trägt dazu bei, den Arbeitstag angenehm zu gestalten. Wenn jemand allerdings mehrmals täglich völlig unvermittelt, ungefragt und ausschweifend aus seinem Privatleben erzählt, während ich (und alle anderen) versuchen, das (wahrscheinlich straffe) Tagesprogramm zu bewältigen, stört mich das schon extrem. Aktuell ist das zum Glück kein Problem (mehr…).

2. Wasserdefizit

Ich trinke zu wenig und obwohl ich das weiß, fällt es mir schwer, dieses Problem zu beheben. Ich habe eine Karaffe mit Wasser an meinem Platz stehen, aber oft fülle ich diese montagsmorgens auf und sie ist dienstagsabends immer noch nicht leer. Auch Trinkerinnerungen helfen nicht – diese ignoriere ich einfach. Dabei weiß ich genau, dass Hirn und Körper genug Flüssigkeit brauchen, um fit zu bleiben.

3. extremer Zeitdruck

Unter Druck entstehen Diamanten? Bei mir jedenfalls nicht. In einer kurzen Zeitspanne auf DIE perfekte Idee zu kommen, funktioniert bei mir nicht sonderlich gut. Irgendetwas wird mir einfallen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass mir etwas Besseres einfällt, wenn ich nochmal eine Nacht darüber schlafe und dann erneut ein paar Denkminuten investiere, ist sehr hoch.

Jetzt seid Ihr dran: Verratet mir, welche Routinen Euch helfen, am Schreibtisch produktiv zu sein – und es auch den Tag über zu bleiben! Und falls Ihr nicht zu den Büromenschen zählt: Wie sieht Euer Arbeitsalltag aus und was hilft oder stört Euch dort? Ich freue mich auf Eure Kommentare und Tipps.

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Seri(e)ös: Stromberg (Staffel 1)

Büro ist kein Ponyhof. Jeder von Euch, der ebenso wie ich zu den Schreibtischtätern gehört, kann das bestimmt bestätigen. Ich habe das Glück, wirklich tolle Kollegen zu haben, aber selbst in einem gut funktionierenden Team gibt es die üblichen Büroprobleme. Jemand hat aus irgendeinem Grund schlechte Laune, die Kaffeemaschine spinnt (absoluter Super-GAU!), das Telefon klingelt ohne Unterlass, zwanzig Kunden wollen irgendeine spontane Extraleistung, es ist heiß oder kalt oder stickig oder der Tag zieht sich wie Kaugummi.

Man multipliziere diesen normalen Wahnsinn nun mit zehn, stecke völlig verschiedene Menschen in eine Abteilung, füge einen unfähigen und bisweilen rassistischen Chef hinzu und voilà – fertig ist die bitterböse Bürosatire mit dem Namen Stromberg, deren erste Staffel der Herr Koch und ich uns (als Ausgleich zu Black Mirror…) in den letzten Wochen angeschaut haben.

Zur Handlung

Büro ist wie Achterbahn fahren, ein ständiges Auf und Ab. Wenn man das 8 Stunden machen muss, TÄGLICH, dann kotzt man irgendwann. – Bernd Stromberg

Die Serie spielt in der fiktiven „Capitol Versicherung AG“ und dort vor allem in der Abteilung „Schadensregulierung M-Z“, die von Bernd Stromberg geleitet wird. Ein Fernsehteam begleitet mit der Kamera den Büroalltag der Angestellten. Als Chef ist Stromberg bemüht, sein Team und vor allem sich selbst von der besten Seite zu präsentieren, was ihm aber kaum gelingt. Hautpfiguren aus der Schadenregulierung A-M sind neben Stromberg der faule und unmotivierte Ulf, die hübsche Tanja, der seltsame Berthold, der von allen gemobbt und immer nur Ernie genannt wird sowie die naive Erika. Außerhalb von Strombergs Abteilung spielen in Staffel 1 vor allem Frau Berkel, Strombergs Vorgesetzte, die ihn regelmäßig wegen verschiedener Vorfälle in ihr Büro zitiert, sowie Herr Turculu, erfolgreicher Leiter der Abteilung „Schadenregulierung A-L“, eine wichtige Rolle. Stromberg fühlt sich von beiden regelmäßig missverstanden bzw. in seiner Autorität bedroht und manövriert sich damit meistens noch tiefer in den Schlamassel.

Mockumentary nach britischem Vorbild

Als Vorbild für Stromberg diente die britische Mockumentary The Office. Im selben Stil parodiert Stromberg nicht nur den (deutschen) Büroalltag, sondern auch die Anfang der 2000er Jahre sehr beliebten Doku-Soaps. Verwackelte Kameraeinstellungen, Interviews mit den Angestellten sowie Szenen, die scheinbar heimlich und ohne Wissen der beteiligten Personen aufgezeichnet wurden, verstärken den dokumentarischen Charakter und erzeugen beim Zuschauer das Gefühl, hier wirklich in einem Büro gelandet zu sein und den Menschen dort bei der „Arbeit“ zuzuschauen. Wenn man das denn Arbeit nennen kann, was dort passiert, denn im Mittelpunkt der Geschichte stehen nicht die Schadensfälle, sondern die Probleme der Mitarbeiter mit sich selbst, ihren Kollegen oder dem Chef. Ulf spielt eigentlich den ganzen Tag nur am PC oder mobbt Ernie; Ernie hingegen möchte wirklich arbeiten, lässt sich durch das Mobbing aber so ablenken, dass er es nicht schafft; Tanja muss sich permanent den amourösen Annäherungen der beiden erwehren und Erika ist als Tratschtante mit allem beschäftigt, nur nicht mit der Schadenregulierung. Auch Stromberg kümmert sich um Vieles, aber nicht darum, dass es in seiner Abteilung rundläuft. Im Umgang mit seinen Mitarbeitern besitzt er in etwa so viel Taktgefühl wie ein Stein. Auch politische Korrektheit gehört nicht zu seiner Stärke, etwa wenn er sich weigert, seinen Behindertenparkplatz an einen Rollstuhlfahrer abzutreten. Einige Beispielsprüche gefällig?

Als Chef ist Sensibilität sehr wichtig. Gerade mit andersgeschlechtigen Mitarbeitern. Zum Beispiel Frauen.

Der Türke kann Kaffee, Döner, Bauchtanz. Mehr nicht. Das ist kein Vorurteil, sondern historisch erwiesen. Die alten Griechen, die haben historisch was geleistet, aber der Türke, da wird es eng.

Die Berkel, also Frau Berkel ist ja so gesehen meine Vorgesetzte. Ich sach ja immer Tuberkel oder Eva Braun, also intern.

Fazit

Stromberg polarisiert. Damit meine ich die Hauptfigur, aber auch die Serie als Ganzes. Die Erzählweise, den Mockumentary-Stil, die völlig überzeichneten Charaktere und Situationen und auch den Humor – das muss man mögen, keine Frage. Wenn man es aber mag, dann bietet Stromberg beste Unterhaltung. Gerade Christoph Maria Herbst füllt die Rolle des Ekelchefs einfach so großartig aus, dass man sich fragen muss, ob er eigene Büroerfahrungen (er ist gelernter Bankkaufmann) in die Umsetzung dieser Figur einfließen lassen konnte. Ich habe mich durchaus amüsiert während der ersten acht Folgen, auch wenn die Sprüche manchmal hart an der Grenze (oder auch drüber) sind. Da hier aber zu jedem Zeitpunkt deutlich wird, dass es sich um eine Parodie (der Parodie, um hier noch einmal eine Metaebene aufzumachen…) handelt, darf politische Korrektheit meiner Meinung nach auch mal hintenanstehen.

Weiterempfehlung: Stromberg ist eine deutsche Comedyserie aus dem Jahr 2004, die im Stile einer Dokumentation den Büroalltag parodiert – und zwar ohne Rücksicht auf politische Korrektheit oder guten Geschmack. Im Zentrum steht der unfähige Chef Bernd Stromberg, der seine Abteilung einfach nicht in den Griff bekommt. Ob ihm dies in Staffel 2 vielleicht doch noch gelingt, werde ich mir auf jeden Fall anschauen.

Nach Friends hole ich nun also auch noch einen deutschen Comedyklassiker nach! Habt Ihr Stromberg – oder auch das britische Vorbild The Office – geschaut? Wie gefällt Euch dieses recht spezielle Serienformat?

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Media Monday #318

Ein schönes, wenn auch anstrengendes und für meine Verhältnisse gänzlich ungewöhnliches Wochenende liegt hinter mir. Seit mehr als 20 (!!!) Jahren war ich nämlich das erste Mal wieder auf einer Hochzeit, und zwar bei einer Freundin aus dem Studium und ihrem Mann. Dafür reisten der Herr Koch und ich extra ins schönste Bundesland der Welt. Es war – wie zu erwarten – ein ganz wunderbares Ereignis mit (nicht-kirchlicher) Zeremonie, einem kleinen Streetfood Festival als Hochzeitsessen (beste Idee ever!), viel Schnaps (natürlich) und wildem Getanze bis in die frühen Morgenstunden. Fragt nicht, wie es mir Sonntag ging. In weiser Voraussicht habe ich mir heute einen Tag Urlaub genommen und starte nun gleich mit dem Herrn Koch in einen entspannten ersten Abend dieser Woche. Ich hoffe, Euch geht es genauso! Vielleicht nutzt Ihr dafür auch den Media Monday?

1. Trailer, die einem den gesamten Film vorwegnehmen, haben das Prinzip dahinter leider nicht verstanden.

2. Anna Torv ist ja leider völlig von der Bildfläche verschwunden, denn nach dem Ende von Fringe 2015 habe ich von keinen neuen Projekten mit ihr gehört oder gelesen. Schade!

3. Ich würde ja gern öfter überhaupt irgendetwas lesen, aber ich bin abends und am Wochenende meistens zu faul dafür.

4. Wie gruselig Black Mirror teilweise ist, war für mich eine echte Überraschung, denn ich hatte eher Drama als Horror/Mystery erwartet.

5. Kann mal bitte jemand Seth Gabel so eine richtig tolle Hauptrolle zuschustern? Immerhin hat er sich dafür mit seiner Rolle als Lincoln Lee in Fringe auf jeden Fall qualifiziert. Und nein, ich habe mir nicht vorgenommen, heute jede Frage mit Fringe zu beantworten.

6. In Sachen Konsolen-Spiele erkenne ich hier ein Muster, denn Wulf scheint dieses Thema nun häufiger einzubauen. Muss meinetwegen nicht sein, denn dabei muss ich jedes Mal passen.

7. Zuletzt habe ich Donnerstagabend eine Serienfolge geschaut und das war zu erwarten, weil der Herr Koch und ich das Wochenende auswärts verbracht haben und andere Aktivitäten im Vordergrund standen – allen voran natürlich die Hochzeitsfeierei! ♥

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Veröffentlicht in 12 Monate

Zwölf Monate im Park – #Juli

Ich gebe es zu – ich habe gemogelt. Das Bild, das ich Euch heute im Rahmen der Zeilenend’schen Fotoaktion zeige, entstand nämlich schon vor einer guten Woche. Es ging aber wirklich nicht anders, denn dieses Wochenende bin ich nicht in Braunschweig. Sollte ich also auf Eure Kommentare zu dieser sommerlichen Impression erst Montag oder Dienstag antworten, wundert Euch bitte nicht. Bis dahin dürft Ihr die zwei Kaninchen auf dem Foto suchen. Wer sie als Erste(r) findet, darf sie behalten! 😀

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Veröffentlicht in Fernsehserien

Seri(e)ös: The Good Wife (Staffel 3)

Kennt Ihr das? Ihr beginnt eine Serienstaffel, schaut fröhlich vor Euch hin – und auf einmal – schwupps! – ist sie auch schon wieder vorbei, bevor Ihr es überhaupt gemerkt habt. Genau so ging es mir mit der dritten Staffel von The Good Wife. Ob das ein gutes Zeichen ist?

Zum Inhalt

Das Ende von Staffel 2 brachte für Alicia große private Veränderungen mit sich, vollzog sie doch die räumliche Trennung von Peter und begann (endlich!) eine Affäre/Beziehung mit Will, ihrem Chef. Dadurch gewinnt sie in Staffel 3 nicht nur abseits der Arbeit, sondern auch in der Kanzlei neues Selbstvertrauen. Sie geht gestärkt aus dieser Entscheidung hervor und weiß nun auch beruflich, was sie kann und was sie erreichen möchte. So ist es kein Wunder, dass sie kurz darauf befördert wird und vermehrt allein an größeren Fällen arbeiten darf. Zentrale Ereignisse, die die Kanzlei in diesen 22 Folgen beschäftigen, sind vor allem interne: Will sieht einer Anklage wegen Bestechung eines Richters entgegen und verliert deswegen für sechs Monate seine Lizenz. Das daraus entstehende Machtvakuum versuchen verschiedene andere Anwälte auszunutzen, um sich seinen Platz in der Kanzlei zu sichern. Auch privat läuft es für Will ab etwa Mitte der Staffel nicht gut, da Alicia sich von ihm trennt, um sich mehr ihren Kindern widmen zu können. Das ist auch nötig, denn ihre Probleme mit Peter reißen nicht ab. Für seine politischen Ambitionen braucht er nämlich eine Frau an seiner Seite, aber Alicia ist nur widerwillig bereit, diese Rolle auszufüllen. Als Peters Mutter Alicia schließlich beim Versuch, ihr altes Haus zurückzukaufen, ausbootet, droht die Situation völlig zu eskalieren. Am Ende zieht Peter in das ehemalige Familienzuhause ein – und Alicia bleibt mit der Frage zurück, welche Rolle sie in ihrer Familie zukünftig einnehmen kann und will.

Alicia Florrick – eine Frau auf der Suche

In der Review zu Staffel 1 beschrieb ich Alicia als eine Frau zwischen allen Stühlen. Eine Frau, die es allen recht machen will und das doch niemals schafft. Nach zwei weiteren Staffeln hat sich diese Situation etwas verbessert, denn Alicia kommt definitiv besser mit den Anforderungen ihrens Lebens zurecht. Die Kinder sind größer, im Job hat sie sich Respekt erarbeitet und auch privat hat sie für sich zumindest entschieden, was sie nicht mehr sein will: Peter Florricks Ehefrau. Ich glaube, diese Entscheidung hat weniger damit zu tun, dass sie keine Gefühle mehr für ihn hat (denn die hat sie noch, da bin ich fast sicher) als vielmehr mit den Pflichten, die sie als seine Ehefrau zu erfüllen hätte. Sie ist nicht mehr diese Frau, die jahrelang nur daneben gestanden hat, während ihr Mann bejubelt wurde. Sie ist aus seinem Schatten herausgetreten und hat sich selbst einen Namen als Anwältin gemacht – kein Wunder also, dass es ihr nun stinkt, auf irgendwelchen Wahlkampfveranstaltungen lächelnd mit ihrem Mann Händchen zu halten und nur hübsch auszusehen. Auch ihre Trennung von Will zeigt, dass sie noch nicht genau weiß, wohin sie ihre Lebensreise privat führen soll. So gibt sie erst einmal den Kindern den Vorzug und entscheidet sich für ein Leben als Singlefrau, auch wenn ihr dies merklich schwerfällt.

Fazit

Die inhaltliche Beschreibung dieser Staffel klingt sehr nüchtern, ist aber keineswegs negativ gemeint. In Staffel 3 habe ich nämlich das Gefühl, nun so richtig in dieser Serie angekommen und mit den Charakteren vertraut zu sein. Alicia ist eine sympathische Hauptfigur, die jede Menge Identifikationspotential bietet – vor allem, weil sie nicht perfekt ist und oft genug an sich und ihren Ansprüchen scheitert. Die Mischung aus folgenübergreifenden Geschichten (Wills Suspendierung, der Kampf um seine Nachfolge, Peters politische Ambitionen, Alicias und Wills Liebesgeschichte) ist geschickt mit den „cases of the week“ verknüpft, welche auch Rückbezüge zu früheren Staffeln aufweisen (zum Beispiel durch den gruseligen Colin Sweeney, den wir in Staffel 3 bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen haben…). So fügt sich auch Staffel 3 nahtlos in die Geschichte ein und macht richtig Lust auf mehr.

Weiterempfehlung: Die amerikanische Dramaserien The Good Wife setzt in ihrem dritten Jahr erneut auf eine starke weibliche Haupfigur und bietet genau die richtige Mischung aus Drama und Unterhaltung. Es wird spannend zu sehen, ob dieses (eigentlich recht simple) Konzept auch in den weiteren Staffeln so gut funktionieren kann. Ich schaue mir diese auf jeden Fall an.

The Good Wife macht einfach Spaß! Welche Serie zieht Euch aktuell so richtig in den Bann?

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